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Ostkreis In Trauer und Fassungslosigkeit
Landkreis Ostkreis In Trauer und Fassungslosigkeit
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21:48 18.11.2020
Im Altenpflegeheim St. Bonifatius starben fünf Bewohner nach Ausbruch des Corona-Virus. Quelle: Nadine Weigel
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Stadtallendorf

Traurige Nachrichten aus dem Altenpflegeheim St Bonifatius in Stadtallendorf: In den vergangenen fünf Tagen sind dort fünf Heimbewohner verstorben, die sich mit dem Corona-Virus infiziert hatten. Das berichteten am Mittwoch (18. November) Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch und Altenhilfe-Ressortleiterin Kristin Klinzing der OP. Die ersten Todesfälle habe es am vergangenen Wochenende gegeben, weitere im Laufe des Dienstags, erläutert Klinzing. Die Caritas in Fulda ist von jeher der Betreiber des Heimes.

In einer ersten Testreihe hatte sich gezeigt, dass am Ende 14 der 68 Heimbewohner sich mit dem Corona-Virus infiziert hatten. Wie sich das Infektionsgeschehen weiter entwickelt hat, soll nun eine zweite Testreihe zeigen, die das Gesundheitsamt im Laufe des Dienstags im Bonifatiusheim unter allen Bewohnern vorgenommen hat. „Wir arbeiten vorsichtshalber immer noch nach dem System, dass wir davon ausgehen müssen, dass theoretisch jeder infiziert sein könnte“, erläutert Kristin Klinzing. Für die Mitarbeiter bedeutet das das ständige Tragen eines Schutzanzuges und die Einzelbetreuung jedes Bewohners. Gemeinschaftliche Aktivitäten gibt es nicht.

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Infektionen verteilen sich über alle Wohnbereiche

Die infizierten Bewohner verteilen sich dabei über alle Wohnbereiche des Pflegeheimes St. Bonifatius, in jedem Wohnbereich sind nur wenige Menschen betroffen. Alles sei darauf ausgerichtet, weitere Infektionen zu vermeiden, sagt die Caritas.

Für alle ist die Gesamtsituation zu einer großen Belastung geworden. Vor allem angesichts der jüngsten Sterbefälle. Das ist auch für die Einrichtungen der hessischen Caritas eine neue Erfahrung. „Bisher hatten wir einzelne Erkrankungen, aber keine Todesfälle in unseren Einrichtungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus“, sagt Dr. Markus Juch. Die Sterbefälle hätten die Menschen im Stadtallendorfer Bonifatiusheim fassungslos gemacht. Viele der Mitarbeiter hätten enge Bindungen zu den Verstorbenen gehabt. Das alles habe die Mitarbeiter sehr berührt und betroffen gemacht, so der Caritas-Direktor. „Wir denken darüber nach, wie wir bei der Trauerarbeit helfen und Seelsorge leisten können, sobald das möglich ist“, erklärt Kristin Klinzing.

Acht Mitarbeiter sind in der Einrichtung derzeit in Quarantäne, 62 befinden sich im Dienst. „Für sie ist das allein von der Arbeit her ein Kraftakt“, betont Klinzing, die immer wieder auch selbst vor Ort war. Im Moment sei das Heimleben sehr beeinträchtigt. Kontakte zwischen Heimbewohnern und Menschen, die das angrenzende Betreute Wohnen nutzen, gibt es natürlich auch nicht mehr, die gemeinsamen Mittagessen finden seit Beginn des Infektionsgeschehens nicht mehr statt. Ausdrücklich würdigt die Caritas die Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden. Die sei sehr gut, so Klinzing.

von Michael Rinde

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