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Ostkreis Zweimal Freude, zweimal Traurigkeit
Landkreis Ostkreis Zweimal Freude, zweimal Traurigkeit
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12:15 16.03.2021
Die Kommunalwahl-Ergebnisse für Rauschenberg (Symbolfoto).
Die Kommunalwahl-Ergebnisse für Rauschenberg (Symbolfoto). Quelle: Tobias Hirsch
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Rauschenberg

 Zwei Gewinner, zwei Verlierer. So lässt sich das Ergebnis der Wahl für das Rauschenberger Stadtparlament auf eine Formel bringen. Gewinner sind FBL (plus 3,86 Prozent gegenüber 2016) und CDU (plus 2,66 Prozent), Verlierer sind SPD (minus 3,11 Prozent) und B90/Die Grünen (minus 3,42 Prozent). Die meisten Stimmen vereinten dabei laut der Liste der gewählten Stadtverordneten zwei Grüne: Michael Vaupel und Stefan Seibert.

Feste Bündnisse gab es nicht

Feste Bündnisse hat es in Rauschenberg auch in der vergangenen Legislatur nicht gegeben, wohl aber Absprachen über Parteigrenzen hinweg. Entsprechend der Wahlergebnisse fielen gestern am späten Nachmittag auch die ersten Reaktionen der verschiedenen Sprecher der Rauschenberger Fraktionen gegenüber der OP aus.

Sitzverteilung

Mehr oder weniger große Freude bei den Gewinnern, mehr oder weniger Frust bei den Fraktionen mit Stimmeneinbußen. Manfred Hampach, der Fraktionsvorsitzende der FBL, erreichte die OP nur wenige Minuten nachdem er das Wahlergebnis erhalten hatte. „Ich bin einfach überwältigt von diesen Zahlen“, so sein erster Kommentar. Die FBL habe offenbar in den vergangenen fünf Jahren gute bürgerliche Politik gemacht. Es bleibe der Fraktion auch in Zukunft wichtig, parteipolitisch unabhängig zu entscheiden.

Schmidt würdigt Einsatz von Hartmann

Freude auch bei Axel Schmidt von der CDU, die auch einen Parlamentssitz hinzugewinnt. „Ziel war es, unser Ergebnis zu halten, wir haben aber mehr erreicht“, sagt Schmidt. Er hebt den aktiven Wahlkampf der Union auch im Internet hervor und die inhaltliche Profilierung in den zurückliegenden Wochen.

Dabei würdigt Schmidt besonders den Einsatz von Peter Hartmann während des Wahlkampfes. Hartmann, ehemals Wohrataler Bürgermeister, war erstmals für die Union in Rauschenberg angetreten. „Schön, dass wir mit Larissa Emmerich nun auch eine junge Newcomerin im Parlament haben“, hob Schmidt außerdem hervor.

Vaupel: Haben verloren

Michael Vaupel von B90/Die Grünen redete gestern nicht lange drumherum: „Wir haben verloren, das ist so.“ Das Ergebnis von 2016 sei allerdings auch ein sehr besonderes für die Rauschenberger Grünen gewesen. Natürlich hätte seine Partei ihren fünften Sitz auch gerne behalten. In der Stadt hätten die Grünen aber offenbar nach wie vor ein gutes Standing, sagt Vaupel mit Blick auf das Abschneiden von Stefan Seibert und ihm selbst.

Manfred Günther von der SPD gratulierte gestern zunächst den beiden Wahlsiegern von FBL und CDU. „Wir sind wirklich enttäuscht“, ordnete er das Abschneiden der Rauschenberger Sozialdemokraten ein. Die SPD habe nicht erwartet, dass sie sich noch einmal verschlechtere, sie habe in den vergangenen fünf Jahren viele wichtige Initiativen in Rauschenberg angestoßen.

Direkter Kontakt ist nicht zu ersetzen

Im „Corona-Wahlkampf“ habe sich gezeigt, dass der direkte Kontakt zu den Menschen, den Wählern, nicht zu ersetzen sei. „Wir haben aber dennoch bei den digitalen Medien einen Grundstein gelegt, das werden wir weiter nutzen“, kündigt Günther an.

Alle vier Fraktionen kündigten gestern an, in den nächsten Wochen das Gespräch suchen zu wollen. Traditionell kommt der stärksten Fraktion im Stadtparlament dabei eine besondere Rolle zu. Ihr steht auch die Position des Stadtverordnetenvorstehers zu. Manfred Hampach nannte gestern von sich aus Norbert Ruhl als ersten Anwärter auf das Amt.

In Rauschenberger Stadtparlament wurden gewählt:

Von der FBL: Norbert Ruhl, Manfred Hampach, Stefan Schleiter, Günther Aillaud, Andreas Weichsel, Thorsten Bauer, Rainer Kuche und Jochen Schäfer; von der CDU: Axel Schmidt, Ralf Merle, Andreas Pigulla, Karsten Müller, Heinrich Müller, Dagmar Althainz und Larissa Emmerich; von der SPD: Manfred Günther, Thorsten Thamke, Werner Metke und Hermann Koch; von den Grünen: Michael Vaupel, Stefan Seibert, Kevin Boseniuk und Hans-Jürgen Haberzettel.

Von Michael Rinde

16.03.2021
15.03.2021