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Ostkreis Der Priester geht wieder fast allein
Landkreis Ostkreis Der Priester geht wieder fast allein
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14:00 02.06.2021
Prozessionen wie 2017 in Niederklein sind bei diesem Fronleichnamsfest noch nicht möglich.
Prozessionen wie 2017 in Niederklein sind bei diesem Fronleichnamsfest noch nicht möglich. Quelle: Archivfoto: Michael Hoffsteter
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Amöneburg

Wieder dürfte es auch im Landkreis wohl keine klassischen Fronleichnams-Prozessionen geben. Das Bistum Fulda hat diese Empfehlung ausgesprochen, wie schon im vergangenen Jahr. Grund ist die Corona-Pandemie und der bei einer Prozession wohl nicht sicher einzuhaltende Sicherheitsabstand von anderthalb bis zwei Metern.

Die OP fragte stellvertretend für andere Gemeinden Pfarrer Marcus Vogler von der Seelsorgeeinheit Amöneburg, wie das Fronleichnamsfest an diesem Donnerstag dort begangen wird. In der Seelsorgeeinheit mit Amöneburg, Rüdigheim, Mardorf, Roßdorf und Erfurtshausen gibt es Freiluftgottesdienste. „Am Ende schließt sich eine Sakramentsandacht vor Ort an. Im Anschluss wird der Priester oder Diakon mit den Messdienern stellvertretend das Allerheiligste durch den Ort zurück zur Kirche tragen und den Ort und die Einwohner segnen“, erläutert Marcus Vogler. Abermals verzichten die Gläubigen damit auf die prächtig geschmückten Altäre am Wegesrand der Prozession, auf in tagelanger Arbeit gestalteten Schmuck und Fahnen.

Nur in Amöneburg selbst wird Fronleichnam etwas anders gestaltet werden, wie Vogler berichtet. Dort beginnt der Freiluftgottesdienst um 9 Uhr auf dem Amöneburger Marktplatz. Dort findet zunächst eine Freiluftmesse auf dem Marktplatz statt. An den vier Ecken des Platzes stehen dabei Altäre. Nach der Messe geht der Priester die Altäre der Reihe nach ab, begleitet von den Messdienern. An den Altären folgen die Verkündigung des Evangeliums und der Segen nach den Fürbitten. Danach bringt der Priester das Allerheiligste zurück in die Stiftskirche.

„Wir hoffen alle, dass wir Fronleichnam im nächsten Jahr nun wieder so feiern können, wie wir es gewohnt sind“, blickt Vogler nach vorne.

In ähnlicher Weise wie auf dem Marktplatz von Amöneburg wird auch das zentrale Pontifikalamt von Bischof Dr. Michael Gerber auf dem Domplatz zu Fulda gestaltet werden, teilte das Bistum auf seiner Internetseite mit. Dieses Pontifikalamt wird auch live im Netz unter der Adresse www.bistum-fulda.de übertragen.

Eine Neuerung für die Gemeindemitglieder gibt es allerdings. Denn sie dürfen wieder gemeinsam singen. Ein Grund zur Freude, wie auch Pfarrer Vogler hervorhebt: „Wieder singen zu dürfen ist für uns als Gemeinde und auch für mich als Priester ein wirkliches ,Geschenk’“. Denn die Lieder seien ja nicht nur schöne Melodien, die den Christen seit Jahren vertraut sind, sondern sie seien vertonte Gebete. Er verweist auf St. Augustinus, der schon vor über 1 500 Jahren festgestellt habe: „Wer singt, betet doppelt.“

Von Michael Rinde

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