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Ostkreis Erst die Pflicht und dann die Kür
Landkreis Ostkreis Erst die Pflicht und dann die Kür
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15:55 04.09.2019
Auf den Liegewiesen macht das Kirchhainer Freibad einen fantastischen Eindruck. Die Leitungen unter der Erde sind zum Teil alt und müssen erneuert werden. Quelle: Matthias Mayer
Kirchhain

Ganz blank geht die Stadt nicht in die Sanierung des betagten Bades. Der Landkreis fördert das Vorhaben mit 150.000 Euro und das Land hat über das SWIM-Programm maximal 1.000.000 Euro zugesagt.

„Irgendwann muss man es machen. Da wir nicht in den Bundestopf gekommen sind, streben wir jetzt ein abgestuftes Verfahren an“, sagte Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD). Ziel sei es, mit der technischen Sanierung des Freibades zu beginnen. Ein wichtiger Punkt der technischen Sanierung sei die Auskleidung des 50-Meter-Beckens aus Edelstahl – das sei ein Werkstoff, der 50 Jahre lang halte.

Förderung eines Sprungturms möglich

Nach dem Abschluss der technischen Sanierung könne man im zweiten Schritt das Freibad attraktiver gestalten. Im Wiesbaden sei ihm bedeutet worden, dass unter Umständen die Stadt auch eine Förderung für eine drei Meter hohe Sprung-Plattform bekommen könne. Dafür gebe es allerdings keine Gewähr.

„Wir investieren in unsere Infrastruktur, wir investieren in unser Freibad. Das haben die Anderen nie angepackt“, stellte der Bürgermeister fest.
Hartmut Pfeiffer (CDU) wollte das nicht auf sich sitzen lassen. Bei schwacher Finanzlage habe die Koalition ein marodes Hallenbad am Bein gehabt. „Wir haben gemacht, was wir bezahlen konnten. Das Hallenbad darf nicht unter der Freibad-Sanierung leiden“, sagte der Emsdorfer.

Mörschel: Bäder nicht gegeneinander ausspielen

Professor Erhard Mörschel (CDU) verwies auf die eindeutige Mehrheit, die hinter der Freibad-Sanierung stehe. „Wenn wir jetzt zögern kommen wir nächstes Jahr in die Bredouille“, und nannte die Unterschiedlichkeit der beiden Bäder als Gewinn. Das Hallenbad sei immer voll, habe aber vergleichsweise wenige Familien mit Kindern unter seinen Badegästen.

Das Freibad habe ein 50-Meter-Becken, das von Familien ebenso frequentiert besucht werde wie von Schulklassen, DLRG und Leistungssportlern. Der Nachteil: die manchmal nur zweieinhalb Monate dauernde Freibadsaison. Es sei unsinnig, beide Bäder gegeneinander auszuspielen, sagte Erhard Mörschel unter großem Beifall.

Grüne enthalten sich

Rainer Nau (Grüne) kündigte an, dass seine Fraktion sich der Stimme enthalten werde. Für ihn stünden zwei mangelhafte Punkte einer Zustimmung im Wege: Die Betriebskostenbetrachtung und der Nachweis, dass Schulen und Vereine dort im ausreichenden Maße trainierten. Diese Nachweis sei Voraussetzung für Förderung aus dem Swim-Programm. „Wenn wir Vereine und Schulen ins Freibad schicken, nehmen wir dem Hallenbad das Geld weg“, befürchtete er.

Olaf Hausmann antwortete, dass er eine Verquickung zwischen Freibad und Hallenbad weder sieht noch wünscht. Er teilte mit Blick auf den auslaufenden Vertrag mit der Kirchhainer Bäder Betriebsgesellschaft, die das Hallenbad betreibt, mit, dass es noch keine neuen Verträge gebe.

Keine Gegenstimmen

Michael Nass (SPD) stellte heraus, dass der ehemalige Bürgermeister Jochen Kirchner das Bad schließen wollte - Angelika Aschenbrenner (FDP) habe es als Ruine bezeichnet. Für die SPD sei das Freibad eine unverzichtbare Einrichtung.

„Es ist gut, dass wir Fördermittel bekommen. So können wir jetzt mit den Fördergeldern den Anfang machen. Die Attraktivität des Bades können wir später noch realisieren“, so Michael Nass. Bei drei Enthaltungen wurde die Anpassung des Bauvorhabens genehmigt.

von Matthias Mayer