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Ostkreis Feuerwehr hat neue Heimat
Landkreis Ostkreis Feuerwehr hat neue Heimat
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10:58 27.03.2021
Die Feuerwehr ist bereits ins neue Gerätehaus eingezogen. Eine Vielzahl an Arbeiten haben Wehrführer Manuel Lesch (vorne) und seine Mitstreiter selber erledigt, unter anderem das Pflastern des Hofes.
Die Feuerwehr ist bereits ins neue Gerätehaus eingezogen. Eine Vielzahl an Arbeiten haben Wehrführer Manuel Lesch (vorne) und seine Mitstreiter selber erledigt, unter anderem das Pflastern des Hofes. Quelle: Florian Lerchbacher
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Großseelheim

Die neue Heimat der Freiwilligen Feuerwehr Großseelheim ist so gut wie fertig. Die Brandschützer sind bereits umgezogen, haben mit jeder Menge Eigenleistung zum Gelingen des Projektes beigetragen – und dabei große Unterstützung vonseiten der Bürger und Firmen erfahren, die Geld-, Material- und Sachspenden tätigten oder den fleißigen Mitmenschen einfach mal Verpflegung vorbeibrachten.

Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann freute sich über ein Musterbeispiel an Eigenleistung und stellte heraus, dass die Großseelheimer der Stadt rund 250.000 Euro gespart hätten – also in etwa ein Viertel der Gesamtkosten (das Land steuerte rund 105.000 Euro bei, der Ortsbeirat 3.000 Euro).

Lange Werdegeschichte des Neubaus

Der Rathauschef erinnerte nun, als er sich die neue Heimat der Feuerwehr anschaute, an die lange Werdegeschichte des Neubaus. Die Grundstückssuche hatte bereits im Jahr 2015 begonnen. Ein Jahr später sprach sich der Ortsbeirat für den Standort „Alter Garten“ direkt an der Kreisstraße aus. Zum Spatenstich kam es dann im Jahr 2019 – in das sogar auch noch das Richtfest fiel.

Architekt Jörg Weber betonte, dass die freiwilligen Helfer immer dienstags und samstags im Einsatz waren und sich unter anderem in die Wärmedämmung, den Trockenbau, die Maler- und Tapezierarbeiten, die Elektroinstallation, den Heizungsbau und die Sanitärinstallation eingebracht hätten – mal mit Unterstützung von Fachfirmen, mal hatten die Brandschützer ausreichend Fachwissen in ihren eigenen Reihen.

Beteiligung am Bau stärkt die Identifikation

Der Architekt sprach den Großseelheimern großes Lob aus und ergänzte, dass die Beteiligung am Bau die Identifikation mit dem neuen Unterschlupf zusätzlich stärke: „Ich habe schon viele Projekte begleitet. Aber in Sachen Selbsthilfe war dies einer der Höhepunkte“, resümierte er: „Das ist eine junge Truppe – und es hat super geklappt.“

„Ihr könnte stolz auf eure Leistung sein“, sagte Stadtbrandinspektor Reinhold Bonacker und betonte, dass die Feuerwehr nun eine „adäquate Unterkunft“ habe – und gerade unter der Zusatzbelastung durch die Corona-Pandemie Herausragendes geleistet habe. Wehrführer Manuel Lesch berichtete, dass es spezielle Arbeitsgruppen für die verschiedenen Gewerke gegeben und jeder sich dort eingebracht habe, wo die jeweiligen Stärken liegen. „Das hat alles gut geklappt und lief relativ harmonisch“, lautet sein Fazit.

Großer Schulungsraum mit Zugang zum Hof

Die Zeit des alten Gerätehauses – das die Stadt inzwischen verkauft hat – war sozusagen abgelaufen, beispielsweise war die sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung (also die getrennte Lagerung von Einsatz- und Privatkleidung) nicht möglich. Nun haben die Großseelheimer ein Gebäude, das all diese Anforderungen erfüllt. Für die 32 männlichen und 4 weiblichen Mitglieder der Einsatzabteilung gibt es nun unter anderem getrennte Umkleideräume.

Außerdem steht ein 52 Quadratmeter großer Schulungsraum (mit angrenzender Küche) und direktem Zugang zum (selbstgepflasterten) Hof zur Verfügung. Und auch der Wehrführer hat sein eigenes Büro. Besonders stolz sind die Feuerwehrmitglieder auf die eingebaute Luft-Wärme-Pumpe, über die eine Fußbodenheizung betrieben wird und die sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch die beste Variante sei, wie Weber herausstellt: „Das ist die energetisch optimierte Lösung gewesen.“

Von Florian Lerchbacher

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