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Ostkreis Vollgelaufene Keller im Wohratal
Landkreis Ostkreis Vollgelaufene Keller im Wohratal
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19:00 05.07.2021
Die Landesstraße zwischen Wohra und Langendorf war am Sonntagnachmittag voller Schlamm.
Die Landesstraße zwischen Wohra und Langendorf war am Sonntagnachmittag voller Schlamm. Quelle: Feuerwehr Wohratal
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Wohratal

Fünf Stunden waren alle Ortsteilwehren der Gemeinde Wohratal am Sonntag ab etwa 16 Uhr im Einsatz, um die Schäden eines schweren Gewitters in den Griff zu bekommen. Dieses Mal hatte es die beiden Ortsteile Wohra und Halsdorf mit voller Wucht getroffen. Es fielen, so Angaben der Feuerwehr Wohratal, innerhalb von etwa 30 Minuten rund 50 Liter Regen pro Quadratmeter. Hinzu kamen die gewittertypischen Windböen und im weiteren Verlauf dann auch Schlamm. „Der wurde teilweise von den Hängen auf die Fahrbahnen gespült“, berichtet Martin Denzel, der stellvertretende Gemeindebrandinspektor.

Unter der Leitung des Gemeindebrandinspektors Florian Möbus koordinierte die örtliche Einsatzleitung das Geschehen in den beiden Ortsteilen. Keller waren leerzupumpen. Bei der ehemaligen katholischen Kapelle am Ortseingang von Halsdorf fielen zwei größere Bäume auf die Fahrbahn, die von der Feuerwehr zerlegt und beiseite geräumt werden mussten.

Mithilfe eines Radladers mussten die Wohrataler Feuerwehr und ihre Helfer Schlamm von der Landesstraße von Wohra in Richtung Langendorf holen. Außerdem war die Ortsdurchfahrt von Wohra betroffen. Vor allem ging es für die Feuerwehr aber um das Wasserabpumpen aus Kellern. Größere Gebäudeschäden habe es nicht gegeben, so weit dies erkennbar war. „Aber Geräte wie Waschmaschinen oder Tiefkühltruhen sind dabei sicherlich beschädigt worden“, sagt Martin Denzel. Einsätze gab es unter anderem im Marburger Weg in Wohra und in der Gartenstraße in Halsdorf.

Betroffene helfen sich selbst

Vielerorts hätten sich auch Betroffene, mitunter mit Nachbarn, selbst geholfen, berichtet Denzel. In Langendorf und Hertingshausen habe es dieses Mal keine Einsätze gegeben. Hertingshausen war aufgrund seiner Lage bereits mehrfach von Unwetterfolgen betroffen.

Bis zu 35 Feuerwehrleute waren allein in Wohratal am Sonntag bis 21 Uhr im Einsatz. Unwetterbilanz für den Kreis: Es habe 30 Einsatzstellen im Zusammenhang mit dem Wetter gegeben, 21 davon in Wohratal, berichtet Kreisbrandmeister Stephan Schienbein der OP. „Für uns war es der bisher größte Unwettereinsatz in der laufenden Saison“, bilanziert Martin Denzel. Einsätze hatte es unter anderem auch in Kirchhain-Langenstein und der Kirchhainer Kernstadt gegeben. In Langenstein mussten drei Keller leergepumpt werden, in der Kernstadt war ein Blitz eingeschlagen und hatte einen Zimmerbrand ausgelöst (die OP berichtete).

Von Michael Rinde