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Ostkreis Feuer in Mehrfamilienhaus
Landkreis Ostkreis Feuer in Mehrfamilienhaus
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22:59 19.07.2021
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Rauschenberg

Feudentränen am späten Nachmittag. Als ein Feuerwehrmann mit der braungetigerten Katze auf dem Arm aus dem Haus kommt, können die Besitzer ihr Glück kaum fassen. Der Stubentiger ist wohlauf.
Für die zwei Katzen aus dem zweiten Obergeschoss jedoch kam jede Hilfe zu spät. Dort war es aus bislang unbekannter Ursache gestern Mittag zu einem Brand gekommen. „Als die Feuerwehr eintraf, stand ein Zimmer bereits in Vollbrand“, so Thorsten Wiener, neuer Pressesprecher der Rauschenberger Feuerwehren.

Insgesamt eilten rund 60 Einsatzkräfte aller Rauschenberger Wehren sowie das Drehleiterfahrzeug aus Kirchhain zum Brand in dem Mehrparteienhaus in der Marktstraße. Schon von weitem war eine große Rauchsäule über dem Rauschenberger Ortskern zu sehen.
In dem Haus mit sechs Wohnungen sind laut Polizei sieben Personen gemeldet. Alle konnten in Sicherheit gebracht werden oder sich selbst nach draußen retten. Zwei Menschen (55 und 62 Jahre alt) wurden dabei leicht verletzt. Sie erlitten Rauchgasvergiftungen.
Weil in der Rauschenberger Altstadt die Fachwerkhäuser eng an eng stehen, wurde sicherheitshalber auch das Nachbarhaus evakuiert. Mit einer sogenannten Riegelstellung konnte die Feuerwehr das Übergreifen der Flammen verhindern.
Die Feuerwehrleute mussten den Wohnungsbrand in dem Gebäude vor allem von innen bekämpfen. Insgesamt waren 16 Atemschutzgeräteträger im Einsatz, mancher Angriffstrupp musste mehrmals ins Haus.

„Die Schwierigkeit war, dass noch viele Glutnester dort oben vorhanden waren“, erläutert Wiener. Die Einsatzkräfte mussten die Bodenplatten unter dem Dach herausreißen und Deckenelemente entfernen, um die Glutnester ablöschen zu können. Eine zeitaufwendige und kräftezehrende Arbeit für die Atemschutzgeräteträger.
Am Abend musste die Feuerwehr noch einmal nachalarmieren, weil sich offensichtlich trotz Kontrolle mit Wärmebildkamera Glutnester durchs Gebälk ins Nachbargebäude gefressen hatten. Die Brandnachschau werde die ganze Nacht andauern, verkündete die Feuerwehr am Abend.

 Zur Brandursache und zur Schadenshöhe sind derzeit laut Polizeipressesprecher Martin Ahlich noch keine Angaben möglich. Die Brandursachenermittler der Kripo werden den Brandort untersuchen, sobald ein gefahrloses Betreten möglich ist. Derzeit ist das Wohngebäude laut Feuerwehr einsturzgefährdet.

von Nadine Weigel
und Michael Rinde