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Ostkreis Fällarbeiten zum Ausbau der A49 schreiten voran
Landkreis Ostkreis Fällarbeiten zum Ausbau der A49 schreiten voran
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20:16 19.10.2020
Während der Fällarbeiten zum Weiterbau der A 49 am Montag landete ein Rettungshubschrauber zwischen Niederklein und Stadtallendorf. Quelle: fotos: Tobias Hirsch
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Stadtallendorf

Mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften hat die Polizei auch am Montag wieder die Fällarbeiten zum Weiterbau der A49 im Herrenwald begleitet. Schwerpunkt war diesmal der Geiersberg, ein Waldstück zwischen Stadtallendorf und Niederklein.

Am 18. Tag der Fällarbeiten zum Weiterbau der A49 im Herrenwald wurde heute am Geiersberg zwischen Stadtallendorf und Niederklein gearbeitet. Das Barrio "Gegenüber" wurde von der Polizei geräumt. 

Rund 20 Aktivisten hatten sich am Morgen in dem Waldstück rund um das so genannte Barrio „Gegenüber“ auf Bäumen und am Boden aufgehalten. Der Aufforderung der Polizei, das Gebiet zu räumen, kamen die Aktivisten in gewohnter Manier selbstverständlich nicht nach.

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Vollsperrung während der Fällarbeiten

Stattdessen schallten die altbekannten Rufe wie „ihr zerstört unsere Zukunft“ und „haut ab“ von den Bäumen. Unbeirrt dessen setzen die eingesetzten Polizeibeamten aus Hessen, Nordrhein-Westfahlen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz ihre Arbeit fort. Auch Einheiten der Bundespolizei unterstützen die Arbeiten. Wie schon in den vergangenen Tagen wurden Hebebühnen und spezielle Einsatzkräfte eingesetzt, um die Aktivisten sicher von den Bäumen zu holen. Auch mehrere Blockaden wurden beseitigt. Zeitgleich fällten Waldarbeiter Bäume in den bereits geräumten Arealen rund um das Barrio. Für die Zeit der Fällarbeiten war die Landstraße 3290 zwischen Stadtallendorf und Niederklein voll gesperrt.

Wie bereits am Wochenende flogen auch gestern wieder Steine in Richtung der Einsatzkräfte. Kriminaldirektor Jochen Wegmann, Sprecher der Polizei zur Einsatzlage um den Weiterbau der A49, beobachtet dies mit Besorgnis. „Wir sensibilisieren diesbezüglich unsere Einsatzkräfte damit es nicht zu unnötigen Eskalationen kommt“, sagt Wegmann. Die Sicherheit aller Beteiligten habe weiterhin oberste Priorität.

Am umgekippten Viehwagen angekettet

Auf einem Zufahrtweg zum Geiersberg hatten sich am morgen mehrere Aktivisten in einem umgekippten Viehwagen angekettet. Polizisten befreiten sie aus ihrer selbst auferlegten Zwangslage. Für Aufsehen sorgte gegen Mittag die Landung eines Rettungshubschraubers inklusive Notarzt. Ein Polizeibeamter wurde von einer Wespe in den Mund gestochen und erlitt daraufhin einen allergischen Schock. Ebenfalls um die Mittagszeit besetzten zwei Aktivisten einen Bagger an der Mahnwache „Jesus Point“.

Im Zusammenhang mit der Räumung des Camps durchbrachen am Nachmittag 23 Personen eine Polizeiabsperrung. Acht der Ausbaugegner kletterten in der Folge auf einen Hochsitz und besetzten diesen. Einsatzkräfte nahmen schließlich elf Personen vorläufig fest und leiteten Verfahren wegen des Verdachts des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Landfriedensbruchs ein.

Von Tobias Hirsch