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Ostkreis „Fertigbau-Modul“ als Notlösung
Landkreis Ostkreis „Fertigbau-Modul“ als Notlösung
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15:58 18.08.2020
An der Nordschule steht ein „Fertigbau-Modul“, das eigentlich nur für die Nachmittagsbetreuung gedacht war. Foto: Florian Lerchbacher
An der Nordschule steht ein „Fertigbau-Modul“, das eigentlich nur für die Nachmittagsbetreuung gedacht war. Quelle: Florian Lerchbacher
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Stadtallendorf

Stellen Sie sich vor, für Ihr Kind fing am Dienstag, 18. August, ein ganz neuer Lebensabschnitt an. Nach dem Kindergarten beginnt jetzt quasi der Ernst des Lebens, und es wird eingeschult – doch 24 Stunden vorher war noch immer unklar, wo es eigentlich untergebracht wird.

Okay, an der Nordschule in Stadtallendorf, das steht im Fall von Jasmin Huhn fest. Doch wo soll die Klasse 1c, die ihr Kind besuchen soll, unterkommen? Wo ist ihr Klassenraum?

„Ich weiß nicht mehr weiter“, seufzte die Mutter am Montagmorgen im Gespräch mit dieser Zeitung. Seit Mai stehe fest, dass es an der Nordschule drei erste Klassen – also eine mehr als bisher – geben werde:

„Aber es steht noch immer kein Raum zur Verfügung.“ Es sei ein Unding, dass das Schulamt Anfragen des Elternbeirates nicht beantworte. Und auch die Lehrerin sei schon ganz verzweifelt.

Schwierig, das den Eltern zu vermitteln

Dabei könnte die Lösung so einfach sein, moniert die Stadtallendorferin: „Vor dem Schulgebäude steht ein Container, der sich bestimmt nutzen ließe. Aber laut Schulamt geht das nicht, weil er für die Nachmittagsbetreuung gedacht ist.“

Ein Punkt, mit dem auch Michael Bonnard (Leiter der Schule, die aus den Standorten Nord- und Bärenbachschule besteht) sich schwer tut: Es sei schwierig, Eltern zu vermitteln, dass der Container nicht für Unterricht genutzt werden könne – obwohl er vom gleichen Träger stammt, aber eben für die Betreuung gedacht sei und aus anderen Töpfen finanziert wurde.

Aber die gute Nachricht: Muss er nun auch gar nicht mehr, da am Montagnachmittag noch ein Vor-Ort-Termin stattfand – mit Schuldezernent Marian Zachow und den Beteiligten.

Mehrzweckraum als Klassenraum?

Und am Ende stand die frohe Botschaft, dass die Gruppe sich einigte, wie Kreissprecher Stephan Schienbein mitteilte: Das vorhandene Fertigbau-Modul (der Begriff Container sei unpassend, weil das Modul weit mehr sei als „nur“ ein Container) werde vormittags als Klassenraum und dann nachmittags für die Betreuung genutzt. Ziel sei es, dass der Landkreis noch ein weiteres Fertigbau-Modul anschaffe, der dann künftig ausschließlich als Klassenraum genutzt werden könne.

In der Diskussion war auch schon, ob der vorhandene Mehrzweckraum als Klassenraum genutzt werden könne. Huhn lehnte dies ab, weil der Raum eher eine Aula sei (und ein Ausweichen in die Bärenbachschule sei für Eltern auch nie infrage gekommen). Der Mehrzweckraum wird künftig ebenfalls für die Nachmittagsbetreuung genutzt.

„Dafür fällt die Mittagsverpflegung aus“, ergänzt Schienbein. Es sei in Corona-Zeiten nicht leistbar, dass dort eine koordinierte Essenausgabe für alle Kinder stattfinde. Eltern seien daher aufgerufen, ihren Kinder etwas zu Essen mitzugeben – zumindest vorerst.

Von Florian Lerchbacher

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