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Ostkreis Frau fällt aus mehreren Metern Höhe
Landkreis Ostkreis Frau fällt aus mehreren Metern Höhe
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20:08 21.11.2020
Forstmaschinen räumen gefällte Bäume im Dannenröder Wald aus dem Weg. Das Foto entstand bereits am vergangenen Freitag. Quelle: Michael Rinde
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Dannenrod

​Am Samstagmorgen (21. November) stürzte eine Frau im südlichen Teil des Dannenröder Forstes von einer Plattform, einem sogenannten Skypod. Nach Polizeiangaben befand sich die Plattform in vier bis sechs Metern Höhe. Die Plattform ist Teil eines Baumhaus-Camps.  Lebensgefahr bestehe nicht, so die Polizei, die Frau sei aber schwer verletzt. Ein Rettungswagen hatte sie nach der Erstversorgung in eine Klinik gebracht. Ein angeforderter Rettungshubschrauber konnte witterungsbedingt nicht starten. 

A-49-Gegner erheben im Internet schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Beamte sollen, so eine Aussage des Bündnisses „Wald statt Asphalt“ auf Twitter, auf ein angeblich markiertes Sicherungsseil getreten sein, was deshalb gerissen sein soll. Bereits am vergangenen Sonntag war es zu einem Unfall im Dannenröder Wald gekommen. Eine Frau war ebenfalls aus mehreren Metern Höhe abgestürzt. Ein Polizeibeamter hatte eingeräumt, ein Seil in der Nähe durchtrennt zu haben. Hierzu gibt es weitere Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft, die zuletzt von einem Anfangsverdacht für eine fahrlässige Körperverletzung sprach. 

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Am Samstag erklärte die Polizei den Ort des neuerlichen Unfalls zum Tatort. Herbeigerufene Beamte des Polizeipräsidiums Westhessen und des Landeskriminalamtes (LKA) haben die Ermittlungsarbeiten übernommen. Aussagen zur Unfallursache gibt es, Stand Samstagmittag, von der Polizei bisher nicht. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, so ein Sprecher. Die Polizei hat Zeugen des Geschehens gebeten, sich bei ihr zu melden. Für die Unfallermittlungen wurden bewusst Beamte herangezogen, die nichts mit dem Einsatzgeschehen zu tun haben. 

Im Umfeld des Unfallortes fanden keine weiteren Baumfällarbeiten mehr statt, in anderen Teilen des Forstes gingen die Arbeiten allerdings weiter. Sie sollen auch am Totensonntag fortgesetzt werden. Am Samstagnachmittag kam es zu einem Angriff auf Polizeibeamte im Norden des Forstes. Aus einer Gruppe von bis zu 300 Personen heraus sei mit Pyrotechnik und Zwillen auf die Beamten geschossen worden, so die Polizei am Samstagabend. Es kam zu einigen Festnahmen. Die Polizei stellte einen Rucksack mit Feuerwerkskörpern, Rauchtöpfen und einer Zwille sicher. Bei dem Angriff wurden 14 Polizisten verletzt. Sie erlitten Knalltraumata, Prellungen und Schürfwunden, so berichtet die Polizei. Alle Betroffenen konnten ihren Dienst allerdings fortsetzen. Wie Polizeisprecher Jochen Wegmann auf Twitter berichtete, hatte es vor dem Angriff erneut Gewaltaufrufe im Internet gegeben. 

Die Polizei nahm im Laufe des Tages 46 Personen in Gewahrsam und leitete 20 Ermittlungsverfahren ein. 

Von Michael Rinde