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Ostkreis „Erneuerbare“ decken Bedarf der Stadt
Landkreis Ostkreis „Erneuerbare“ decken Bedarf der Stadt
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00:26 02.11.2018
Die Großseelheimer Biogasanlage Heinrichsthal produziert nicht nur Strom rund um die Uhr, sondern auch Nahwärme für Teile des Ortes.  Quelle: Matthias Mayer
Kirchhain

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen wollte wissen, wie viel Strom in Kirchhain in den Jahren 2016 und 2017 verbraucht wurde und wie viel Strom im gleichen Zeitraum von den Erneuerbaren Energien in Kirchhain erzeugt wurde.

Das vom Bürgermeister vorgestellte Ergebnis ist beeindruckend. Im Jahr 2017 wurden in Kirchhain 58 480 483 Kilowattstunden verbraucht. Praktisch auf dem Kopf die gleiche Strommenge wurde 2017 von den Erneuerbaren Energien produziert: 58 479 118 Kilowattstunden. Damit wurden 2017 100 Prozent des in Kirchhain benötigten Stroms von den Erneuerbaren Energien abgedeckt.

2016 standen in der Stadt dem Verbrauch von 58 162 178 Kilowattstunden 54 257 591 Kilowattstunden Ökostrom gegenüber. Das entsprach einem Anteil von 93,3 Prozent. 2015 lag dieser noch bei 81,8 Prozent.

Windkraft: Ohne die Windkraft wäre diese Erfolgsgeschichte nicht möglich gewesen. Die Windräder produzierten im Jahr 2017 die stolze Summe von 43 920 152 Kilowattstunden, was einem Anteil von 75,1 Prozent entspricht. Die Stadt Kirchhain stieg relativ spät in das Thema ein. Dafür wurden auf dem städtischen Gelände gleichgroße und leistungsstarke Maschinen gebaut.

Im Emsdorfer Feld stehen drei Windkraft-Türme, im Burg­holzer Forst sind es deren fünf. Dazu kommt ein Windrad aus dem Rauschenberger Windpark, dessen Standort sich wenige Schritte auf der Sindersfelder Gemarkung befindet und deshalb der Stadt Kirchhain zugeschrieben wird.

Solarenergie: Die Anzahl der Photovoltaik-Anlagen ist in Kirchhain seit 2007 von knapp über null auf 526 Anlagen gestiegen. Die Stadt hat diese Entwicklung gefördert, indem sie mehrere große Dachflächen für Solaranlagen freigab. Das Ergebnis: 7 011 778 Kilowattstunden wurden 2017 mithilfe der Sonne in Kirchhain erzeugt. Das sind 12 Prozent der Erneuerbaren Energien und damit Platz zwei.

Bioenergie: Mit nur drei Anlagen erreichen die Kirchhainer Biogasanlagen im Jahr 2017 die gleiche Leistung, wie die 526 Photovoltaikanlagen. Dabei hat die Bioenergie allein den großen Vorteil, grundlastfähig zu sein. Sie produziert unabhängig von Wind oder Sonne bei Bedarf 24 Stunden am Tag Biostrom. 7 041 700 Kilowattstunden im Jahr 2017, Platz zwei neben der Solarenergie.

Wasserkraft: Die wohl älteste stromliefernde Energiequelle brachte es 2017 in Kirchhain auf 71 109 Kilowattstunden. Die beiden Kirchhainer Turbinen steuerten 0,1 Prozent vom Kuchen bei.
Zusammen haben die Erneuerbaren Energien im vergangenen Jahr den CO2-Ausstoß um 27 339 Tonnen reduziert.

von Matthias Mayer