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Ostkreis Sechs Tonnen Hilfsgüter sind auf dem Weg
Landkreis Ostkreis Sechs Tonnen Hilfsgüter sind auf dem Weg
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15:59 21.03.2022
Helfer, darunter auch Toni Ahlendorf (rechts) beluden am Freitagnachmittag einen Anhänger mit Spenden.
Helfer, darunter auch Toni Ahlendorf (rechts) beluden am Freitagnachmittag einen Anhänger mit Spenden. Quelle: Michael Rinde
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Wohratal

Zwei kleine Mädchen kommen mit ihrer Mutter direkt an den Anhänger, den mehrere Helfer gerade mit Decken, Kisten und Schlafsäcken füllen. „Die beiden haben diese Stofftiere ausgesucht. Für die armen Kinder in der Ukraine. Habt Ihr dafür noch etwas Platz?“, fragt die Mama in Richtung Helfer.

Natürlich ist Platz und die beiden Kinder strahlen. Am Freitagnachmittag nahmen etwa 30 Helfer im Bürgerhaus Wohratal Hilfsgüter für die Ukraine an. Und die Resonanz war riesengroß, wie die Initiatoren berichten. Die Initiatoren, das sind „DJ Düse“, Luisa Peter, Jens Ratz und der Stammtisch „Komm mach mit, tratsch Dich fit“ und Schausteller Toni Ahlendorf.

Sie alle kennen sich durch das „Festival gegen Krebs“. „DJ Düse“ hatte zusammen mit Luisa Peter die Idee gleich bei Kriegsausbruch. Beide nahmen Kontakt zu Ratz auf und die Dinge entwickelten sich gemeinsam. In der Zusammenarbeit für eine gute Sache haben sie alle schließlich reichlich Erfahrung gesammelt über Jahre.

Es kam die Schausteller-Familie Ahlendorf hinzu, der Stammtisch war sofort dabei, ebenso die Gemeinde Wohratal, die ihr Bürgerhaus bereitstellte. Und eben sehr viele Unterstützer weit über die Gemeinde hinaus. Sogar aus Frankfurt gab es Spenden, die „DJ Düse“ dort abholte.

Viel Unterstützung

Sie warben im Netz wie auch in der OP für ihre Aktion und erhielten sehr zur Freude aller Beteiligten in den vergangenen Tagen genau die Hilfsgüter, die aktuell in der Ukraine nötig sind: Babynahrung, Windeln, Decken und Schlafsäcke zum Beispiel. „Aber auch die so dringend gebrauchten Hygieneartikel wie etwa Zahnbürsten und Zahnpasta“, sagt „DJ Düse“. Toni Ahlendorf stellt Fahrzeug und Anhänger bereit. Am gestrigen Sonntag sollte die Tour an die polnisch-ukrainische Grenze starten.

Ahlendorf und Michael Boller werden die etwa 15-stündige Fahrt übernehmen. Alles ehrenamtlich. Auch die Spritkosten für die Hin- und Rückfahrt sind über Spenden finanziert worden. „Firmen und Privatleute haben uns ganz toll unterstützt“, freut sich Jens Ratz. Bei der eigentlichen Sammelaktion am Freitag habe es mehr Helferangebote gegeben, als sinnvoll eingesetzt werden konnten. Bis zu 50 Helfer hätten sich vorher gemeldet.

Lehrerin Luisa Peter hatte am Donnerstag in der Hinterlandschule in Biedenkopf Spenden eingesammelt und nach Wohratal gebracht. Auch sie ist am Freitagnachmittag überglücklich über den Erfolg der Sammelaktion.

Riesige Resonanz

Damit hätten sie alle nicht gerechnet, zumal sie ja vergleichsweise spät gestartet wären und viele Menschen in der Region schon gespendet hätten, berichtet sie der OP. „Man hat einfach das Gefühl, wenigstens den Kriegsopfern etwas helfen zu können“, freut sich eine Wohratalerin, als sie gerade frisch gewaschene Decken anbringt und in das Bürgerhaus hineinkommt. Auch Apotheken aus dem Landkreis unterstützen, sie geben etwa Verbandsmaterial und rezeptfreie Medikamente.

„DJ Düse“ hat enge Kontakte an die Grenze zwischen Polen und der Ukraine. Nach der Übergabe wird das Material über eine Mitarbeiterin der UN-Organisation Unesco weitergegeben und in die Ukraine transportiert. „Direkt in das Kriegsgebiet. Da können wir natürlich nicht hin“, sagt „DJ Düse“. Alles werde direkt bei den Menschen ankommen, die die Sachen benötigten.

Während des Gesprächs mit der OP reißen die Spenden nicht ab. Eine Familie bringt noch neue Spielsachen. Auch dafür ist noch Platz auf dem Fahrzeug mit Anhänger an diesem Freitag. „Es ist einfach unbeschreiblich, was hier abläuft“, sagt Jens Ratz ein weiteres Mal.

Eigentlich sollten Einsammeln und Packen um 17 Uhr enden. Doch schon früh ist klar, dass die Zeit nicht reichen wird an diesem Freitag. Etwa sechs Tonnen Sachspenden gehen auf den Weg in Richtung Kriegsgebiet und zu Menschen in Not.

Von Michael Rinde

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