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Ostkreis Entsorger hat große Pläne
Landkreis Ostkreis Entsorger hat große Pläne
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13:57 03.05.2021
Bürgermeister Christian Somogyi (von links), Knettenbrech+Gurdulic-Geschäftsführer Steffen Gurdulic, Sprecherin Nadine Kuhnigk, Regionalgeschäftsführer Christian Meret, Geschäftsführer Patrick Gurdulic und erster Stadtrat Otmar Bonacker stellten am Zwischenlager die Planungen vor.
Bürgermeister Christian Somogyi (von links), Knettenbrech+Gurdulic-Geschäftsführer Steffen Gurdulic, Sprecherin Nadine Kuhnigk, Regionalgeschäftsführer Christian Meret, Geschäftsführer Patrick Gurdulic und erster Stadtrat Otmar Bonacker stellten am Zwischenlager die Planungen vor. Quelle: Foto: Michael Rinde
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Stadtallendorf

Es gibt Neuigkeiten in Sachen Stadtallendorfer TNT-Zwischenlager. Seit dem 1. Mai ist das deutschlandweit aktive und auch im Landkreis vertretene Entsorgungs- und Recyclingunternehmen „Knettenbrech+Gurdulic“ Pächter von rund 56 000 Quadratmetern Fläche des gesamten Geländes. Dazu zählen die Zufahrt zum Lagerbereich einschließlich kleinem Verwaltungsgebäude, die großen Lagerhallen und ein Teil der Zwischenlagerfläche für belastete Böden.

Am Freitagnachmittag unterschrieben die Spitzen des Magistrats, Bürgermeister Christian Somogyi und erster Stadtrat Otmar Bonacker und die Geschäftsführung von Knettenbrech+Gurdulic die Verträge. Beide neuen Partner betonten gleich im Anschluss beim Ortstermin, dass sie auf eine langfristige Zusammenarbeit setzen. Wie die OP berichtete, hatte die Stadt die Gesamtfläche des „TNT-Zwischenlagers aufgeteilt und dabei für einen Teil die immissionsschutzrechtliche Genehmigung behalten. Bis Mitte 2024 ist eine Teilfläche für das mobile Betonwerk vorgesehen. Es soll ab Mitte dieses Jahres den Beton für die A49-Bauwerke produzieren.

Mittlerweile ist sehr gut zu erkennen, was auf dieser Fläche entsteht. Erste Silos und Bauwerke stehen. Das Gelände grenzt unmittelbar an die A49-Trasse. Knettenbrech+Gurdulic denken bei der Nutzung ihrer Grundstücksteile langfristig.

Zunächst sei es das Ziel, auf dem Gelände die Basis für die eigenen Fahrzeuge und Mitarbeiter zu schaffen, die in der Region im Einsatz sind. Das Unternehmen hatte die Stadtallendorfer Entsorgungsfirma Mittelstädt übernommen. „Aber auf deren Grundstück können wir uns nicht weiterentwickeln“, erläutert Steffen Gurdulic, Gesellschafter und Geschäftsführer des Unternehmens.

Es geht um insgesamt 25 Fahrzeuge für den Entsorgungsbetrieb plus fünf Fahrzeuge für gewerbliche Abfälle und die entsprechende Zahl der Mitarbeiter. Viele Mitarbeiter kämen aus der Region und müssten derzeit weitere Wege in Kauf nehmen, das werde sich jetzt ebenfalls ändern, erwähnt Gurdulic einen weiteren Vorteil für das Unternehmen. Doch es gibt weiterführende Pläne. Innerhalb der nächsten Jahre will Knettenbrech+Gurdulic auf dem Gelände auch Abfälle aus seinem hiesigen Gebiet sortieren und recyceln. Steffen Gurdulic nennt Verpackungsmaterialien wie auch Altpapier.

Unternehmen plant Recycling

Derzeit fährt das Unternehmen die Abfälle noch über teilweise weitere Strecken, um sie weiterzuverarbeiten. Das sei weder ökologisch noch wirtschaftlich auf Dauer sinnvoll, betont das Unternehmen, das auf Nachhaltigkeit setzen will.

Auf Sicht hat Knettenbrech+Gurdulic die Entstehung eines modernen Recyclingzentrums vor Augen. Dazu zählt beispielsweise eine moderne Altpapierpresse oder auch eine Biomasseverwertung ist denkbar. „Bei allem, was wir tun werden, stimmen wir uns eng mit dem Regierungspräsidium und der Stadt ab“, betont Gurdulic bei allen Ankündigungen.

Ein Teil der Zwischenlagerflächen verfügt über isolierte Böden, das Oberflächenwasser wird gesammelt in eine Zisterne geleitet, bevor es in den Kanal eingelassen werden kann. Relativ kurzfristig könnte auch ein kleiner Wertstoffhof auf der Fläche entstehen. Zunächst wird aber das kleine Verwaltungsgebäude an der Einfahrt des Zwischenlagergeländes hergerichtet.

Bürgermeister Christian Somogyi ist froh und glücklich über den noch ganz frischen Pachtvertrag. „Das Konzept des Unternehmens hat uns alle überzeugt“, sagt er und verweist auf einen einstimmigen Magistratsbeschluss dazu.

Im Juni wird auch das Stadtparlament den Vertrag noch einmal bestätigen. Es hatte der Parzellierung bereits zugestimmt. Wenn die Betonwerkfläche nicht mehr benötigt werde, werde man weitersehen, erklärt Somogyi. Er hatte den hohen Wert dieser Grundstücke für die Stadt in den vergangenen Monaten immer wieder betont, insbesondere aufgrund ihrer Nähe zur Autobahntrasse.

Eine Teilfläche ist weiterhin für Bodenaushub aus dem DAG-Gebiet reserviert. Dort lagern aktuell Böden der HIM von der Baustelle in der Elbestraße. „Es wird weiterhin sichergestellt sein, dass Böden dort sicher zwischengelagert und vor der Entsorgung untersucht werden können“, erneuert Somogyi seine Zusage aus dem Frühjahr.

Von Michael Rinde