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Ostkreis Quantensprung für Emsdorfs Kicker
Landkreis Ostkreis Quantensprung für Emsdorfs Kicker
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16:00 04.05.2021
Die Vorstände Andre Meißner (von links), Jürgen Jüngst, Eckhard Wind (ehemaliger Vorsitzender), Christian Jüngst und Alex Lücke freuen sich über den Umbau des Emsdorfer Fußballplatzes.
Die Vorstände Andre Meißner (von links), Jürgen Jüngst, Eckhard Wind (ehemaliger Vorsitzender), Christian Jüngst und Alex Lücke freuen sich über den Umbau des Emsdorfer Fußballplatzes. Quelle: Florian Lerchbacher
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Emsdorf

Die Begeisterung über ein Projekt des SV Emsdorf ist groß: Dr. Markus Morr vom Landkreis lobt eine „pfiffige Initiative“, Sportkreis-Vorsitzender Carsten Dalkowski macht auch im Namen des Landessportbundes in bester Stehplatz-Manier seiner Freude Ausdruck, und Staatssekretär Stefan Heck spricht von einem „wichtigen Schritt für den Sport und die Region“. Die Rede ist von der Umwandlung des Tennenplatzes – im Volksmund Hartplatz genannt – in einen Rasenplatz. „Das ist ein ganz wichtiges Projekt für uns. Ein Tennenplatz entspricht einfach nicht mehr den Standards“, sagt auch Christian Jüngst vom Vorstandsteam und berichtet, dass er auch schon Fußballer erlebt habe, die auf diesem Untergrund das Spielen verweigert hätten.

Die Arbeiten sind bereits in vollem Gange. 168 000 Euro kostet das Vorhaben. 50 000 Euro steuert das Land Hessen über das Programm „Sportland Hessen“ bei, 15 600 Euro trägt der Landkreis Marburg-Biedenkopf. „Eine wichtige Leitlinie hessischer Sportpolitik ist die bedarfsgerechte und zeitgemäße Ausstattung von Sportstätten. Die Umwandlung eines Tennenplatzes zum Rasenplatz ist eine nachhaltige Investition für den Sportverein Grün-Weiß Emsdorf, aber auch für die gesamte Region und die Sportler“, sagt Heck, Staatssekretär im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport, als er während einer Videokonferenz den Zuwendungsbescheid des Landes an die Grün-Weißen übergibt.

Motoren des Projektes sind der ehemalige Vorsitzende Eckhard Wind und Andre Meißner – seines Zeichens Tiefbauingenieur – vom Vorstandsteam. Angepackt haben aber bereits zahlreiche Vereinsmitglieder, die halfen, den Sand abzutragen und 360 Meter Bordstein zu verlegen. Außerdem kommen zwei Zisternen und eine Bewässerungsanlage mit 20 Rasensprengern in den Boden.

„Fußball ist ein Rasensport“

„Es ist toll, dass sich Mitglieder wie selbstverständlich in die Umsetzung einbringen“, lobt Morr und betont, dass Engagement dieser Art alles andere als selbstverständlich sei: „Aber ohne das ließe sich ein solches Vorhaben in kleinen Vereinen auch nicht umsetzen.“ Ein Unternehmen hat inzwischen Mutterboden aufgebracht, in den Teile des Tennenmaterials und Sand eingefräst werden, um für eine bessere Wasserdurchlässigkeit zu sorgen. Im Mai wird dann der Rasen eingesät. Die Auswahl sei gar nicht so einfach, berichtet Jüngst und erklärt lachend: „Die Rasensamentypen sind so vielfältig wie Bier.“ Die Hoffnung sei, dass ab dem späten Herbst bereits auf dem Rasenplatz gekickt werden könne. Als „Zubrot“ sei übrigens noch eine LED-Anlage vorgesehen. Und dann ist auch ein Ende hämischer Fangesänge vorprogrammiert – denn oftmals sangen Gegner des SVE in Anspielung auf den Hartplatz: „Fußball ist ein Rasensport.“

Von Florian Lerchbacher