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Ostkreis Einstiges Gotteshaus soll „Spielkirche“ werden
Landkreis Ostkreis Einstiges Gotteshaus soll „Spielkirche“ werden
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15:59 02.03.2022
Bischöfin Dr. Beate Hofmann (Mitte) enthüllte das Logo des neuen Projektes, das Marielene Höflich (Leiterin Jumpers Stadtallendorf, vorne, links) und Pfarrerin Katrin Rouwen (vorne, rechts) vor der einst entwidmeten Kirche im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern aller Kooperationspartner präsentieren.
Bischöfin Dr. Beate Hofmann (Mitte) enthüllte das Logo des neuen Projektes, das Marielene Höflich (Leiterin Jumpers Stadtallendorf, vorne, links) und Pfarrerin Katrin Rouwen (vorne, rechts) vor der einst entwidmeten Kirche im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern aller Kooperationspartner präsentieren. Quelle: Florian Lerchbacher
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Stadtallendorf

„Für mich ist das wie ein Traum, der sich erfüllt: Ganz unterschiedliche Menschen treffen sich hier, reden miteinander, lernen voneinander, spielen miteinander, gestalten Leben miteinander.“ Dr. Beate Hofmann, Bischöfin der Evangelischen Kirchen von Kurhessen-Waldeck ist begeistert von einem neuen Projekt, das in der entwidmeten Herrenwaldkirche umgesetzt werden soll und den Namen „Spiel(t)raum“ trägt. Das einstige Gotteshaus soll Begegnungsraum für Menschen unterschiedlicher Altersgruppen sowie verschiedener Herkunft und Religionen werden – und schon jetzt hat es für ein Zusammenkommen gesorgt: Denn für die Umsetzungen haben sich die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, die Kirchengemeinde Herrenwald, der Kirchenkreis Kirchhain, die Jumpers gGmbH und die Familienbildungsstätte Marburg zusammengetan.

Die „Spielkirche“

Entstehen soll eine „Spielkirche“, schließlich ermögliche spielpädagogische Arbeit eine niedrigschwellige Interaktion und einen anderen Zugang zum christlichen Glauben, sagt Pfarrerin Katrin Rouwen, die die Grundzüge des Konzeptes erarbeitet hat. Geplant sei, Spielgeräte so zu gestalten, dass sie auch biblische Themen tragen. Ein Schiffsmodell könne beispielsweise zum abenteuerlichen Spielen dienen, aber auch dazu dienen, die Geschichte der Arche Noah zu erzählen. Ein Kletterbaum könne beim Ausprobieren seiner eigenen Fähigkeiten helfen, aber eben auch den Baum von Zachäus oder den Baum der Erkenntnis darstellen. Der Kirchenraum solle also ein Ort des Erlebens, aber auch ein außerschulischer Lernort werden – mit religionspädagogischem und spielerischem Ansatz.

Bisher ist die im Jahr 2013 entwidmete Kirche dank der Arbeit der Jumpers gGmbH ein Kinder- und Familienzentrum, das für die Menschen im Quartier ausgelegt ist. Doch künftig soll sie über das Konzept „Spiel(t)raum“ Anlaufstelle für Menschen aus der ganzen Region werden. „Wir freuen uns sehr auf die Gemeinschaft“, sagt Jumpers-Geschäftsführer Thorsten Riewesell und spricht von einem „Leuchtturmprojekt“, das über das Quartier hinaus ausstrahlt. „Gemeinsam: leben: lernen“, laute das Motto, das dies auch widerspiegele, ergänzt Dekan Hermann Köhler und freut sich, dass auch die Familien-Bildungsstätte Marburg mit an Bord ist. „Die Idee und das Konzept haben uns von Anfang an begeistert. Wir unterstützen diese innovative Maßnahme gerne mit unseren Bildungsangeboten und der Fachkompetenz unserer Mitarbeitenden“, kommentiert Leiter Kai Abraham.

Musikschule aus Stadtallendorf auch mit dabei

Stadtallendorfs Musikschule – die einzige evangelische Musikschule Deutschlands, wie die Bischöfin herausstellt – soll künftig auch in das Konzept einbezogen werden. Und die momentan im „ConAct“ integrierte Sprachschule werde auch bleiben, fügt Köhler hinzu.

Allerdings muss das einstige Gotteshaus, das sich noch immer im Eigentum der Stadtallendorfer Kirchengemeinde „Herrenwald“ befindet, sowohl baulich als auch energetisch saniert werden. Die Kosten werden sich mit ziemlicher Sicherheit über eine Million Euro belaufen, weiß die Bischöfin: „Wahrscheinlich werden es sogar mehr als zwei Millionen.“ Allerdings gebe es die Hoffnung, auch angesichts des neuen Projektes, Fördertöpfe anzapfen zu können. Die Landeskirche hat eine Planung in Auftrag gegeben, um die Kosten zu ermitteln. Und ein Antrag auf Mitteln aus dem Innovationsfund der Landeskirche ist auch schon gestellt. Die Beteiligten hoffen, den ersten Bauabschnitt im kommenden Jahr angehen zu können.

Die Koordination soll ein Trägerverein übernehmen, der im nächsten Schritt gegründet werden soll. Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck will eine halbe Pfarrstelle zur Verfügung stellen, um das Konzept umzusetzen. Zudem finanziert sie einen Großteil der Planungskosten – an denen sich auch der Kirchenkreis Kirchhain beteiligt, der zudem einen Stellenanteil aus dem „Bereich Kinder- und Jugendarbeit“ bereitstellen will. Weitere Stellenanteile wird Jumpers finanzieren.

Und ein Logo für das neue Projekt gibt es auch schon. Dieses enthüllte die Bischöfin, bevor alle Beteiligten eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichneten.

Von Florian Lerchbacher

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