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Ostkreis Ein Zaun gegen die Zauneidechse
Landkreis Ostkreis Ein Zaun gegen die Zauneidechse
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09:58 12.04.2021
Der Eidechsenzaun auf dem Atmen-Gelände ist rund 450 Meter lang.
Der Eidechsenzaun auf dem Atmen-Gelände ist rund 450 Meter lang. Quelle: Privatfoto
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Amöneburg

Mitarbeiter des Bauhofs haben auf dem Gelände des Atmen-Projektes einen rund 450 Meter langen Eidechsenzaun aufgestellt. Dieser soll verhindern, dass die Zauneidechse einen einst als Schwimmteich geplanten Bereich besiedelt – das Gebiet soll schließlich nach einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung entgegen der ursprünglichen Planungen mit Erde verfüllt werden, wie Bürgermeister Michael Plettenberg erklärt. Ziel sei es, die Kosten zu reduzieren und zusätzliche Einnahmen zu akquirieren. Das Errichten des Zauns sei im Rahmen der naturschutzrechtlichen Begleitung des Projektes angewiesen worden, ergänzt der Rathauschef und berichtet, dass die Stadt das entsprechende Material gekauft habe – und plane, es später wieder zu verkaufen.

Platz für weitere 20 000 Kubikmeter Erde

Zum Zwischenstand des Verfahrens erklärt Plettenberg, dass sich die Stadt mitten in den Planungen befinde, um einen Änderungsantrag beim Regierungspräsidium in Gießen einzureichen. Wenn dieser genehmigt sei, könne die Kommune das Verfüllen des einst als Schwimmteich geplanten Teilstücks ausschreiben. Dann sei Platz für weitere rund 20 000 Kubikmeter Erde. Plettenberg hofft, dass sich ein Bauunternehmer aus der Region findet, der sich des Projektes annehmen und Stück für Stück Material von Baustellen einbauen will. Auf Nachfrage dieser Zeitung ergänzt er, dass auch der Unternehmer wieder ein Angebot unterbreiten könne, der bisher für das Verfüllen des Geländes zuständig war – der aber in den vergangenen Monaten im Kreuzfeuer der Kritik gestanden hatte.

Der Bürgermeister geht davon aus, dass derjenige, der den Zuschlag erhält, auch ordentlich Zeit bekommt, geeignetes Material zu beschaffen und die Umsetzung Stück für Stück zu erledigen. Es gebe schließlich auch keinen zeitlichen Druck, da die Frage der Nachnutzung ohnehin noch nicht geklärt sei.

Er schätzt, dass die Frage frühestens im Jahr 2024 geklärt werden könne. Nun gelte es, die konstituierende Sitzung der Stadtverordnetenversammlung abzuwarten und dann bei den Fraktionen die verschiedenen Meinungen und Positionen abzufragen. Dabei ist sich Plettenberg durchaus bewusst, dass das Thema in den vergangenen Jahren kritisch beobachtet und kontrovers diskutiert wurde und insbesondere zwischen den Fraktionen und ihm für Streit gesorgt hatte – das ging sogar so weit, dass eine Art Mediation initiiert wurde, über deren Verlauf beziehungsweise Erfolg oder Misserfolg anschließend allerdings ebenfalls Unstimmigkeit bestand. „Es gilt nun zu finden, was man will“, resümiert Plettenberg: „Wenn die Stadtverordnetenversammlung nach der konstituierenden Sitzung ins Arbeiten kommt, dann sollten wir uns zusammensetzen und schauen, wer welche Ideen hat und Interessen vertritt.“

Von Florian Lerchbacher