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Ostkreis E-Biker können Tankstelle immer noch nicht nutzen
Landkreis Ostkreis E-Biker können Tankstelle immer noch nicht nutzen
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16:58 04.04.2021
Die E-Bike-Tankstelle am Bahnhof Kirchhain sollte schon im Juli repariert werden – das ist bisher nicht geschehen.
Die E-Bike-Tankstelle am Bahnhof Kirchhain sollte schon im Juli repariert werden – das ist bisher nicht geschehen. Quelle: Andreas Schmidt
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Kirchhain

Vergangenen Juli hatte Reiner Priemer quasi ein „Schlüsselerlebnis“ in Kirchhain: Mit dem letzten bisschen Strom im E-Bike-Akku radelte er zum Kirchhainer Bahnhof. Denn er wusste, dass es dort eine E-Bike-Ladestation gibt. Doch die gewähnte „Rettung“ gab es nicht: Die drei Fächer der Ladestation waren verschlossen, die Steckdosen zum Laden des Rads nicht zu erreichen (die OP berichtete).

Der Gedanke hinter der Ladestation ist sehr gut: E-Bike-Fahrer pendeln mit ihrem Rad zum Bahnhof, schließen den Akku in einem der Fächer an den Strom an und fahren mit dem Zug zur Arbeit. Wenn sie zurückkommen, ist der Stromspeicher kostenlos vollgeladen – und sie können nach Hause radeln.

Funktion wie Spinde

Die Fächer der Ladestation am Kirchhainer Bahnhof funktionieren wie beispielsweise Spinde im Schwimmbad: Von außen steckt der Schlüssel – wer den Akku laden möchte, öffnet das Fach, wirft auf der Innenseite ein Ein- oder Zwei-Euro-Stück als Pfand ein und kann das Fach dadurch abschließen. Beim Ortstermin der OP im Juli war der Schließzylinder des oberen Fachs zerstört, im zweiten Fach hatte jemand einen Euro eingeworfen und den Schlüssel mitgenommen – das Fach war jedoch leer, wie Benjamin Beule vom Ordnungsamt der Stadt Kirchhain sagte. Und die dritte Klappe ließ sich nicht öffnen, da der Schlüssel im Schloss abgebrochen war.

Beule bestätigte, dass es nicht zum ersten Mal zu Problemen mit der Ladestation gekommen sei – und versprach Abhilfe, die Stadt wolle im ersten Schritt die Schlösser erneuern und sich dann beim Hersteller der Station informieren, „ob es vielleicht eine andere Möglichkeit des Zugangs gibt“, sagte Beule damals. Denkbar sei eventuell eine Lösung per App oder Ähnlichem.

Seither ist „nichts“ passiert

Doch was ist seither passiert? „Nichts“, sagt Reiner Priemer. Denn der Stausebacher war kürzlich wieder am Bahnhof – zum Glück diesmal offenbar mit ausreichend Strom im Akku. „Der äußerliche Stand ist wie im alten Jahr ohne Funktion. Schade, denn die Saison hat bei diesem Wetter längst begonnen.“ Die damals versprochene Lösung „muss wohl eine mit einer sehr langen Kette sein, denn passiert ist definitiv nichts“, ärgert er sich.

Die Ladestation „ist und bleibt offenbar eine schöne Werbesäule ohne Nutzen“ – besser wäre jedoch, wenn E-Biker ihren Akku dort auch Laden könnten. „Dass nichts passiert ist, ist schon schwach, denn draußen sieht man einen E-Biker nach dem anderen. Die würden sich bestimmt freuen, am Bahnhof mal aufladen zu können.“

Schließanlagen müssen erneuert werden

Warum ist also nichts passiert? Dazu sagt Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann: „Tatsächlich ist das Thema, dass dort die Schließanlage erneuert werden muss, liegen geblieben“, gibt er zu. Es habe offenbar „Abstimmungsprobleme zwischen zwei Abteilungen“ gegeben, noch dazu sei ein Kollege dort erkrankt, „dadurch ist der Austausch leider nicht weiterverfolgt worden", sagt der Bürgermeister. Von daher danke er dafür, dass mit dem Anruf die Thematik wieder ins Rollen komme.

„Ich gehe davon aus, dass die Sache in den kommenden vier Wochen erledigt ist“, spätestens also bis Anfang Mai. Mit dem Schlössertausch alleine sei es jedoch nicht getan: „Wir werden generell an unserem Konzept für die E-Mobilität arbeiten – und zwar mit Ladestationen sowohl für Autos als auch für Fahrräder. Dabei werden wir das Thema berücksichtigen.“ Der Schlössertausch sei aber „auf die Schnelle die Lösung“.

Von Andreas Schmidt

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