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Ostkreis Division hilft beim Betrieb von Test-Centern
Landkreis Ostkreis Division hilft beim Betrieb von Test-Centern
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21:28 02.04.2020
Herrenwaldkaserne, Stadtallendorf. Quelle: Tobias Hirsch
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Stadtallendorf

Natürlich hat sich auch der Alltag der Division Schnelle Kräfte komplett verändert. Es ist ein Spagat zwischen dem zwingend gebotenen Erhalt der Einsatzfähigkeit, der Bereitschaft, jederzeit beim Kampf gegen den Virus Covid-19 zu unterstützen, und dem Schutz der Soldaten vor Ansteckung. Divisionskommandeur Generalmajor Andreas Hannemann hat es in einer Presseerklärung der DSK so definiert: „Unsere Soldatinnen und Soldaten sind gleich in mehrerlei Hinsicht betroffen, als Teil der Hilfskette, die jetzt dringend benötigt wird, als Bürger, die sich wie alle anderen schützen müssen, und natürlich als Familienangehörige, die oft weit weg von der Familie ihren Dienst versehen und sich um Partner und Kinder Sorgen machen.“

Am Divisionsstandort Stadtallendorf tagt bereits seit Längerem ein eigenes Lagezentrum, das bei Bedarf rund um die Uhr handlungsfähig wäre. Sei es in Sachen Amtshilfe oder sei es für Soldaten im Einsatz beispielsweise. Eine Kernaufgabe der Division sind militärische Evakuierungsoperationen für Deutsche im Ausland, sollten sie denn erforderlich sein und von der Politik angeordnet werden. Zugleich befinden sich Soldaten der Division unverändert in Auslandseinsätzen. Eine ganz eigene Herausforderung in den Zeiten von Corona. Hinzu kommt, dass die DSK ab Juli die sogenannte European Battlegroup stellen wird und nach wie vor auch für den Such- und Rettungsdienst der Bundeswehr aus der Luft (abgekürzt SAR) verantwortlich ist.

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In Hessen gibt es bisher keine Amtshilfeersuchen an die Bundeswehr, wie ein Sprecher der Division gegenüber der OP erläuterte und wie es auch auf einer Internetseite der Bundeswehr zu ersehen ist. An anderer Stelle sind Soldaten der Division allerdings bereits im Hilfseinsatz im Inneren: Schwerpunkt ist dabei das Saarland. Dort haben Fallschirmjäger der Division bisher drei Corona-Teststationen errichtet und unterstützen auch bei deren Betrieb. Bei diesen „Drive-through-Probeentnahmestellen“ brauchen die Betroffenen nicht aus ihren Fahrzeugen zu steigen.

Ferner hat die Division in Calw einen bewachten Platz für ein Materiallager bereitgestellt. Dort werde „kritisches Material“, also etwa Schutzausrüstung, gelagert. Es gibt weitere Ersuchen um Amtshilfe innerhalb der erlaubten Grenzen für Bundeswehreinsätze im Inneren. „Wenn die Politik uns braucht, stehen wir mit unseren Männern und Frauen und mit entsprechendem Material bereit“, unterstreicht Divisionskommandeur Hannemann. Das Motto der DSK – „einsatzbereit, jederzeit, weltweit“ – schließe eben natürlich auch Hilfe für die Bürger im Inland ein. Daher habe die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft höchste Priorität.

Auch am Standort Stadtallendorf ist der Alltag in der Kaserne längst ein anderer. Zahlreiche Soldaten des Stabes arbeiten im Homeoffice, sprich von zuhause aus. Besprechungen gibt es, wenn sie nicht per Telefon oder Videoschalte möglich sind, nur in entsprechend großen Räumen, alles, was nur denkbar ist, erfolgt auch in der Kaserne komplett kontaktlos. In Stadtallendorf ist außer den Stabseinheiten der Division noch die 4. Kompanie des Versorgungsbataillons 7 aus Unna stationiert. Zur DSK gehören etwa 12 000 Soldaten, darunter auch niederländische Soldaten der 11. Luchtmobielen Brigade. Die DSK hat Standorte in sieben Bundesländern. Ob es am Standort Stadtallendorf Corona-Erkrankungen gab oder zumindest Verdachtsfälle, kommuniziert die Bundeswehr nicht. Es gibt keine Angaben zu einzelnen Standorten, lediglich Gesamtzahlen.

Von Michael Rinde

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