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Ostkreis Ein „alter Bekannter“ kehrt zurück
Landkreis Ostkreis Ein „alter Bekannter“ kehrt zurück
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20:57 26.03.2022
Brigadegeneral Dirk Faust (links) übernimmt die Truppenfahne vom Kommandeur Einsatz, Generalleutnant Johann Langenegger, rechts der bisherige Kommandeur Generalmajor Andreas Hannemann.
Brigadegeneral Dirk Faust (links) übernimmt die Truppenfahne vom Kommandeur Einsatz, Generalleutnant Johann Langenegger, rechts der bisherige Kommandeur Generalmajor Andreas Hannemann. Quelle: Michael Rinde
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Stadtallendorf

Der „Neue“ war gestern morgen sichtlich glücklich. „Es ist ein großartiger Tag. Das war meine Wunschverwendung“, sagte ein strahlender Brigadegeneral Dirk Faust vor dem Übergabeappell.

Faust ist der Nachfolger von Generalmajor Andreas Hannemann als Kommandeur der Division Schnelle Kräfte (DSK) mit Sitz in Stadtallendorf. Damit unterstehen Faust von jetzt an 12.000 Bundeswehrsoldaten und 2.100 niederländische Soldaten der 11. Luchtmobielen Brigade.

Für Faust ist es das zweite Mal, dass er in Stadtallendorf stationiert ist. Er war bereits von 2011 bis 2013 dort Stabsoffizier. Und seine Erinnerungen an diese Zeit sind denkbar positiv. „Hier fühlt man sich schnell zu Hause“, sagt er in einem kurzen Statement gegenüber der OP.

Faust weiß, dass er in besonderen Zeiten Kommandeur dieser besonderen Division wird. Deshalb unterstreicht er auch gleich die Fähigkeiten der Division bei einer zentralen Aufgabe. Was die Division im Einsatz leisten könne, habe sie in Kabul bei der Evakuierungsoperation gezeigt. „Aber wir sind genauso gut auf die Landesverteidigung ausgerichtet“, betont er.

Für seinen Vorgänger Hannemann war es ein Tag der persönlichen Bilanz über seine etwa drei Jahre währende Zeit als Divisionskommandeur. „Wir hatten kaum etwas zu tun“, kommentierte Hannemann in der ihm eigenen Ironie nach der Aufzählung von Ereignissen wie der Evakuierungsoperation, der Zeit European Battlegroup oder der Amtshilfe bei der Corona-Pandemie oder der Hilfe bei der Flutkatastrophe an der Ahr. Dort retteten allein die Luftlandespezialisten und Rettungsflieger der Division rund 150 Menschenleben während der ersten Stunden.

Hannemann ging beim Übergabeappell noch einmal auf die zurückliegenden Vorgänge beim Kommando Spezialkräfte (KSK) ein, dessen Auflösung sogar im Raum stand. Einige rechtsradikale Soldaten und das Verschwinden von Munition waren Auslöser für einen „Tsunami“, eine Kompanie wurde aufgelöst.

Hannemann verurteilte die rechtsradikalen Vorfälle aus der Vergangenheit erneut. Aber: „Weil es in Calw einige rechtsradikale Kräfte gab dem Verband insgesamt rechtsradikale Mentalität zu unterstellen, ist ein Skandal.“ Dort zeigten viele Menschen großen Einsatz.

Es geht um die Wehrfähigkeit

Die Kommandoübergabe vollzog Generalleutnant Johann Langenegger, der Kommandeur Einsatz und stellvertretende Inspekteur des Heeres. Langenegger stellte die aktuelle Weltlage heraus, der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine nahm breiten Raum seiner Rede ein.

In diesen Tagen erlebten alle konkret, was Landes- und Bündnisverteidigung bedeute. „Spätestens jetzt wird klar, es geht um nicht weniger als die Wehrfähigkeit unseres Landes im Bündnis“, so Langenegger. Dass eine Vollausstattung der Bundeswehr notwendig sei, werde nicht nur in der Politik, sondern auch von der Mehrheit der Bevölkerung anerkannt.

Langenegger würdigte den scheidenden und begrüßte den neuen Divisionskommandeur. Brigadegeneral Dirk Faust verfügt über reichlich Einsatzerfahrung in unterschiedlichen Positionen. Seine Zeit als Offizier der Bundeswehr begann als Panzergrenadier, bevor er „zum Fallschirmjäger mutierte“, wie es Langenegger ausdrückte. Faust führte unter anderem die Saarland-Brigade, die Luftlandebrigade 1 in Saarlouis.

Am Übergabeappell nahm auch der höchste Offizier der Bundeswehr, Generalinspekteur Eberhard Zorn, teil, allerdings lediglich als Gast und als früherer Divisionskommandeur.

Alle Truppenteile der Division waren mit Abordnungen vertreten, darunter auch die niederländische Brigade oder die rumänische 81. mechanisierte Brigade, mit der die Division eng verbunden ist.

Dirk Faust

Der 55-jährige Brigadegeneral Dirk Faust trat 1986 in die Bundeswehr ein. Er ist verheiratet und hat vier Kinder. Faust war unter anderem in Wetzlar, Neustadt, Hagenow oder in Saarlouis stationiert und arbeitete auch im Verteidigungsministerium. Auslandseinsätze, auch für die Vereinten Nationen, führten ihn nach Somalia, Liberia, in den Kosovo und nach Afghanistan.

Von Michael Rinde

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