Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis 1.300 Jahre werden gefeiert
Landkreis Ostkreis 1.300 Jahre werden gefeiert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:50 14.06.2021
Was für eine Kulisse! Der Festkommers an der Schlossruine wurde live ins Internet gestreamt, damit viele Menschen daran teilhaben konnten.
Was für eine Kulisse! Der Festkommers an der Schlossruine wurde live ins Internet gestreamt, damit viele Menschen daran teilhaben konnten. Quelle: Nadine Weigel
Anzeige
Amöneburg

1300 Jahre Amöneburg: Der später heiliggesprochene angelsächsische Missionar Bonifatius gründete im Jahr 721 unterhalb der heutigen Amöneburg in „Amanaburch“ eine Klosterzelle. So wird im Jahr 2021 in der Stadt auf dem Berg ein stolzes Jubiläum gefeiert.

Trotz Corona-Beschränkungen ließen es sich die Veranstalter nicht nehmen, am Sonntag den digitalen Festkommers wenigstens teilweise in Präsenz stattfinden zu lassen. Neben den Akteuren auf einem Podium im historischen Zwinger im Schatten der Schlossruine waren 100 Gäste aus Kommunalpolitik und Vereinen zugelassen. Alle anderen mussten die Feier im Livestream verfolgen.

Gottesdienst auf dem Marktplatz

Zuvor hatte bereits der Gottesdienst mit Bischof Dr. Michael Gerber auf dem Marktplatz der Stadt stattgefunden. 200 Menschen hatten daran teilgenommen. An der Spitze der illustren Gästerunde in der von hr-Reporter Jochen Schmidt moderierten Podiumsrunde waren anschließend der Bischof sowie in Vertretung von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) Staatssekretär Dr. Stefan Heck (CDU) bei strahlendem Sommerwetter nach Amöneburg gekommen.

Mit einem Gottesdienst und einemFestkommers feierten die Amöneburger ihr Jubiläum.

Die Erinnerung an den Missionar Bonifatius stand im Mittelpunkt der Feierlichkeiten. „Ein Element der Christianisierung begann mit Bonifatius 721 auf der Amöneburg“, sagte Michael Gerber, der katholische Landesbischof. Bonifatius habe vor 1300 Jahren von Amöneburg Energie und Mut für seinen späteren Lebensweg bekommen, in dessen Folge auch die Gründungen von Fritzlar und Fulda standen.

Gäste bringen Ehrungen für die Stadt mit

Und auch eine leibhaftige Verkörperung des Heiligen war beim Festkommers auf einer Bühne anwesend: Christian Schöne, Hauptdarsteller des Musicals „Bonifatius“, sang zwei Songs. Mit wallendem Haar, Vollbart, langem weißem Gewand, Bibel, Kreuz und kraftvoller Stimme sang er unter anderem „Gib mir Kraft Herr, Deinen Namen in jedes Herz zu schreiben“ – ein Lied, das seine Mission im 8. Jahrhundert nach Christus deutlich machte. Schöne will die Rolle des Bonifatius herunterbrechen auf die Menschlichkeit und sie mit seinem Herzen und seiner Seele fühlen.

Dieses Jahr wird die Amöneburger Variante des vor zwei Jahren in Fulda uraufgeführten Musicals coronabedingt nicht wie geplant in der Stadt auf dem Berg aufgeführt. Dafür ist das Musical mit einem Mix aus Profis und Laiendarstellern fest für 2022 eingeplant. Musik gab’s auch vom Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Mardorf.

Die Bezüge zu Amöneburg

Von Bürgermeister Michael Plettenberg (parteilos) über Stadtverordnetenvorsteher Jochen Splettstößer (CDU) bis hin zum Amöneburger Ortsvorsteher Dennis Stein (AWG) spannte sich der Reigen derer, die über ihre Bezüge zu Amöneburg berichteten.

Dazu gesellte sich auch der derzeitige Landespolitiker Stefan Heck, der sich als Bürger des Stadtteils Mardorf outete, der allerdings auch seine komplette Schulzeit in der Stiftsschule Amöneburg verbracht habe. So war der Bogen wieder zum Bischof geschlagen, der die besondere Rolle der Stiftsschule als herausragenden Bildungsstandort im Bistum Fulda hervorhob.

Amöneburg bekommt die Ehrenplakette

Doch es gibt auch andere Aspekte Amöneburgs. „Es ist einer der besondersten Orte im Landkreis“, meint Landrätin Kirsten Fründt. Das betreffe die herausgehobene Lage ebenso wie die Vielzahl von Naturschutz-Flächen und den tollen Blick ins Ohmtal. „Nach einem anstrengenden Tag begebe ich mich gerne nach Amöneburg hoch zur alten Stadtmauer und komme dort total zur Ruhe“, sagte Fründt.

Sie verlieh Amöneburg die Ehrenplakette des Landkreises Marburg-Biedenkopf, Heck brachte die Freiherr-vom Stein-Ehrenurkunde mit, zudem gab es Online-Grüße der Partnergemeinden aus Italien, Frankreich und Österreich sowie der befreundeten sächsischen Stadt Stolpen.

Von Manfred Hitzeroth und Nadine Weigel