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Ostkreis Wie wird man eigentlich Influencerin?
Landkreis Ostkreis Wie wird man eigentlich Influencerin?
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19:00 26.10.2019
Die Influencerin Sara Desideria sprach während des Herbstmarkts in Stadtallendorf über ihren Beruf. Quelle: Michael Rinde
Stadtallendorf

Influencer in den sozialen Netzwerken sind – wenn sie einen genügend großen Stamm an Followern haben – von Unternehmen stark gefragt. Die Idee hinter dem Geschäftsmodell: Influencer berichten etwa auf Youtube über Produkte, testen diese – und bekommen die Produkte dann nicht nur kostenlos zur Verfügung gestellt, sondern werden sowohl von Youtube über Werbe­einblendungen als auch von Unternehmen bezahlt.

Dieses Geschäftsmodell begeistert auch Sara Desideria: Lange lebte sie in Stadtallendorf, absolvierte eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau in Kirchhain beim Holzland Jung – und fing als 16-Jährige im Jahr 2012 mit ersten Videos auf Youtube an.

Fünf Jahre später machte sie ihr Hobby zum Beruf und ist damit sehr erfolgreich: Auf Youtube hat die junge Frau rund 500.000 Follower, auf Instagram begeistern sich etwa 200.000 User für die Beiträge der Influencerin, die mittlerweile in Berlin lebt.

„Ich habe mir die Community über sieben Jahre lang aufgebaut – und sie wächst stetig weiter“, sagt sie im Gespräch. Wichtig dabei seien neben Geduld „vor allem viel Zeit – und man muss aktiv sein und regelmäßig posten“, sagt sie. Dreimal die Woche veröffentlicht sie neue Videos, die sie alle selbst dreht.

Vom Adventskalender bis zur China-Bademode

Mittlerweile hat die gebürtige Stadtallendorferin so viele Follower, dass sie sich nicht immer unerkannt in der Öffentlichkeit bewegen kann. „Ich ­werde schon oft erkannt“, sagt sie – das sei zwar manchmal stressig, „aber ich nehme mir schon die Zeit für meine Fans“. Und dann posiert sie mit den Followern gerne für Selfies – so wie auch am Sonntag in Stadtallendorf. Doch die Zeit, bevor sie bekannt wurde, vermisst sie nicht: „Ich hänge ja auch privat sehr oft am Handy“, sagt sie lachend.

Doch wie findet Sara Desideria ihre Themen? Derzeit testet sie auf ihrem Youtube-Kanal beispielsweise verstärkt Adventskalender. Nicht die mit Schokolade – sondern die mit Kosmetikprodukten. „Adventskalender liegen voll im Trend, weil man dabei sparen kann – das ist ja das Nonplusultra“, erläutert die Influencerin. „Die Leute ­wollen immer den besten Adventskalender bekommen – deshalb sage ich zu jedem Produkt meine ehrliche Meinung.“

Mode, Beauty und Lifestyle sind ihre Themen – und an denen lässt sie ihre Fans teilhaben. Dabei testet Sara Desideria unglaublich viel: von der dekorativen Kosmetik über in China bestellte Bademoden als Alter­native zu den Marken- und Designerstücken. Oder sie zeigt auch ihre „Abendroutine“ vom Gassigehen mit ihrem Hund über Abschminken und Kochen bis hin zum Einkuscheln mit Freund und Hund im Bett.

"Man sollte auf jeden Fall viel Zeit mitbringen"

Doch gibt es etwas, wofür sie ihren Namen nicht hergeben würde? „Ja, in der Tat. Denn es gibt sogenannte SMS-Abofallen – für eine solche Promotion hat man mir einmal sehr viel Geld geboten. Aber das ist für mich ein absolutes No-Go – Abzocke ist mit mir nicht zu machen“, sagt Sara Desideria. 

Wo sie sich in zehn Jahren sieht, kann die Youtuberin noch nicht sagen – künftige Projekte gebe es zwar, „aber über die darf ich noch nicht sprechen“. Einen großen Trend hat sie jedoch schon ausgemacht: „Es geht in Richtung Familie und Blogs rund um Schwangerschaft und Familie.“

Welche Top-Tipps hat der Social-Media-Profi für angehende Influencer? „Man sollte auf jeden Fall viel Zeit mitbringen, dann muss man aktiv sein – und das Wichtigste an der ganzen Sache ist, dass man die richtigen Themen findet.“
Übrigens, was bedeutet ihr Name „Desideria“?

„Das ist kein Künstlername, sondern mein echter Zweitname“, sagt die Influencerin. Er stamme aus dem Fernsehfilm „Der Ring des Drachen“ aus den 90ern. „Dort gab es eine Prinzessin Desideria – mein Vater wollte mich nur so nennen, meine Mutter hat gesagt, dass dann auch Sara dazu muss.“

von Andreas Schmidt