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Ostkreis Blaue Bällchen und rote Kreuze
Landkreis Ostkreis Blaue Bällchen und rote Kreuze
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09:07 11.07.2020
Eine Schwimmerin zieht ihre Bahnen im Kirchhainer Freibad. Quelle: Fotos (3): Michael Rinde
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Kirchhain

Im Kreis stehen in diesem Jahr 15 Freibäder einschließlich des privat betriebenen Niederweimarer Sees für Badefreuden unter freiem Himmel zur Verfügung. Diese Freibadsaison verläuft allerdings unter ganz anderen Voraussetzungen. Die Corona-Pandemie zwingt die Betreiber zu besonderen Hygienekonzepten und teilweise auch zu Zugangsbeschränkungen an Hochsommer-Tagen.

Wie sehen diese Konzepte in der Praxis aus und wie steht es bei allen Vorschriften trotzdem um den Freizeitspaß in den Bädern?

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Vor dem Gang ins Kirchhainer Bad stehen ein blaues Bällchen und ein kleiner Zettel. Auf dem Zettel stehen die persönlichen Daten, das Bällchen dient dem Überblick über die Zahl der Gäste im Kirchhainer Freibad. Am Eingang steht am Dienstagnachmittag Marianne Aichele parat. Sie nimmt ausgefüllte Formulare entgegen oder gibt Saisonkarten aus, die Stammgäste des Bades beantragt haben.

Viel ist angesichts des Wetters nicht los – es ist eher wolkig als heiter bei 20 Grad. Zwischen zehn und maximal fünfzehn Badegäste ziehen ihre Bahnen, planschen nahe am Beckenrand oder springen, wie der kleine Karl und seine Schwester Camilla, vom Ein-Meter-Brett mit Schwung ins Wasser. Vieles ist wie gewohnt im Freibad Kirchhain, aber manches als Folge der Corona-Pandemie eben doch anders.

Die Stadt Kirchhain hat wie andere Städte und Gemeinden ihr eigenes Hygienekonzept entwickelt und umgesetzt, um Badbesucher zu schützen. Zu den Bällchen und der strikten Verfolgung der Besucherzahlen (siehe Checkliste) kommt eine klare Wegführung über das Gelände. Menschen dürfen sich eben nicht zu nahe kommen. Es gibt dafür reichlich Schilder, die zu Eingang und Ausgang führen. Auf dem Weg zum Beckenrand geht es etwa durch eine der Duschen.

Neue Badegäste kollidieren nicht mit denen, die das Bad verlassen. Es gibt reichlich Platz zwischen Eingang und Ausgang. Drängelgitter trennen die Besucherströme an vollen Tagen.

An vielen Stellen finden sich die Hinweisschilder auf den vorgeschriebenen Mindestabstand. Der liegt bei anderthalb Metern und sollte im eigenen Interesse wie auch im Interesse der Allgemeinheit tunlichst eingehalten werden. Es gibt zudem kreative Lösungen, um auch dem Letzten klarzumachen, dass Abstandhalten eben Pflicht ist.

Auf dem großen Gelände des Freibades stehen zahlreiche Sitzbänke. Damit sich dort keine drei oder gar mehr Besucher bei Bedarf aneinanderquetschen, gibt es große Plastikfolien mit einem aufgeklebten Kreuz darauf. Am Rand der Bänke ist genug Platz, um sich hinzusetzen. Mit Abstand eben. „Das hat die Stadt Kirchhain alles sehr gut gemacht“, sagt Eberhardt Mörschel, an diesem Dienstag nur einfacher Badbesucher, ehrenamtlich auch CDU-Stadtverordneter in Kirchhain. Er fühle sich rundum sicher.

Das bestätigt auch Marianne Schmitz, ihres Zeichens auch Stammschwimmerin. Sie habe ungeduldig auf den ersten Badetag gewartet. Jeden Tag sei sie im Freibad, wenn es nicht gerade in Strömen regne. Sie fühle sich gut aufgehoben, die Aufsicht habe auch einen guten Blick dafür, wenn sich Leute denn doch zu nahe kämen oder Abstände auf den Liegewiesen zu kurz gewählt seien. An diesem Dienstag ist das bei gerade einmal 20 Grad allerdings überhaupt kein Thema. Alle Liegewiesen sind leer, die Besucher verteilen sich in Nähe der Beckenränder.

Es ist in jeder Hinsicht eine besondere Saison für das Kirchhainer Freibad, nicht nur wegen der Corona-Pandemie und ihren Auswirkungen. Denn das Bad steht vor einer Grundsanierung (die OP berichtete), voraussichtlich im nächsten Jahr. Nach der aktuellen Planung soll im nächsten Jahr gebaut werden. Wer also Kirchhainer Freibad-Feeling haben möchte, sollte sich in diesem Monat welches „auf Vorrat“ holen.

Und wer an heißen Tagen vorher wissen möchte, ob das Bad sehr voll ist, der sollte einen Blick auf die Internetseite der Stadt www.kirchhain.de werfen. Dort gibt es eine Ampel mit den Farben Grün (geringer Betrieb), Gelb (erhöhter Betrieb) oder Rot (Bad voll). Noch aus einem anderen Grund lohnt das Surfen auf der städtischen Seite. Denn dort lässt sich auch das Dokument für die persönlichen Daten herunterladen, die angegeben werden müssen. Die Daten sind unabdingbar nötig, um im Falle der Fälle Infektionsketten nachverfolgen zu können.

Wichtig: In Kirchhain ist keine Voranmeldung für einen Badbesuch nötig. Allerdings gibt es geteilte Öffnungszeiten (siehe Checkliste). Fazit: Das Konzept der Stadt Kirchhain für den Schutz vor dem Coronavirus ist stimmig und gut umgesetzt. Informationen über Laufwege und Hinweise auf die wichtigen Abstandsregeln gibt es mehr als genug. Sie sind einfach nicht zu übersehen.

Die OP besucht in den nächsten Wochen weitere Freibäder im Landkreis und macht den „Corona“- und den „Spaß-Faktor“-Check.

Von Michael Rinde

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