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Ostkreis Die Awo wird 100
Landkreis Ostkreis Die Awo wird 100
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08:48 10.05.2019
Marie Juchacz, Gründerin der Arbeiterwohlfahrt, auf einer Fahne im Historischen Museum Frankfurt. Quelle: Frank Rumpenhorst

Die Gründung der Awo: Marie Juchacz war geschieden und alleinerziehend. Sie war eine Sozialdemokratin und Frauenrechtlerin. Als 1919 erstmals auch Frauen im Parlament saßen, war Marie Juchacz dabei. Kaum gewählt, initiierte sie die Gründung der Arbeiterwohlfahrt am 13. Dezember 1919, als Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt der SPD. In der Folge bildeten sich zahlreiche Awo-Ausschüsse im ganzen Land, 1928 wurde beispielsweise einer in Marburg gegründet. Die Nazis verboten dann die Awo, nach Kriegsende wurde sie aber neu gegründet, dieses Mal als parteipolitisch unabhängige Hilfsorganisation. Marie Juchacz floh 1933 in die USA und kehrte erst 1949 aus dem Exil zurück. Sieben Jahre später starb sie. In Berlin-Kreuzberg hat ihr die AWO ein Denkmal gebaut.

Festtag in Kirchhain

Der AWO-Kreisverband Marburg-Biedenkopf lädt anlässlich „100 Jahre AWO“ für den 11. Mai (Samstag) zu einem Aktionstag im Kirchhainer Bürgerhaus (Schulstraße 4) ein. Los geht es um 13.30 Uhr mit Musik des Blasorchesters der Freiwilligen Feuerwehr Kirchhain. Es folgen Ansprachen, unter anderem von Landrätin Kirsten Fründt, sowie Auftritte diverser Tanzgruppen. Kaffee und Kuchen gibt es ab 14.45 Uhr; das Fest endet um 17.30 Uhr. Für Kinder gibt es im Turmzimmer einen Malwettbewerb und am Hexenturm eine Hüpfburg. 

Die Mitglieder der Awo: Die Awo hat nach eigenen Angaben derzeit im Landkreis rund 900 Mitglieder, bundesweit sind es rund 330 000. In den 1980er-Jahren waren es mal fast doppelt so viele. Trotz des Mitgliederschwunds nimmt die AWO aber nicht jeden. Einem FAZ-Bericht zufolge dürfen Mitglieder der AWO Frankfurt beispielsweise nicht Mitglied der AfD oder einer ähnlichen Partei sein.

Die Mitarbeiter der Awo: Die Awo zählt heute neben Diakonie und Caritas zu den sechs großen Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege, die soziale Hilfen nicht nur fordern und fördern, sondern auch selbst leisten. Anders gesagt: Die Awo ist in Deutschland ein recht großer Arbeitgeber. Sie beschäftigt nach eigenen Angaben rund 210 000 Menschen, die ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht mitgezählt. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf unterhält die Awo beispielsweise ein Pflegezentrum in Gladenbach, Altenzentren in Stadtallendorf und Lohra und die Altenpflegeschule in Marburg. Außerdem bietet sie Essen auf Rädern und häusliche Pflege an.

Zu unserem Interview mit Awo-Chef Hans-Heinrich Thielemann über die Crux mit der Pflege geht es hier entlang (Das Interview können OP-Abonnenten mit dem Login freischalten).