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Ostkreis Der kleine Hubbel ist gewollt
Landkreis Ostkreis Der kleine Hubbel ist gewollt
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10:58 29.11.2020
Der neue Multifunktionsplatz hat Gefälle, damit Wasser gezielt in die Kanalisation abgeleitet wird.
Der neue Multifunktionsplatz hat Gefälle, damit Wasser gezielt in die Kanalisation abgeleitet wird. Quelle: Foto: Susanne Fritsch/Stadt Stadtallendorf
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Stadtallendorf

Die Fläche grenzt direkt an das Funktionsgebäude an. Auffällig ist: Dieser Parkplatz hat ein deutlich erkennbares Gefälle, optisch wirkt das so, als sei ein kleiner Hügel eingebaut worden. Die Randsteine, die diesen Platz umfassen, sind höher als gewohnt. All das hat seinen – durchaus auch kostspieligen – Hintergrund und ist alles andere als ein Versehen. Das Stadion liegt in der Wasserschutzzone II. Dort gelten besondere Schutzvorkehrungen. Regenwasser muss dort wie in diesem Fall auch in die Kanalisation geleitet werden. Versickern darf es nicht.

Der Platz ist weit mehr als eine moderne Parkfläche. Er ist auch eine entsprechend gestaltete Veranstaltungsfläche, man denke nur an das Oktoberfest vor einem Jahr, an das Public Viewing bei großen Fußballturnieren. Dafür ist er ausgelegt. Er verfügt über entsprechende Strom- und Versorgungsleitungen. Bedarf ist also vorhanden. Deshalb bekommt die Stadt auch einen ordentlichen Zuschuss aus dem Programm „Soziale Stadt“, in dem Stadtallendorf seinerzeit ein zweites Mal aufgenommen wurde und das den Titel „Inseln in der Stadt 2“ trägt. Reiner Bremer, Chef der Fußballabteilung der Stadtallendorfer Eintracht macht beim Ortstermin aus seiner Freude über den Platz keinen Hehl: „Ich bin den städtischen Gremien und der Sozialen Stadt wirklich dankbar, dass es das ermöglicht hat.“ Es habe während der Arbeiten keinerlei Konflikte mit dem Spielbetrieb gegeben.

Dass dieser Platz bereits jetzt hergerichtet wurde, hat auch mit der Wasserschutzzone II zu tun. „Wir brauchen die Fläche als Abstellplatz für Baumaschinen, wenn es um die weiteren Bauabschnitte geht“, sagt Susanne Fritsch, die das Projekt Stadion für die Stadtverwaltung betreut. Denn Baumaschinen dürfen in dieser Schutzzone nur auf „sicheren“ Flächen abgestellt werden.

Viel Geld im Boden verbaut

Vieles, was in diesem Bauabschnitt passiert ist, werden Stadionbesucher gar nicht wahrnehmen. „Viel Geld ist in das geflossen, was unter der Erde liegt“, sagt Bürgermeister Christian Somogyi (SPD). Kanal- und Versorgungsleitungen rund um das Funktionsgebäude sind erneuert worden. Außerdem gibt es jetzt entsprechende Wegeführungen. Derzeit steht noch der Anbau an die Maschinenhalle aus. Der soll so bald wie möglich angepackt werden. Die Finanzierung ist gesichert, der Anbau ist Teil der Gesamt-Baugenehmigung für den fertigen „Masterplan Herrenwaldstadion“. Auch die LED-Beleuchtung für den oberen Kunstrasenplatz kommt noch. Bei dem Projekt gab es bedingt durch die Corona-Pandemie insgesamt sieben Wochen Baustopp.

All das hat viel Geld gekostet: Allein der Multifunktionsplatz schlug mit 1,5 Millionen Euro zu Buche (die OP berichtete) und wurde dabei am Ende etwa 250000 Euro teurer. Schuld war der Untergrund, der sich als wesentlich lockerer erwies als bei den Proben im Vorfeld zu erwarten war. Auf die Bausumme gibt es die erwähnte Förderung aus dem Programm Soziale Stadt. Der gesamte zweite Bauabschnitt kostet insgesamt 2,5 Millionen Euro.

Danach ist erstmal eine Pause angesagt. Denn das Herzstück, die Sanierung der Laufbahnen, liegt auf Wunsch des Stadtparlamentes vorerst auf Eis. Das betrifft auch die Entscheidung über die künftige Anzahl der Laufbahnen. Die Entscheidung fällt zwischen vier oder sechs Bahnen. „Das Schmuckstück ist eben noch nicht ganz fertig“, so Bürgermeister Somogyi.

Von Michael Rinde

28.11.2020
28.11.2020