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Ostkreis Der Verkehr rollt wieder
Landkreis Ostkreis Der Verkehr rollt wieder
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09:00 10.07.2021
Gute Laune war Trumpf, als die Frankfurter Straße wieder für den Verkehr freigegeben wurde.
Gute Laune war Trumpf, als die Frankfurter Straße wieder für den Verkehr freigegeben wurde. Quelle: Florian Lerchbacher
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Kirchhain

Vor sieben Jahren ging’s los mit der Umgestaltung beziehungsweise der Frankfurter Straße – am Freitagmittag stand nun die Verkehrsfreigabe an, auch wenn noch nicht alle Arbeiten erledigt sind. Allerdings hatte schon davor so mancher Autofahrer Mittel und Wege gefunden, um in den eigentlich noch gesperrten Bereich einzufahren. Mancher aus Unwissenheit und aus Versehen und so manch anderer mit dem Ziel zu tanken – was zu diesem Zeitpunkt eigentlich noch gar nicht möglich sein sollte.

„Was ist denn heute nur los?“, fragte sich Bürgermeister Olaf Hausmann während eines Pressetermins vor Ort und stöhnte irgendwann nur noch auf: „Gut, dass es mit der Sperrung nun vorbei ist.“ Und noch besser: „Das Projekt hat toll geklappt.“

2014 war es losgegangen mit der Einrichtung des provisorischen „Lego-Kreisels“, der später dann noch umgestaltet und zum festen Bestandteil des Verkehrskonzeptes wurde. „Es hatte sich schnell gezeigt, dass es sich lohnte und wir das richtig machen sollten“, erinnerte sich Hausmann. Danach hatte dann die Umgestaltung der Straße an sich angestanden – inklusive dem Überarbeiten von Kanal, Wasserleitungen und Gehweg.

„Wir mussten Stadt, den Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke und Hessen Mobil unter einen Hut bringen. Aber das hat gut funktioniert“, so der Rathauschef, der sich immer mittwochs von Volker Dornseif, Fachbereichsleiter Bau und Stadtentwicklung, über den Fortgang der Baustellen im Stadtgebiet informieren lässt.

Rund um die Baustelle in der Frankfurter Straße habe es aber nie schlechte Nachrichten gegeben, stellte Hausmann heraus, sprach allen Beteiligten ein großes Lob aus und freute sich über den neuen, schmucken Eingang zur Stadt.

Insbesondere das Verlegen des Kanals sei eine spannende Sache gewesen, ergänzte Dornseif und erinnerte daran, dass die Stadt extra einen Teil eines Grundstücks hatte erwerben müssen, um die Leitungen nicht unter den Kreisverkehr packen zu müssen.

Freude über Kreisel-Lösung

Auch er war voll des Lobes und betonte, dass er quasi nur am Rande mit dem Projekt beschäftigt war, denn eigentlich habe Mitarbeiter Stephan Stey die Leitung innegehabt. „Jetzt hoffen wir noch, dass ihr die Kasseler Straße innerorts macht – dann sind wir wunschlos glücklich“, sagte er in Richtung der Vertreter von Hessen Mobil – was einige Kirchhainer Kommunalpolitiker zum Einwurf verleitete: „Aber nur fürs Erste!“

Stadtverordnetenvorsteherin Helga Sitt erinnerte sich zurück an „lange Diskussionen, wie wir den Verkehr regeln sollen“ und freute sich, dass der Versuch mit dem Kreisel gefruchtet habe und nun eine dauerhafte Lösung ist.

Vor allem aber sei es gut, dass die Bushaltestelle näher Richtung Innenstadt verlegt worden sei – was ein wichtiger Schritt sei, damit mehr Menschen mit dem Bus zum Einkaufen fahren können. Allerdings bedauere sie, dass es keine Spur für Radfahrer auf der sanierten Straße gebe.

Das sei immer so geplant gewesen, warf Hausmann ein: Dafür sei der Radweg 2 einst als Alternative auserkoren worden. „Früher hatten wir einen kombinierten Rad-Fußweg. Als dieser entfernt wurde, entschieden wir uns, dass Radfahrer quasi hintenrum fahren sollen. Das war eine bewusste Entscheidung“, erklärte er. Wer mit dem Rad in die Frankfurter Straße zum Einkaufen kommen wolle, müsse eben auf rund 100 Metern die Straße nutzen.

Außerdem äußerte er sich auf Nachfrage dieser Zeitung noch zu einer Unterschriftenaktion, die Anlieger initiiert hatten: „Wir haben die Baumaßnahme nach der gültigen Satzung abgerechnet.“ Grundstückseigentümer müssten daher einen Beitrag zu den Kosten für den Gehweg leisten – er habe das den Betroffenen aber auch in einem Gespräch erläutert.

In diesem Zusammenhang kündigte Hausmann an, dass das Thema Straßengebühren im Herbst in der Stadtverordnetenversammlung auf die Agenda kommen und dann über Alternativen zur jetzigen Abrechnung beraten werden solle. Dazu werde es dann auch eine Bürgerversammlung geben.

Das Bauprojekt Frankfurter Straße kostete laut Stadt und Hessen Mobil insgesamt rund 1,7 Millionen Euro. 950 000 entfielen auf Hessen Mobil, der Rest auf die Stadt, die aber noch 370 000 Euro an Fördermitteln erhält. Die Freigabe für den Verkehr ist erteilt, ganz abgeschlossen sind die Arbeiten aber noch nicht: Allem voran stehen im Herbst noch Pflanzarbeiten an.

Von Florian Lerchbacher