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Ostkreis Tag der offenen Tür der DSK
Landkreis Ostkreis Tag der offenen Tür der DSK
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18:00 14.08.2019
Die Soldaten der beiden Kompanien sind zwar Spezialisten. Sie üben aber wie andere Soldaten auch das Schießen, wie hier bei ­einer Gefechtsübung. Quelle: Nico Engler / DSK
Stadtallendorf

Auf einem Plakat im Gang des Gebäudes der Fernmeldekompanie steht „Einzeln stark, gemeinsam unschlagbar“. Es ist der gemeinsame Leitspruch der Stabsfernmeldekompanie und der Fernmeldekompanie der Division Schnelle Kräfte (DSK).

Beide Kompanien sind in dieser Form noch jung, wurden im Februar neu aufgestellt. Zusammen haben sie am Ende mehr als 350 Dienstposten. Ihre Aufgaben ergänzen sich gegenseitig. Beide gemeinsam müssen vor allem eines sicherstellen: Dass die Divisionsführung jederzeit in der Lage ist, einen Einsatz, ein Gefecht oder auch eine Großübung zu führen. Sei es aus größerer Entfernung vom Geschehen oder direkt vor Ort. Dafür dient der mobile Gefechtsstand (die OP berichtete), den es in unterschiedlichen Größen gibt. Der große Gefechtsstand stand bei der Übung „Green Griffin“ zuletzt in der Herrenwaldkaserne. Von außen betrachtet ein Zeltdorf mit zahl­losen technischen Aggregaten wie für den Strom zum Beispiel.

Streng geheime Technik

Im Inneren dieser Zelte steht teils streng geheime Technik, wobei sich das meiste dabei in Laptops und PCs verbirgt. Nach wie vor ist die DSK der einzige Heeresverband der Bundeswehr, der über einen Nato-zertifizierten Gefechtsstand verfügt, der den Geheimhaltungsstandards im Bündnis entspricht.

Die Aufgaben beim Aufbau und Betrieb dieses Gefechtsstandes sind klar verteilt. Die Stabsfernmeldekompanie übernimmt es, die Hülle des Gefechtsstandes herzustellen und die Versorgung der Soldaten bei Betrieb zu sichern. „Zu meiner Kompanie gehören Mechatroniker, Feldköche, Pioniere und Elektriker“, sagt Kompaniechef Major Ralf Jettke.
Geht es um das Innenleben, so sind die Soldaten von Hauptmann Kevin Siegerth gefordert und das sind vor allem Computer-, also IT-Spezialisten. Für den großen Gefechtsstand müssen allein elf Kilometer Kabel verlegt werden. Dieser Gefechtsstand ist in der Lage, das Geschehen bei fünf Brigaden zu lenken.

Auch Quereinsteiger dabei

Im Notfall muss die Divisionsführung sehr schnell handlungsfähig sein, etwa bei einer militärischen Evakuierungsoperation im Ausland. „Bei Bedarf bauen wir einen Gefechtsstand in einer primitiven aber funktionierenden Form in zwei Stunden auf, haben wir Zeit, schaffen wir den großen Gefechtsstand in zwei Tagen“, sagt Hauptmann Siegerth.

Eigentlich sind alle Soldaten dieser beiden Kompanien der DSK Spezialisten auf ihrem Gebiet. Die Soldaten hinter den Laptops sind hochqualifizierte IT-Spezialisten, computerverrückt, Nerds, wie Siegerth selbst sagt. „Meine Nerds haben Flecktarn an, lernen zu schießen und springen bei Bedarf aus Flugzeugen“, so der Chef der Fernmeldekompanie.

Sowohl Quereinsteiger als auch Bundeswehrrückkehrer finden sich in seiner Kompanie. Viele seiner Soldaten haben umfassende Computerkenntnisse. Für ihre Aufgaben bei der DSK reicht das allein nicht aus, sie brauchen jahrelange Ausbildungen und viel Übung. Sie müssen quasi zu „Super-Nerds“ werden.

Englischkenntnisse sind wichtig

Dabei ist es beileibe nicht nur so, dass die freie Wirtschaft ihre Fachkräfte gerne bei der Bundeswehr rekrutiert. Den umgekehrten Weg gibt es auch. Ein IT-Spezialist beispielsweise arbeitete vorher beim Versand­riesen Amazon.

Englisch ist Grundvoraussetzung für den Einsatz in den beiden Kompanien. Dabei reicht das Oxford-Englisch allein nicht. Die Mannschaften und Offiziere müssen sich das Fach-Englisch der Bundeswehr und der Nato-Staaten aneignen. Wird es international, wird nur noch Englisch gesprochen. Die DSK ist ein multinationaler Verband, zu ihr gehört die 11. Luchtmobiele Brigade der niederländischen Armee.

Tag der offenen Tür wird arbeitsreich

Jettke und Siegerth loben beide die herausragend gute Zusammenarbeit mit den niederländischen Soldaten. Das habe sich zuletzt bei „Green Griffin“ unter Beweis gestellt.
Bei aller Spezialisierung, auch das Standardgeschäft für Infanterieeinheiten gehört zum Alltag in beiden Kompanien. „Sport ebenso wie der Umgang mit der Waffe“, sagt Major Jettke. Einen normalen Alltag gebe es einfach nicht. Viele Aufgaben müssen dabei gerade von den beiden Kompaniechefs parallel angefasst und organisiert werden. Aktuell bereiten ihre Soldaten den Tag der offenen Tür am 31. August vor.

„Diese Soldaten werden die Arbeitsbienen bei allen Veranstaltungen an diesem Wochenende sein“, sagt Oberstleutnant Andre Forkert von der Pressestelle der Division über seine Kameraden. Diese Soldaten werden aufbauen, abbauen, Stände besetzen, für Verpflegung sorgen. Gleich danach geht es wieder auf eine Übung. „Die Taktzahl ist bei unseren Einheiten sicherlich höher“, sagt Hauptmann Siegerth.   

  • Der Tag der offenen Tür findet am Samstag, 31. August von 10 bis 17 Uhr in der Herrenwaldkaserne statt.

von Michael Rinde