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Ostkreis Kulturzentrum liegt im Budget
Landkreis Ostkreis Kulturzentrum liegt im Budget
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13:00 23.11.2019
Bürgermeister Thomas Groll und Architekt Dr. Stefan Strack stehen im künftigen Saal. Quelle: Tobias Hirsch
Neustadt

Es geht voran auf Neustadts größter Baustelle. Der Zeitplan stimmt noch, im Herbst kommenden Jahres soll das Kultur- und Bürgerzentrum eröffnen. Und noch etwas passt nach wie vor: Alle Arbeiten liegen im Kostenrahmen. 5,5 Millionen Euro reine Baukosten sind veranschlagt, Aufträge im Wert von 4,5 Millionen Euro sind vergeben.

Laut Bürgermeister Thomas Groll (CDU) liegen die Ausschreibungsergebnisse derzeit sogar 100.000 Euro unter den Vorausberechnungen. Und das in Zeiten, in denen staatliche wie private Bauherren über Kostenexplosionen am Bau berichten und zugleich beklagen, dass sich auf Ausschreibungen keine oder kaum Bewerber melden.

„Wir haben gut geplant, offenbar zu guten Terminen ausgeschrieben und ganz sicher auch Glück gehabt“, sagt Groll auf die entsprechende Frage der OP. Bei zwei Gewerken waren allerdings zweite Ausschreibungen erforderlich. Stichwort Finanzen: Zu den Baukosten kommen noch Planungskosten. In Summe geht es um 6,3 Millionen Euro, von denen 6 Millionen Euro als förderfähig anerkannt wurden.

Neustadt erhält Fördergelder von insgesamt 5,1 Millionen Euro. Inzwischen ist die Dimension des künftigen Herzstücks des Zentrums, der große Saal, klar zu erkennen. Er bietet in Zukunft Platz für rund 450 Menschen. Das Kultur- und Bürgerzentrum soll dabei sehr viel mehr sein und bieten, als es das ehemalige Soldatenheim gewesen ist.

10 bis 15 zusätzliche jährliche Kulturveranstaltungen

Die Stadt hat sich in den zurückliegenden Monaten dabei gezielt bei anderen Kommunen über deren Vermarktung und Umgang mit Hallen oder großen Bürgerhäusern informiert. So waren Mitarbeiter und Bürgermeister Groll zum Beispiel auch in Bad Neustadt (Saale). Auch dort ging es um Erfahrungswerte.

Eine üppige Bühnentechnik wird Neustadt dabei nicht anschaffen. „Wer mehrfarbige Strahler und ähnliches haben möchte, kann das gerne selbst mitbringen. Wir werden sie nicht vorhalten“, sagt er. Rund 225.000 Euro will die Stadt in die Gesamtausstattung des Gebäudes stecken.

Das selbstgesteckte Ziel der Stadt liegt zunächst bei 10 bis 15 zusätzlichen jährlichen Kulturveranstaltunge, plus Karnevalssitzungen, Kolpingtheater und mehr. Ende des Jahres gibt es auch Gespräche mit dem Landestheater Marburg über abermalige Gastspiele in der Junken.Hansen-Stadt. Damit es dazu kommt, ist Werbung nötig.

Auch jenseits der Stadt- und der Kreisgrenzen, weiß Groll. Er denkt an Tagungen und Kongresse. „Dieser Saal ist eben nicht nur für den Karneval gedacht. Wir brauchen die Kundschaft aus der Umgebung, weil wir eine andere Halle haben werden, als wir sie beim Soldatenheim hatten“, so Neustadts Verwaltungschef. Der neue Saal ist teilbar, das gilt bis hin zur Theke.

Nachdenken über die künftige Mieten

Innerhalb des nächsten halben Jahres müssen noch einige Pflöcke im Vorfeld eingerammt werden. So müssen Magistrat und Stadtparlament über die künftigen Mieten für die neuen Räume entscheiden. Groll deutet bereits an, dass Vereine nicht über Gebühr belastet werden sollen. Er denke an ein Prinzip von Geben und Nehmen.

Klar ist für ihn, dass der Getränkeverkauf in Neustadt allein Sache der Vereine bei ihren Veranstaltungen sein soll. Die Nachbarstadt Stadtallendorf hatte sich in der Vergangenheit den Unmut vieler Vereine zugezogen, weil der Verkauf dort fix an einen Caterer gebunden ist.

Das Kultur- und Bürgerzentrum wird weit mehr als eine kleine „Stadthalle“ werden. Dort findet sich künftig auch die Bücherei wieder, deren Bestand die Stadt aktualisieren wird. Ein weiteres ganz wichtiges Element ist das Familienzentrum, das die Stadt umziehen lassen will. Zunächst zieht es bereits zum 1. Januar 2020 in das Haus der Vereine.

Es wird auch personell vergrößert, die neuen Angebote im Bürgerzentrum werden bereits vorbereitet. Dort gibt es dann auch die passenden Veranstaltungsräume bis hin zur Küche. Außerdem schafft Hephata eine Anlaufstelle im Neubau. „Der Bedarf nach Beratung ist da, zumal Hephata schon selbst einige Angebote in Neustadt hat“, sagt Thomas Groll.

von Michael Rinde