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Ostkreis Autobahngegner mahnen erneut
Landkreis Ostkreis Autobahngegner mahnen erneut
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20:58 19.03.2021
Etwa 200 Menschen demonstrierten in Stadtallendorf gegen den Weiterbau der A 49.
Etwa 200 Menschen demonstrierten in Stadtallendorf gegen den Weiterbau der A 49. Quelle: Michael Rinde
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Stadtallendorf

Monatelang hatte es nach Ende der Baumfällarbeiten für die A-49-Trasse keine Kundgebung von Autobahngegnern in Stadtallendorf mehr gegeben. Das änderte sich am späten Freitagnachmittag (19. März). „Wir haben uns überlegt, dass wir Anwohner aus dem Vogelsbergkreis auch Anwohner in Stadtallendorf unterstützen müssen“, erklärte einer der Organisatoren bei der Auftaktkundgebung am Aufbauplatz.

Nach mehreren Monaten waren erstmals die Rufe „Danni bleibt“, „Herri bleibt“ und „Mauli bleibt“ wieder in Stadtallendorf zu hören. Gemeint sind Dannenröder Forst, Herrenwald und Maulbacher Wald, in denen Flächen für die Trasse gerodet wurden. Die Demo-Veranstalter, die „Anwohner gegen die A 49“, sind eine lose Vereinigung von Autobahngegnern aus dem Raum Homberg (Ohm).

Demonstranten aus Vogelsberg und Stadtallendorf

Etwa 200 Teilnehmer, so schätzten es Ordnungsbehörde und Polizei, zogen vom Aufbauplatz über den Kreisverkehr hinweg durch die Schillerstraße und Teile der Albert-Schweitzer-Straße.

Es waren darunter zahlreiche Demonstranten aus dem Vogelsberg, aber eben auch aus dem Raum Stadtallendorf. Das zeigte sich deutlich, als Wolfgang Dennhöfer vom BUND Stadtallendorfer dazu aufforderte, sich mal zu melden.

Forst macht Werbung für Alternativlösung

Gleich zum Auftakt hatte A-49-Gegner Reinhard Forst für die Alternativlösung zur Autobahn noch einmal eindringlich geworben, für die er gemeinsam mit Unterstützern für einen Baustopp des Projektes eintritt. Wie die OP mehrfach berichtete, sieht sie im Kern vor, ab Ende der A 49 bei Treysa auf der planfestgestellten Strecke bis zur Straße Speckswinkel-Neustadt als Bundesstraße weitergeführt zu werden und von dort über eine etwa zwei Kilometer lange Spange bis zur B 454. Notfalls solle das sogar bis zum Gewerbegebiet Nordost geschehen.

Planer: Etwa 38.000 Fahrzeugen pro Tag bei Stadtallendorf

Forst warnte bei der Auftaktkundgebung eindringlich vor höheren Verkehrsbelastungen auf der Bundesstraße 454 bei Stadtallendorf. Er bezog sich dabei auf eine Prognose aus dem Jahr 2011. Die sieht Zunahmen von 4.600 bis 6.000 Fahrzeugen vor. Laut Planfeststellungsbeschluss gingen die Planer von etwa 38.000 Fahrzeugen pro Tag bei Stadtallendorf aus, so Forst. In jüngeren Prognosen sei sogar von 48.000 Fahrzeugen die Rede.

Dennhöfer warnt vor ökologischen Folgen

Wolfgang Dennhöfer vom BUND warnte seinerseits vor den ökologischen Folgen des Autobahnbaues bei einer Zwischenkundgebung in der Albert-Schweitzer-Straße unweit des Eisengießerei-Werksgeländes. Im Blick hatte er dabei vor allem den Grundwasserschutz.

Die Kundgebung wurde von der Polizei und den Mitarbeitern der Stadtallendorfer Ordnungsbehörde begleitet. Besonders im Blickpunkt stand die Einhaltung der Abstandsregeln und der Maskenpflicht, wozu die Veranstalter von sich aus immer wieder aufforderten.

Von Michael Rinde

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