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Ostkreis Dienstrad: Rückenwind vom Finanzamt
Landkreis Ostkreis Dienstrad: Rückenwind vom Finanzamt
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10:00 02.08.2019
Wer ein Dienstrad besitzt und dieses privat nutzt, muss steuerlich einiges beachten – wird jedoch seit Anfang des Jahres bessergestellt.  Quelle: Tobias Hase
Stadtallendorf

Umweltbewusst mit dem Rad oder dem E-Bike zur Arbeit fahren, dabei noch etwas für die Gesundheit tun – das wird seit Jahresbeginn steuerlich besser gefördert. Auch heimische Arbeitgeber ermöglichen ihren Mitarbeitern beispielsweise das Leasen von Dienstfahrrädern. So beispielsweise HOPPE mit Stammsitz in Stadtallendorf.

Jörg Vollmerhausen, IT-Systemadministrator unter anderem in der Hauptverwaltung in Stadtallendorf, sagt: „Neben gesundheitlichen Aspekten durch die tägliche Fahrt zur oder von der Arbeitsstelle waren auch die steuerlichen Vorteile ausschlaggebend dafür, dass ich mich für dieses Leasingmodell entschieden habe.“

Simone Niggemeier, bei HOPPE Verantwortliche für die Kundenlogistik der Versandpunkte in den Werken in Bromskirchen und Stadtallendorf, wohnt im Sauerland, das sie als „Land der 1.000 Berge“ beschreibt. „Der Spaßfaktor beim Fahrradfahren hielt sich für mich in Grenzen. Regelmäßige Touren waren eher die Ausnahme. Mit meinem E-Bike, das ich über HOPPE geleast habe, ist das ganz anders. Plötzlich sind die Berge viel ‚flacher‘ und es macht richtig Spaß, auch weite Touren in Angriff zu nehmen.“

Auch E-Bikes fallen unter die Regelung

Arbeitnehmer, die auf ein Dienstrad umsteigen wollen, sollten dies mit ihrem Arbeitgeber besprechen. Denn umweltbewusstes Fahren wird seit Jahresbeginn steuerlich gefördert, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Dabei muss der Arbeitgeber das Dienstrad nicht unbedingt kaufen, genauso wie beim Dienstwagen ist auch ein Rad-Leasing erlaubt. Im März hat die Finanzverwaltung die Förderung sogar ausgeweitet.

Um die steuerliche Behandlung korrekt vorzunehmen, sind zunächst zwei Varianten zu unterscheiden. Erhält der Arbeitnehmer – zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn – ein Dienstfahrrad, das er auch privat nutzen darf, braucht der Vorteil für die private Nutzung nicht mehr als Arbeitslohn versteuert werden.

Wichtig: das Dienstrad muss bei dieser Variante als Extra zum Gehalt überlassen werden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn statt einer Lohnerhöhung oder eines Bonus ein Dienstrad gewährt wird. „Dazu sollte die Überlassung des Dienstrades am besten in einem eigenständigen Vertrag oder zumindest im Arbeitsvertrag gesondert vereinbart werden“, erklärt Klocke.

Auch E-Bikes fallen unter diese neuen Regelungen. Ausgenommen sind Fahrräder, deren Motor eine Geschwindigkeit über 25 Kilometer pro Stunde unterstützt. In der Praxis verbreitet ist zudem die Variante einer Entgeltumwandlung. Hier verzichtet der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Barlohns und erhält im Gegenzug ein Dienstrad.

Finanzverwaltung erlaubt neue Berechnungsweise

Für die private Nutzung wird dann allerdings Lohnsteuer fällig. Berechnet wurde der Nutzungsvorteil bisher wie bei einem Dienstwagen nach der sogenannten Ein-Prozent-Regel. Danach wurde ein Prozent des Fahrrad-Bruttolistenpreises für die Steuerberechnung herangezogen.

Das ist Vergangenheit, denn die Finanzverwaltung erlaubt mittlerweile eine neue Berechnungsweise: Statt des vollen Listenpreises ist nur noch der halbe Listenpreis Maßstab für die Besteuerung – das wird auch „0,5-Prozent-Regel“ genannt. Damit fährt der Arbeitnehmer steuerlich günstiger.

„Die Regelung gilt für Diensträder, die erstmals ab Januar 2019 gegen Entgeltumwandlung überlassen werden“, so Klocke. Auch für Elektrofahrräder, die verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug eingeordnet sind, gilt nur der halbe Bruttolistenpreis.

Auf die Entfernungspauschale hat die Nutzung eines Dienstrads übrigens keinen nachteiligen Einfluss. Trotz Steuervorteil dürfen Arbeitnehmer für das Pendeln per Rad für jeden Arbeitstag 30 Cent pro Entfernungskilometer in ihrer Einkommensteuererklärung ansetzen, erklärt Klocke. (dpa/tmn)