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Ostkreis Rauschenberger Freibad soll saniert werden
Landkreis Ostkreis Rauschenberger Freibad soll saniert werden
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00:18 22.04.2019
Das Kinderbecken soll verlagert werden, es sind in den ersten Vorschlägen außerdem neue Duschplätze vorgesehen. Quelle: Matthias Mayer
Rauschenberg

Am Montagabend, 15. April, tagte der Ausschuss für Kultur, Sport und Soziales zwei Stunden lang. Einziger inhaltlicher Tagesordnungspunkt: Die Vorstellung der ersten Überlegungen des Architekturbüros Tamm für die Sanierung und künftige Gestaltung des Freibades. Rauschenbergs Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) wie auch den Planern war ein politisches Signal wichtig, ob sie in der eingeschlagenen Richtung weiterdenken sollen.

Vorweg gesagt: Ja, aus Sicht des Ausschusses stimmt die Richtung. Das Planungsbüro nimmt allerdings einige Prüf- und Arbeitsaufträge auf dem Weg zum endgültigen Konzept mit. In der Juni-Sitzung des Stadtparlaments soll der endgültige Entwurf eingebracht, im Ausschuss weiter beraten und dann im Frühherbst verabschiedet werden.

Verlegung vom Kiosk neben das Hauptbecken

Manfred Tamm und Oliver Martin vom Grünberger Planungsbüro stellten ihre Überlegungen vor. Ein zentraler Punkt ihrer Überlegungen wäre die Verlegung des Kiosks aus seiner Randlage direkt neben das Hauptbecken, also absolut zentral. Das ginge auf Kosten einer beliebten Liegefläche. In dem neuen Funktionsgebäude wäre der Kiosk, der Sanitätsraum, das Büro der Badeaufsicht, der Eltern-Kind-Raum und eine behindertengerechte Toilette untergebracht.

Wer das Bad durch das Drehkreuz betreten hat, liefe direkt auf das Gebäude zu. Zum Ausgleich soll auf der gegenüberliegenden Seite des Hauptbeckens eine größere Liegewiese entstehen. „Die Topographie lässt nicht so viele Möglichkeiten für andere Varianten zu“, meinte Planer Manfred Tamm zur Wahl des Funktionsgebäude-Standortes. Über diesen Punkt sollte es später die meisten Diskussionen im Ausschuss geben.

Das Kinder- und Nichtschwimmerplanschbecken soll nach diesem Entwurf ebenfalls neu gebaut werden. Sie entstünden deutlich oberhalb der Umkleidekabinen. Claudia Vaupel vom Vorstand des Freibad-Fördervereins begrüßte zwar die grundlegenden Planungen, wandte sich aber gegen den neuen Kiosk-Standort. Sie schlug alternativ eine Verlängerung des Umkleidegebäudes vor. Das wiederum sehen die Planer kritisch angesichts des Geländes. Aber Tamm machte auch klar: „Wenn Sie andere Wünsche haben, werden wir das machen, was möglich ist.“

Neue Folie und neue Filtertechnik

Zuletzt gab es ein klares Votum für die Verlegung des Kiosks auf den geplanten Standort. Allerdings soll das Planungsbüro eine leichte Verlagerung um etwa zwei Meter mitberechnen und kalkulieren. Auch Bürgermeister Emmerich steht hinter den Vorschlägen für die Umgestaltung, wohlwissend, dass es einige Veränderungen zur Folge haben würde. „Es bedeutet eine gewaltige Umgewöhnung, aber die ist möglich“, so der Bürgermeister in der Sitzung.

Um Kosten ging es am Montagabend im Übrigen noch überhaupt nicht. Die sollen jetzt ermittelt und in das Gesamtkonzept eingearbeitet werden. Es gibt für die Stadt Rauschenberg in Sachen Freibad noch deutlich mehr zu stemmen. In einem weiteren Vortrag hatte Oliver Martin einen Überblick über die Situation bei Hauptbecken und Wassertechnik gegeben. Zwei große Umwälzpumpen werden bereits zur Sommersaison in diesem Jahr erneuert.

Doch weit mehr ist notwendig. Die Folie im Becken ist mittlerweile rund 35 Jahre alt und verbraucht. „Sie hat ihr Geld verdient“, sagte Oliver Martin. Davon zeugen nicht zuletzt die zahlreichen Flicken. Lob gab es von Martin für die Lage der Düsen, über die das Beckenwasser abgesaugt und zurückgeführt wird.

"Wir schaffen eine große Sache"

Weniger gut sieht die Lage bei den Filtern und dem Raum aus, in dem sich die Technik befindet. Dort hat das Chlorwasser seine Wirkung gezeigt, die Decke muss saniert werden. Möglicherweise wäre eine neue Betondecke dabei sogar günstiger als eine Sanierung. Das beliebte Sprungbrett ist auf dem Technikgebäude angebracht. Das hat dort bereits für Schäden gesorgt. Ob das Brett verlagert wird, wird geprüft.

Manfred Barth, Vorsitzender des Fördervereins, warb deutlich für einen Erhalt des Bretts. Es sei bei den jüngeren Badegästen eine Attraktion. Im Ausschuss stand eine Abschaffung aber auch nicht mehr ernsthaft zur Debatte.
Bei der abschließenden Beratung gab es klare Worte der Parlamentarier, ein erneutes Bekenntnis zum Erhalt des Rauschenberger Freibades. „Wir schaffen eine große Sache“, meinte Heinrich Müller (CDU) beispielsweise. Er hoffe nur, dass Rauschenbergs Mittel dafür reichten.

Das wird die entscheidende Frage werden. Jetzt warten die Parlamentarier wie auch Bürgermeister Emmerich gespannt auf die Kostenschätzung der Planer. Bürgermeister Emmerich machte am Dienstag gegenüber der OP noch einmal klar, dass sich Neugestaltung und Sanierung nur über ausreichende Förderungen bewältigen ließen. „Und das muss mehr als die 30 Prozent sein, die das Land in seinem Swim-Programm vorsieht. Die reichen für uns nicht“, so Emmerichs klare Position. Die Sanierung soll in Abschnitten erfolgen.

von Michael Rinde