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Ostkreis CDU verliert, bleibt aber stärkste Fraktion
Landkreis Ostkreis CDU verliert, bleibt aber stärkste Fraktion
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12:58 16.03.2021
Die Kommunalwahl-Ergebnisse für Amöneburg (Symbolbild).
Die Kommunalwahl-Ergebnisse für Amöneburg (Symbolbild). Quelle: Tobias Hirsch
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Amöneburg

SPD und CDU mussten in Amöneburg deutliche Verluste hinnehmen – beide haben laut vorläufigem Endergebnis zwei Sitze weniger in der Stadtverordnetenversammlung. Gewinner ist die FWG, die einen Sitz mehr einnehmen wird. Die übrigen drei Plätze haben sich die erstmals angetretenen Grünen gesichert.

Elf Prozent weniger Stimmen

CDU-Fraktionsvorsitzender Jan-Gernot Wichert hat mehrere Gründe für elf Prozent weniger an Stimmen ausgemacht: Zum einen seien vor fünf Jahren nur drei Fraktionen angetreten – im Vergleich zur Wahl 2011, als es noch vier waren, sei der Verlust der weiterhin stärksten Fraktion nicht so groß.

Sitzverteilung

Und „Berlin“ sei sicherlich auch mit schuld, dass nicht so viele Wähler wie in der Vergangenheit ihr Kreuz bei der CDU gemacht hätten. Außerdem bezeichnet Wichert den Wahlkampf der FWG als „populistisch“: Viele Wähler hätten nur noch die Straßenbeiträge als Thema wahrgenommen. „Und es ist auch keine schöne Sache, wenn man falsch zitiert wird.“

Debatte über Straßenbeiträge geht weiter

Auch Winfried Nau (SPD) übt Kritik an den Freien Wählern: Sie hätten zwar gesagt, dass sie die Beiträge abschaffen wollen, aber nicht, dass dafür die Steuern erhöht werden müssen. Das sei grenzwertig – nichtsdestotrotz lege er Wert darauf, dass die Fraktionen auch in Zukunft wieder gut zusammenarbeiten. Außerdem sei ein „echter Dialog“ mit den Bürgern wichtig, damit diese ihre Wünsche und Anregungen äußern können.

„Was gesagt werden muss, muss gesagt werden“, erklärt Karl Jennemann, der kein Verständnis für die Kritik der politischen Mitbewerber hat. Er hofft, die anderen Fraktionen in Zukunft „vielleicht doch noch überzeugen“ zu können, sich für die Abschaffung der Straßenbeiträge beziehungsweise die Finanzierung über Steuern auszusprechen.

Thema Goldener Stern

Als erstes wollen die Wähler aber das Thema Goldener Stern angehen und verhindern, dass das Gebäude vermietet wird. Die FWG Amöneburg hat den Wunsch, es für die Gemeinschaft im Dorf zu nutzen.

Bei den Trendmeldungen hatte es noch so ausgesehen, als würden die Freien Wähler stärkste Fraktion: Er habe kurz gehofft, aber auch so sei es ein sehr starkes Ergebnis – und er sehe es als „großen Auftrag der Wähler“ an: „Wir wollen möglichst viele der ausgegebenen Ziele erreichen.“

Die Grünen mit drei Sitzen

Die Grünen kommen als Neuling auf drei Sitze. „Das war meine Wunschvorstellung“, sagt Andreas Möller-Forst, der die meisten Stimmen der Grünen-Kandidaten bekommen hat. Er habe auf fünf bis zehn Prozent gehofft, fast 13 seien ein sehr gutes Ergebnis.

Er ist dankbar für den Vertrauensvorschuss und kündigt an, dass die Grünen in der Stadtverordnetenversammlung nicht als diejenigen auftreten werden, die alles aufmischen: Ein gutes Miteinander der Kommunalpolitiker sei ihm wichtig – außerdem wolle seine Fraktion den Dialog mit den Bürgern fördern. Insbesondere bei den Großprojekten.

CDU freut sich über weibliche Abgeordnete

Das gibt auch Nau aus – der in den Grünen einen zentralen Grund sieht, warum die SPD zwei Sitze verloren hat: „Viele, die uns gewählt hätten, haben ihre Stimme den erstmals angetretenen Grünen gegeben.“

Auch Wichert hat einen besonderen Grund zur Freude: das gute Abschneiden der Rüdigheimer Christdemokratin Barbara Schade, die ins Parlament einzieht: „Endlich haben wir wieder ein weibliches Element. Ich hoffe, das ermutigt weitere Frauen, sich bei uns einzubringen.“

CDU: Wolfgang Rhiel, Bernd Riehl, Jan-Gernot Wichert, Jochen Splettstößer, Barbara Schade, Reinhard Franke, Mathias Lecher, Felix Weber, Ottmar Graf.

FWG: Karl Jennemann, Rainer Schick, Stefan Lauer, Norbert Rausch, Roland Kraus, Bernd Schick, Katharina Lauer.

SPD: Winfried Nau, Dr. Rita Hörl-Eberl, Christoph Grimmel, Marius Michel.

Die Grünen: Andreas Möller-Forst, Christin Klein, Angelika Forst.

Von Florian Lerchbacher

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