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Ostkreis Gegen Lügen, Egoismus, Bosheit!
Landkreis Ostkreis Gegen Lügen, Egoismus, Bosheit!
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19:59 30.07.2020
Bundespräses Josef Holtkotte rief bei der Magdalenenoktav dazu auf, durch Handeln und Haltung Zeichen zu setzen.  Quelle: Florian Lerchbacher
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Amöneburg

„Ich freue mich riesig, dass Josef Holtkotte nach Amöneburg kommt, denn er ist ein ganz toller Prediger“, sagte Birgit Gruß, die stellvertretende Vorsitzende des Diözesanverbandes, schon vor dem feierlichen Gottesdienst an der Lindaukapelle.

Vor drei Jahren hatte sie den Bundespräses des Kolpingwerkes angesprochen, ob er während der Magdalenenoktav predigen wolle. Immer wieder sei etwas dazwischengekommen, bedauerte sie. Doch nun ging ihr Wunsch in Erfüllung – allerdings aufgrund der Corona-bedingten Einschränkungen nur mit rund 100 Gläubigen anstatt der sonst üblichen rund 400 Gläubigen. „Aber vielleicht ist das ja ein Anreiz, dass er nächstes Jahr wiederkommt“, sagte Gruß sowohl zu dieser Zeitung als auch zum Bundespräses höchstpersönlich.

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Und dieser zog die Gläubigen mit seiner Predigt, die Diakon und Oktav-Hauptverantwortlicher Dr. Paul Lang auch bei Facebook im Internet live übertrug, in seinen Bann. Der aus Köln angereiste Holtkotte widmete sich während des von Kolpingfamilien aus der Region mitgestalteten Gottesdienstes vornehmlich der Gesellschaft in Corona-Zeiten.

Am Montag, 26. Juli, besuchte der Bundespräses des Kolpingwerkes, Josef Holtkotte, die Magdalenenoktav in der Lindaukapelle bei Amöneburg. 

Die Pandemie verändere sowohl die Gesellschaft als auch die Kirche, sagte er und erinnerte an ein eigentümliches Osterfest. Die Menschheit erlebe ihre „tödliche Verwundbarkeit“, und die geschlossenen Türen der Gotteshäuser seien notwendig gewesen, um Leben zu schützen. „Aber das Leben ist stärker als der Tod“, betonte er und ergänzte, die Menschen bräuchten nun Mut und Gottvertrauen. Vor allem sei es wichtig, dass die Gläubigen weiter im Sinne Adolph Kolpings – dem Gründer des Kolpingwerkes – handelten und sich für das Soziale und das Miteinander einsetzen.

Er forderte eine offene Gesellschaft und eine Kirche des Miteinanders, die es mitzugestalten gelte. Kirche sei keine Insel der Seligkeit, und Gläubige sollten keine Wagenburg-Mentalität an den Tag legen: „Auch kritische Menschen müssen Platz haben“, hob Holtkotte hervor, sprach sich dafür aus, Zeichen zu setzen durch Haltung und Handeln und nannte als Beispiele Liebe, Nähe, Frieden und Vertrauen. Vor allem aber sollten die Menschen sich einsetzen gegen Lügen, Egoismus und Bosheit. Er appellierte an alle, an der Erneuerung der Gesellschaft mitzuarbeiten.

Dazu passt auch eine Aktion des Kolpingverbandes Oberhessen, der anlässlich des 50-jährigen Bestehens von „Kolping International“ Samentütchen verteilte unter dem Motto „Hoffnung säen“.

Von Florian Lerchbacher

30.07.2020
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