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Ostkreis Interesse am Autobahn-Bau nimmt zu
Landkreis Ostkreis Interesse am Autobahn-Bau nimmt zu
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10:00 20.07.2020
Zahlreiche Bürger, darunter Autobahngegner und Befürworter, nahmen an der Bürgersprechstunde teil. Quelle: Michael Rinde
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Stadtallendorf

Das Interesse am Thema Autobahnbau steigt in Stadtallendorf und Umgebung, misst man das an der Bürgersprechstunde am Donnerstagnachmittag. Die Projektmanagementgesellschaft Deges bot sie zum dritten Male an. Bis zur Halbzeit um 17 Uhr waren etwa 40 Besucher gekommen. Einige von ihnen mussten Geduld mitbringen und an der Tür warten. Denn die maximale Besucherzahl ist mit Blick auf die Corona-Pandemie begrenzt. Es müssen auch Kontaktdaten hinterlegt werden.

Im Inneren des Ausstellungsraumes ging es am Anfang der Sprechstunde um Grundsätzliches. Zuerst dominierten die bekennenden Autobahngegner Reinhard Forst und Barbara Schlemmer, Sprecherin des Akionsbündnisses „Keine A 49“ mit ihren Fragen und Statements zu Grundwasserschutz, Regenrückhaltebecken bei Kirtorf und Wassereinleitungen klar die Veranstaltung. Sehr zum Unmut mancher anderer Besucher, die aus ganz anderen Gründen in die Sprechstunde in diesem Teil der Stadthalle gekommen waren. Kurz gesagt, lief es etwas unruhig an. Es waren auch zahlreiche Autobahnbefürworter unter den Teilnehmern dieser Bürgersprechstunde. Mehrfach unterbrachen sie Statements von Autobahngegnern. „Das läuft auf eine Diskussion zwischen Gegnern und Befürwortern hinaus“, bemerkte ein Besucher und brachte die zwischenzeitliche Situation so auf den Punkt.

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So dauerte es etwas, bis Fragen zur Sprache kamen, die einzelne Stadtallendorfer in diesem Moment auf der Seele lagen. Etwa die, wie die Wegeführung nach dem Bau von Brücken und Trasse rund um die Forstkapelle aussehen wird. Oder wie sich der Verlauf von Landstraßen durch den Autobahnbau im Raum Wiera und Mengsberg ändern wird.

Keine massiven Störungsversuche

Nicht jedes Detail konnte da beantwortet werden an diesem Nachmittag. Deges-Vertreter mit Projektleiter Bernhard Blümel und Ludger Sehr, Bereichsleiter für öffentlich-private Partnerschaften bei Deges, machten mehrfach die Zusage, noch einmal Kontakt mit Fragestellern aufzunehmen und Details nachzuliefern.

Zwei Polizeibeamte zeigten Präsenz vor dem Ausstellungsraum, für alle Fälle. Doch zu irgendwelchen massiven Störungsaktionen oder Ähnlichem kam es an diesem Nachmittag nicht. Mancher hatte sicherlich auch Neuigkeiten erwartet oder die Ankündigung von Deges, Detailpläne mitzubringen so interpretiert. Doch Sehr verwies einen Fragesteller darauf, dass sich an den planfestgestellten Plänen für die Trasse und die Bauwerke nichts geändert habe. Aus den Plänen waren jedoch mehr Einzelheiten zu entnehmen, gerade was Fragen wie Wegeführungen angeht.

Kritik gab es von Besuchern an fehlender Lautsprecheranlage und fehlenden Präsentationen während der Beantwortung von Fragen. Das soll sich bei der nächsten Bürgersprechstunde allerdings ändern, kündigte Blümel an.

von Michael Rinde

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