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Ostkreis Wie geht es weiter mit dem Freibad?
Landkreis Ostkreis Wie geht es weiter mit dem Freibad?
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14:00 02.03.2022
Kirchhains Freibad aus luftiger Höhe. Wie sieht dessen Zukunft aus?
Kirchhains Freibad aus luftiger Höhe. Wie sieht dessen Zukunft aus? Quelle: Thorsten Richter
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Kirchhain

Diese Frage, wie es mit dem Freibad weitergeht, ist nach dem Stopp des Großprojektes „Freibadsanierung und Neugestaltung“ umso aktueller geworden. Denn: Noch gibt es keine Aussagen dazu, wann und in welcher Form das Thema weiterverfolgt wird.

Wie denken die drei potenziellen Stadtoberhäupter Maximilian Schwetz (B90/Die Grünen), Holger Lesch (CDU) und Olaf Hausmann (SPD) darüber? Das Projekt „Freibadsanierung“ wurde im vergangenen Jahr jäh gestoppt, nachdem klar wurde, dass die veranschlagte Bausumme von rund 6 Millionen Euro trotz hoher Zuschüsse nicht ansatzweise ausreichen wird. Bei der entscheidenden Kostenkalkulation stand schließlich ein Betrag von etwa 9 Millionen Euro unter dem Summenstrich – das war für die Stadt finanziell nicht zu stemmen.

Für das Projekt hatte Kirchhain zu diesem Zeitpunkt bereits 253.000 Euro Planungskosten ausgegeben. Doch was jetzt? Der Sanierungsbedarf beim Kirchhainer Freibad ist ungebrochen groß.

Maximilian Schwetz (Die Grünen): Mit mir wird es kein Kirchhain ohne Schwimmmöglichkeit im Freien geben! Das sind wir vor allem unseren jüngsten Bürgerinnen und Bürgern schuldig. Ich kämpfe als ehemaliger Profi-Triathlet und Schwimmer nicht nur auf kommunaler Ebene für den Erhalt von Schwimmbädern und Sportangeboten für alle. Für mich stehen die drei Möglichkeiten „Sanierung am jetzigen Standort“, „Kombi-Freibad am Hallenbad“ und „Badesee“ im Raum. Gemeinsam mit Verwaltung und Stadtverordnetenversammlung werde ich hart für die Umsetzung einer der drei Optionen kämpfen.

Eine Sanierung am jetzigen Standort ist sicher zu bevorzugen, nach jetzigem Stand aber leider nur durch Einwerben von weiteren Fördermitteln möglich. Dabei spielen für mich auch die Erfahrungen der Umstrukturierung des Hallenbads in eine einzigartige und vorbildliche Einrichtung sowie Erfahrungen mit Sanierungen aus anderen Kommunen eine große Rolle.

Holger Lesch (CDU): Das Kirchhainer Freibad ist durch seine schöne Hanglage am Rande unserer Stadt ein sehr beliebter Freizeitort für alle Generationen. Bürgerinnen und Bürger aus Kirchhain und den Stadtteilen, aber auch aus unseren Nachbarkommunen kommen in der Badesaison gerne hierher, um ein paar entspannte Stunden mit Freunden oder der Familie zu verbringen. Viele Besucherinnen und Besucher verbinden mit unserem Freibad schöne Erinnerungen an ihre Kinder- und Jugendzeit. Hier wurden Freundschaften geschlossen, Eis und Pommes vom Schwimmbadkiosk gegessen und mutige Sprünge vom Sprungturm absolviert. Auch ich teile diese und viele weitere Erinnerungen.

Zum Erhalt und zur Finanzierung sollten neben dem städtischen Haushalt und der Akquise von Fördergeldern weitere Möglichkeiten in Betracht gezogen werden: Die Bildung einer Genossenschaft, Gründung eines Fördervereins, Spenden, aber auch Aktionen wie Konzerte, Flohmärkte, After-Work- & Nachtschwimmen und vieles mehr. Kirchhain braucht als attraktive Familienstadt für alle Generationen weitere Freizeitangebote. Ein Freibad gehört unbedingt dazu.

Olaf Hausmann (SPD): Das Freibad gehört seit Ende der 1950er zum Kirchhainer Stadtbild. Es ist wichtiger Bestandteil unserer Infrastruktur als Wohnstadt; bei Jung und Alt beliebt. Die Anlage mit altem Baumbestand, großer Liegewiese und einem 50m Becken in Kirchhains Nordosten ist einmalig. Die Technik, das Becken und die Gebäudestruktur müssen jedoch dringend erneuert werden. Die Kosten für die Sanierung liegen deutlich über unserem Finanzrahmen. Daher ist es wichtig, die verschiedenen Optionen zu prüfen, wie das Kirchhainer Freibad im Rahmen unserer Leistungsfähigkeit erhalten werden kann.

Es gilt, die verschiedenen Optionen abzuwägen, z.B. die schrittweise Sanierung, die Prüfung eines alternativen Betreibermodels oder die Standortverlagerung zum Hallenbad, um nur drei Beispiele zu nennen. Wichtig ist, das Freibad so zu gestalten, dass es für alle Generationen attraktiv ist; zum Schwimmen, Planschen und Baden einlädt, Spiel- und Ruhemöglichkeiten bietet und dies zu erschwinglichen Preisen. Kein Luxus- und Spaßbad, sondern ein Familienbad. Schwimmen im Freibad in Kirchhain wird es auch in Zukunft geben.

Antrag auf Briefwahl

Bis zum Freitag (4. März), um 13 Uhr, läuft die Frist, um die Briefwahl im Bürgerbüro am Marktplatz zu beantragen. Angesichts der Postlaufzeiten empfiehlt die Stadtverwaltung, dass Wähler persönlich vorbeikommen und die Möglichkeit nutzen, ihre Stimme in der eigens dafür aufgestellten Wahlkabine am Bürgerbüro abzugeben. Wer Briefwahl beantragt hat, muss sicherstellen, dass seine Wahlunterlagen samt Stimmzettel bis spätestens Sonntag, 18 Uhr, im Hausbriefkasten an der Stadtverwaltung liegt. Danach ist keine Abgabe mehr möglich, so will es das Gesetz.

von Michael Rinde und Florian Lerchbacher