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Ostkreis Das Ziel ist die „Wohlfühlstadt“
Landkreis Ostkreis Das Ziel ist die „Wohlfühlstadt“
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15:24 24.01.2022
Efrosini Kaioglidou und Reiner Nau (rechts von der Grünen-Walhkommission flankieren den Bürgermeisterkandidat Maximilian Schwetz.
Efrosini Kaioglidou und Reiner Nau (rechts von der Grünen-Walhkommission flankieren den Bürgermeisterkandidat Maximilian Schwetz. Quelle: Michael Rinde
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Kirchhain

Monatelang hatten Efrosini Kaioglidou und Reiner Nau als Wahlkommission nach dem passenden Bewerber gesucht und ihn in Schwetz gefunden, am Schluss war auch die Stadtparlamentsfraktion eingebunden. Noch etwas aufgeregt am Anfang präsentierte sich Schwetz auf der Bühne des Kirchhainer Bürgerhauses den anwesenden zwölf Mitgliedern und weiteren Besuchern. Den letzten Kick hatte ihm die sich abzeichnende Situation gegeben, dass in Kirchhain mit dem Amtsinhaber nur ein Bewerber zur Wahl stehen könnte. Er sei ein glühender Demokrat. „Und es wäre doch ein Armutszeugnis für alle anderen Parteien, wenn es zu einer ,One-Man-Show’ bei einer Bürgermeisterwahl käme“, sagte Schwetz. Er habe eigentlich erst in sechs Jahren geplant gehabt, über eine Kandidatur nachzudenken. Doch so habe er sich schon jetzt dafür entschieden.

Seit drei Jahren lebt der in Erlangen geborene Maximilian Schwetz in Kirchhain. Der Physiker promoviert derzeit in Marburg. Vielen ist er als Hochleistungssportler bekannt geworden, Schwetz war Triathlet und gehörte der Nationalmannschaft an. Im Jahr 2019 beendete er seine aktive Laufbahn.

Das Wort „Sport“ findet sich auch bei den drei Leitbegriffen, mit denen er sich bei seiner Vorstellung selbst beschreibt. Er sieht sich als modern, als sportlich, als mutig. So will er auch im Falle seiner Wahl am 6. März nächsten Jahres agieren. Hinter dem Wort „modern“ nannte Schwetz die Digitalisierung, auch von Dienstleistungen der Verwaltung, ebenso aber auch die Nachhaltigkeit. „Dabei braucht kein Mensch auf etwas zu verzichten, wenn wir klug handeln“, so Schwetz. Sport bedeute für einen Leistungssportler, hart zu arbeiten, diszipliniert zu sein. Sport bedeute aber auch Fairness. „Ich werde keinen Wahlkampf gegen Olaf Hausmann oder die SPD führen“, betonte Schwetz. Natürlich sei seine Kandidatur für das Amt mutig. „Aber es ist für mich auch mutig, schwierige Entscheidungen zu treffen und umzusetzen“, erklärte der Grünen-Kandidat dann ebenso.

Das Wahlprogramm steht noch nicht

Das Wahlprogramm steht noch nicht, ein Thema für die nächsten Wochen. Schwetz will vor allem, dass Kirchhain noch moderner und effizienter auftritt als bisher. Ein Stichwort ist die digitale Bürgerbeteiligung, die er ausbauen und fördern will. Als Beispiel nennt er den Einsatz spezieller Apps, also Programmen auf den Smartphones.

Er will auch, dass Kirchhain ein „Klimawende-Vorbild“ wird. Bei der Energieerzeugung sei das schon gelungen. Beim Radverkehr sieht Schwetz dafür im Augenblick um so größere Defizite. Ziel müsse es doch werden, dass jeder Stadtteil über befahrbare Radwege erreicht werden könne, so formuliert er. Allgemein sieht er das Ziel, „dass Kirchhain eine Wohlfühlstadt wird“. Die Innenstadt brauche mehr Grün und mehr Erhol-Plätze. Ein Gräuel sind ihm abgesperrte Sportmöglichkeiten. Schwetz formulierte einen Leitgedanken dazu mit Blick auf die Innenstadtentwicklung: „Es soll für jeden eine Motivation geben, abends noch einmal rauszugehen und Menschen zu treffen.“ Dass Kirchhains Grüne einen eigenen Kandidaten präsentieren wollen, war schon länger erklärtes Ziel. Reiner Nau als einer der beiden Stadtverbandsvorsitzenden machte am Montag klar, mit welchem Ziel das geschieht: „Unser Anspruch ist es, zu gewinnen.“ Dabei soll es für Schwetz vor allem im Falle eines Wahlsieges auch Unterstützung geben. Kirchhains Grüne haben Kontakt mit amtserfahrenen Parteifreunden und Unterstützern wie etwa Angela Dorn oder auch Karsten McGovern.

Bis Jahresende besteht die Möglichkeit, Kandidaten für die Wahl zu nominieren. Von der CDU gibt es bisher noch keine Festlegung. Auch die FDP hat sich noch nicht abschließend positioniert. Einzig Bürgerliste und Die Linke haben schon signalisiert, dass sie auf einen eigenen Bewerber verzichten werden.

Von Michael Rinde

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