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Ostkreis Bürgerhilfeverein will im Alltag helfen
Landkreis Ostkreis Bürgerhilfeverein will im Alltag helfen
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00:19 27.06.2019
Zertifizierte Bürgerhelfer, der Vereinsvorstand und Unterstützer aus der Politik engagieren sich für die Bürgerhilfe Stadtallendorf. Quelle: Michael Rinde
Stadtallendorf

Der Bürgerhilfeverein Stadtallendorf steht in den Startlöchern. In Kürze soll es losgehen. Bei einem Termin im „Café Babylon“ im Jugendzentrum gab es die Zertifikate für die Teilnehmer der ersten Helferschulung. 17 Helfer aus Stadtallendorf sind neu geschult worden, vier weitere haben bereits eine Qualifikation. Die Schulungen dauerten 40 Stunde, wie Elke Köhler von der städtischen Seniorenarbeit der OP berichtet. Erste Hilfe, Kenntnisse über Hygiene, über einfache Grundlagen der Pflege und Alltagshilfe waren nur einige der Themen, die bei den Schulungen im Fokus gestanden haben. Auch der Umgang mit Konflikten und Problemen während der Einsätze als Bürgerhelfer wurde geschult, um die Ehrenamtlichen auch darauf vorzubereiten.

Das Lernen hat für die Ehrenamtlichen dabei aber auch nach dieser Grundlagenschulung noch kein Ende. Stetige Fortbildungen werden folgen, etwa zum Thema Recht.
Eine Helferin aus der Kernstadt schildert der OP ihre Motivation: Sie sehe die Notwendigkeit für die Bürgerhelfer aus ihrer eigenen Erfahrung heraus. Ihre Mutter habe einfache Hilfen gebraucht, aber keine finden können.
Die Bürgerhelfer sind keine Konkurrenz zu Pflegediensten, sie setzen bei den kleinen Alltagshilfen an. Das Angebot ist niedrigschwellig. „Und Nachbarschaftshilfe ist eben auch nicht mehr überall selbstverständlich“, sagt eine weitere Helferin.

Hilfe bei sozialen Kontakten

In der Regel haben die Menschen, die diese Alltagshilfen brauchen, einen Pflegegrad. Und der sieht bereits ab Pflegegrad 1 monatlich 125 Euro für die alltagsnahen Hilfen vor. Für die Bürgerhelfer sind die Zahlungen als Aufwandsentschädigung gedacht, nicht als Lohn. Die Abrechnung und Koordinierung der Bürgerhilfe-Einsätze übernimmt dabei der Verein. Der hat mit Annette Strathmann die erste von zwei Koordinationskräften eingestellt (die OP berichtete). Strathmann wie auch die zweite Fachkraft haben 20-Stunden-Stellen, die mit öffentlichen Zuschüssen zunächst mitfinanziert werden.

Bei der Zertifikatsübergabe war die Stimmung im Café Babylon jedenfalls hervorragend. Vereinsvorsitzender Christian Calderola, Bürgermeister Christian Somogyi und Elke Köhler übernahmen die Verteilung der Zertifikate. „Das ist der nächste Schritt, um das Haus Bürgerhilfe weiterzubauen“, wählte Somogyi ein Bild für den Anlass der Zusammenkunft. Die Helfer übernähmen auch die wichtige Aufgabe, gerade ältere Menschen zu erreichen und ihnen zu helfen, soziale Kontakte zu knüpfen. Das kann beispielsweise auch durch die Information über die Angebote der städtischen Seniorenarbeit geschehen.

Annette Strathmann selbst machte den grundlegenden Wert der Bürgerhilfe für das Zusammenleben klar: „Ohne Zusammenhalt funktioniert Gesellschaft überhaupt nicht“.
Das Alter der jetzt geschulten Bürgerhelfer reicht von 18 bis über 70 Jahre. Anja Strieth vom Vereinsvorstand hat sich ebenfalls schulen lassen. Sie ist dabei, weil sie einen Beitrag dazu leisten möchte, dass die Hilfe auch in den Stadtteilen ankommt. Sie lebt in Wolferode. Spontan denkt sie an mitunter fehlende Fahrtmöglichkeiten für Behörden- oder Arztbesuche. Auch das leistet die Bürgerhilfe Stadtallendorf in naher Zukunft für die Mitbürger.

von Micheal Rinde