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Ostkreis Bürgerhilfeverein will sichtbarer werden
Landkreis Ostkreis Bürgerhilfeverein will sichtbarer werden
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09:57 14.01.2021
Der Bürgerhilfeverein stellt seine neuen Flyer und Plakate gemeinsam mit Bürgermeister Christian Somogyi vor.
Der Bürgerhilfeverein stellt seine neuen Flyer und Plakate gemeinsam mit Bürgermeister Christian Somogyi vor. Quelle: Michael Rinde
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Stadtallendorf

Der Verein „Bürgerhilfe Stadtallendorf“ wirbt für sich selbst. Schließlich hat er auch einiges zu bieten und in den vergangenen zwei Jahren viel geleistet.

Erstmal gibt die Stadtallendorfer Bürgerhilfe eine eigene kleine Broschüre, einen Flyer, heraus, in der sie über die Angebote ebenso informiert wie über die Möglichkeit, selbst Bürgerhelfer zu werden.

Sie wird künftig in Arztpraxen, im Rathaus und im Pflegestützpunkt und an vielen anderen Orten im Stadtgebiet bereitliegen. Künftig soll sie auch in der Internetrubrik des Bürgerhilfevereins auf der Seite der Stadt Stadtallendorf zu finden sein.

Im Flyer finden Interessierte Hinweise auf die verschiedenen Angebote der Bürgerhelfer, etwa bei Besuche und Betreuung, Alltagshilfen zum Beispiel beim Kochen oder die Begleitung von Freizeitaktivitäten. Auch der Weg, wie Interessierte selbst aktive Bürgerhelfer werden können, ist in Kurzform in diesem Flyer beschrieben.

Nachfragen im Lockdown zurückgegangen

Künftig kann sich der gemeinnützige Verein auch bei Veranstaltungen, wenn es wieder welche gibt, angemessen präsentieren. Er hat jetzt selbst sogenannte Roll-up-Banner, also ausziehbare Plakate. Bei der Erstellung von Flyer und Roll-ups hatte der Verein Hilfe von Zofia Szafarzyk, dem „kreativen Kopf“ der Stadtverwaltung.

Durch die Einschränkungen während des Lockdowns seien die Nachfragen nach Hilfen etwas zurückgegangen, sagt Emilia Mann, Koordinatorin und zusammen mit Vereinsvorsitzendem Cristian Caldarola eine der ersten Ansprechpartner für alle Anliegen. Emilia Mann ist dabei nicht nur Vermittlerin, sie ist auch Lotsin.

Sie vermittelt bei Hilfsanfragen auch gezielt an andere Institutionen, wie zum Beispiel an den Pflegestützpunkt oder Beratungsstellen. Anfragen erreichten sie häufig von Angehörigen, Freunden und Nachbarn älterer Menschen. Wenn sie einen Hausbesuch mache schaue sie sehr genau, was für Hilfen der jeweilige Klient brauche und wie seine häusliche Situation aktuell aussehe, um weiterhelfen zu können.

Verein betreut 55 Menschen

Aktuell hat der Verein 58 Bürgerhelfer, von denen 23 aktiv sind. 15 Helfer sind noch in der Ausbildung, die wegen der Pandemie unterbrochen werden musste. Sie dürfen aber in enger Absprache mit dem Verein kontaktlose Aufgaben übernehmen, beispielsweise Einkäufe erledigen. Derzeit betreut der Verein 55 Menschen im Stadtallendorfer Stadtgebiet und der näheren Umgebung. Allein im vergangenen Jahr kamen 2.963 Stunden zusammen, die Bürgerhelfer geleistet haben.

Zu den Angeboten des Bürgerhilfevereins gehören auch Fahrdienste. Wäre es denkbar, dass Bürgerhelfer auch über 80-Jährige nach Gießen zum Impfen gegen das Corona-Virus brächten, insbesondere Menschen, die keine eigene Möglichkeiten dafür organisieren können? Bei dieser Frage bezieht Bürgermeister Somogyi Position. Diese Aufgabe sei den Kommunen vom Land angetragen worden.

1.300 Stadtallendorfer über 80 impfberechtigt

„Und wir nehmen den Auftrag an, es geht um unsere Bürger.“ Derzeit werde am Konzept gearbeitet. Es gebe noch viele rechtliche, versicherungstechnische und praktische Fragen zu klären. Beispielsweise müsse sichergestellt sein, dass auch der Fahrer eines Transportes nicht mit dem Virus infiziert ist und damit eine Gefahr für seinen „Fahrgast“ wird.

Eine Stadtallendorfer Arztpraxis hat auf Nachfrage der Stadt angeboten, bei potenziellen Fahrern jeweils vorher einen Schnelltest auf das Corona-Virus vorzunehmen. Allein in Stadtallendorf sind rund 1.300 Menschen über 80 Jahre alt und impfberechtigt.

„Wir hoffen, dass die meisten die Fahrt über einen Angehörigen organisiert bekommen. Für die anderen Menschen arbeiten wir an Lösungen“, sagt Somogyi. Dabei könne der Bürgerhilfeverein ein möglicher Partner werden. „Wir müssten aber zunächst auch mit unseren Helfern sprechen, ob sie dazu bereit wären“, erklärt Vorsitzender Caldarola. Die Stadt will ihr Konzept zeitnah fertigstellen.

Von Michael Rinde