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Ostkreis Radfahrer sind zunächst ratlos
Landkreis Ostkreis Radfahrer sind zunächst ratlos
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14:00 10.09.2020
Die Brücke am Sandfang in Kirchhain ist abgerissen. Quelle: Privatfoto
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Kirchhain

Mancher Radfahrer war vergangene Woche etwas ratlos. Am Wohra-Sandfang, einem von Kirchhains beliebtesten Naherholungsgebieten, ist eine kleine Brücke verschwunden.

Radfahrer und Fußgänger müssen derzeit einen Umweg in Kauf nehmen – und fragen sich natürlich, warum die Brücke verschwunden ist und was dort passiert.

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Antwort wissen das Amt für Bodenmanagement als die Flurbereinigungsbehörde und die Stadtverwaltung Kirchhain.

Die alte Brücke sei in ihrer bisherigen Funktion nicht mehr nötig gewesen, einen so großen Durchlass wie bisher brauche es am Wohra-Sandfang nicht mehr, erläutert Meike Bonsa von der Stadtverwaltung.

Für den Wohra-Sandfang läuft ein Flurbereinigungsverfahren nach der Neugestaltung. Eigentumsverhältnisse werden neugeordnet, das Wegenetz soll angepasst und verbessert werden. Die kleine Brücke am Sandfang ist das erste Bauprojekt in diesem Verfahren, das umgesetzt wird.

Geringere Unterhaltskosten für die Stadt

An die Stelle der Brücke treten zwei Durchlassrohre, wie Christian Schmitt, der Verfahrensleiter, im Gespräch mit der OP erläutert. Die Rohre mit einem Durchmesser von einem Meter und einer ungefähren Länge von 12 Metern werden überfahrbar sein, das Umfeld wird entsprechend aufgefüllt, es entsteht also quasi eine durchfahrbare Furt. Auf den Durchlassrohren wird am Ende eine Asphaltdeckschicht aufgebracht.

„Für die Stadt Kirchhain bedeutet das auf Dauer auch geringere Unterhaltungskosten im Vergleich zur Brücke“, sagt Christian Schmitt. Wie alle Teilnehmer der Flurbereinigung war auch die Stadt an den Planungen von Anfang beteiligt. Sie ist auch finanziell bei dem Projekt mit im Boot. Die Brückenarbeiten kosten rund 79 000 Euro. Davon übernehmen EU, Bund und Land im Zuge der Flurbereinigung rund 59 000 Euro, etwa 19 000 Euro trägt die Stadt Kirchhain, so Schmitt.

Bis Ende Oktober, so die Planungen, sollen alle Arbeiten erledigt sein. Doch das Flurbereinigungsverfahren Sandfang läuft noch einige Jahre. „Vorgesehen ist, es 2026 endgültig abzuschließen. Bis dahin passiert aber noch viel“, so Christian Schmitt. Im Zuge der Arbeiten an den neuen Durchlässen wird auch ein Wegstück gleich mitsaniert. Baumwurzeln hätten ihm zugesetzt, so der Leiter dieses Flurbereinigungsverfahrens.

von Michael Rinde