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Ostkreis Die Tradition gibt’s dieses Jahr auf DVD
Landkreis Ostkreis Die Tradition gibt’s dieses Jahr auf DVD
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15:20 21.12.2021
Die Dreharbeiten zum Brachter Krippenspiel fanden im November statt.
Die Dreharbeiten zum Brachter Krippenspiel fanden im November statt. Quelle: Privatfoto
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Bracht

Das Aufführen des Krippenspiels ist alljährlich der Höhepunkt des Jahres für die Jungen und Mädchen, die am Kindergottesdienst teilnehmen. In Corona-Zeiten ist es aber gar nicht so einfach, ein solches Projekt den Vorgaben entsprechend umzusetzen. In Bracht haben sich daher Maren Weichsel, Claudia Naumann und Nicole Naumann – das Team vom Kindergottesdienst – erneut etwas einfallen lassen, um den Kindern zumindest ein Stück Normalität zurückzugeben: Im vergangenen Jahr brachten sie das Krippenspiel als Hörspiel auf CD zu den Menschen, in diesem Jahr organisierten sie dann sogar Filmaufnahmen: Rund 25 Kinder im Alter von 3 bis 11 Jahren wirkten an den Dreharbeiten mit, sodass es das Brachter Krippenspiel in diesem Jahr sogar auf DVD gibt – ergänzt durch Ansprachen und Gebete von Pfarrer Christoph Müller sowie Musik der Jungbläser des Posaunenchores sowie von Organistin Kathrin Ochs.

Claudia Neumann hatte rund um die Weihnachtsgeschichte, die von der Geburt Jesu handelt, eine Rahmenhandlung geschrieben, in der auch Corona thematisiert wird. „Das wollte ich unbedingt aufgreifen, da es als Thema überall präsent ist“, erklärt sie. Danach teilten die Frauen das Manuskript in einzelne Szenen auf und machten sich ans Organisieren – es galt schließlich, möglichst früh mit dem Projekt zu beginnen, um die zahlreichen notwendigen Schritte umzusetzen. Beispielsweise hatten die Brachter eine gute Kamera zur Verfügung, die von Familie zu Familie beziehungsweise Gruppe zu Gruppe für die Dreharbeiten weitergereicht werden musste. Ganz zu schweigen von Regieanweisungen, die es zu machen galt. Von der Zuteilung der Rollen ganz zu schweigen: Ältere Kinder bekamen eher größere Rollen zugeteilt, außerdem war klar, dass Geschwister immer gemeinsam auftreten sollen, um unnötige Durchmischungen zu verhindern – doch zum Glück kennt das Team vom Kindergottesdienst die Jungen und Mädchen in Bracht seit vielen Jahren, was beim Betreten des filmischen Neulandes diesen Schritt zumindest erleichterte.

Unterschiedliche Drehorte

Maximal sechs Kinder wirkten pro Szene an den unterschiedlichsten Drehorten mit – zum Beispiel tatsächlich auch in einem Stall in der alten Mühle bei Weichsels Schwiegereltern. „Die Eltern übernahmen das Drehen der Szenen und musste sich natürlich absprechen, wer wann die Kamera nutzen kann“, erklärt Claudia Naumann und berichtet von einer weiteren Besonderheit: Jedes Kind musste seinen Part im Brachter Krippenspiel alleine einüben und proben. Erst zu den tatsächlichen Dreharbeiten kamen die Jungen und Mädchen in ihren Gruppen zusammen und spielten die Szenen erstmals gemeinsam. Zwei- bis dreimal sollte jede Szene gedreht und eingereicht werden, um bei der Zusammenstellung beziehungsweise dem Schneiden (das Markus Weichsel übernahm) eine gewisse Auswahl zu haben. „Der Prozess war also ganz anders als sonst“, betont Nicole Naumann und freut sich mit ihren beiden Mitstreiterinnen, dass die 25 kleinen Darsteller „super motiviert“ gewesen seien und mit viel Freude an dem Projekt mitgewirkt hätten.

Weihnachtsstimmung fehle zunächst

Ein kleines Problem war, dass während der Dreharbeiten, die aufgrund der Vorbereitung bereits im November erfolgten, noch nicht wirklich Weihnachtsstimmungen aufkommen wollte. Aber auch das hätten die Kinder mit Bravour gemeistert, freuen sich die drei Organisatorinnen und sprechen allen, die an dem Projekt mitwirkten, großes Lob aus – zum Beispiel Jens Naumann, der seine Frau Claudia und Pfarrer Müller beim Brennen der DVDs unterstützte: Alle mitwirkenden Familien bekommen eine solche DVD ebenso wie jeder aus dem Dorf, der das möchte. „Das Krippenspiel hat nämlich nicht nur einen hohen Stellenwert im Kindergottesdienst, sondern auch im Gemeindeleben an sich“, betont Nicole Naumann. Teilhabe laute schließlich das Schlagwort: „Auch, wenn wir uns nicht persönlich sehen können, möchten wir zeigen, dass wir alle zusammengehören“, stellen die drei Frauen heraus.

Und ein bisschen Gemeinsamkeit gibt es in Bracht dann doch: Am Heiligen Abend gibt es ab 16 Uhr ein vom Posaunenchor begleitetes, gemeinsames Singen von Weihnachtsliedern – davor und danach wird jeweils einmal in der Kirche der Krippenspiel-Film gezeigt.

Von Florian Lerchbacher