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Ostkreis Eine besondere Prozession im Kerzenschein
Landkreis Ostkreis Eine besondere Prozession im Kerzenschein
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13:09 22.11.2021
Im Januar kam diese Reliquie des heiligen Bonifatius in der Stiftskirche an, jetzt wird sie mit einer Prozession verabschiedet.
Im Januar kam diese Reliquie des heiligen Bonifatius in der Stiftskirche an, jetzt wird sie mit einer Prozession verabschiedet. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
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Amöneburg

Ein in vielerlei Hinsicht besonderes Jahr „auf dem Berg“ geht allmählich zu Ende. Am Samstag und Sonntag feiern die katholischen Christen den Ausklang. Vor 1300 Jahren begann die christliche Missionierung durch den heiligen Bonifatius. Seit 8. Januar erinnert daran eine ganz besondere Reliquie in der Stiftskirche an dieses historische Ereignis. Während das weltliche Jubiläumsjahr in Amöneburg noch weitergeht, wird es die Kirchengemeinde am Wochenende beschließen.

Am Samstag gibt es ein sehr seltenes Ereignis selbst im katholisch geprägten Amöneburg, eine Reliquienprozession durch die Altstadt. „Das gab es zuletzt im Jahr 2004“, sagt Pfarrer Marcus Vogler. Die Armreliquie des heiligen Bonifatius wird in ihrem Schrein durch die Altstadt getragen.

Reliquie schon zweimal in Amöneburg

Dabei leuchtet Kerzenschein. Die Kirchengemeinde hat an die Altstadtbewohner eigens im Vorfeld Kerzen verteilt. Sie sollen während der Prozession vor den Türen und Fenstern leuchten. Pfarrer Vogler wünscht sich, dass die Gläubigen an diesem Tag die Gelegenheit zu einem Gebet nutzen für die anstehende neue Pfarreigründung. Sie steht zum Jahreswechsel an. Nach der Prozession geht die Reliquie zurück an das Bistum Fulda. Sie war in den zurückliegenden Monaten in der Stiftskirche immer wieder zu sehen.

„Viele Menschen haben meiner Wahrnehmung nach die Gelegenheit genutzt, dort zu beten“, freut sich Marcus Vogler. Die Reliquie befand sich in der Vergangenheit schon zweimal in Amöneburg, im Jahr 1996 und im Jahr 2004 anlässlich des 1250. Todestages des Heiligen. Vogler hofft, dass der Schrein künftig häufiger an verschiedenen Orten des Bistums zu sehen sein wird. „Dem Bischof hat die Resonanz der Gläubigen bei uns auf die Reliquie gut gefallen“, berichtet der Amöneburger Pfarrer.

Basar im Rabanus-Haus

Der zeitliche Ablauf am Samstag: Zu Beginn gibt es um 16 Uhr eine Bonifatiusvesper in der Kirche, die Prozession folgt im Anschluss gegen 16.30 Uhr. Im Anschluss ist ein gemütliches Zusammensein geplant. In den Räumen des Rabanus-Hauses richten die katholische Frauengemeinschaft und der Förderverein der Stiftskirche dann auch einen kleinen Basar aus. Dort gilt die „2G“-Regel, Zutritt haben also nur Geimpfte und Genesene. Der Basarerlös kommt der Stiftskirche zugute.

Am Sonntag beginnt der Tag mit einem Pontifikalamt mit Weihbischof Karlheinz Diez in der Stiftskirche ab 10.30 Uhr. Das Pontifikalamt bildet den eigentlichen Abschluss des Jubiläumsjahres aus kirchlicher Sicht.

Für die Teilnahme ist eine Anmeldung unter www.katholische-kirche-amoeneburgerland.de oder unter der Rufnummer 0 64 22/21 03 erforderlich.

Den Abschluss bildet dann ein Lobpreisgottesdienst ab 18 Uhr mit der Band „Connect to god“. Es werden Lieder zum „Herunterkommen und Genießen“ an diesem Abend geben, kündigt Pfarrer Vogler an. Auch für den Lobpreisgottesdienst ist eine Anmeldung via Internet oder der oben angegebenen Telefonnummer erforderlich.

Wie fällt die erste Bilanz des Jubiläumsjahres aus kirchlicher Sicht aus? Pfarrer Vogler gibt sich dankbar, es habe keine Veranstaltung aufgrund der Pandemie ausfallen müssen. Er verweist auch auf die Reihe „Bonifatius on tour“ und die zahlreichen festlichen Gottesdienste mit Bischof Dr. Michael Gerber oder Weihbischof Diez und ist rückblickend überzeugt: „Bonifatius ist aus verschiedenen Facetten zum Leuchten gekommen.“ Das war auch ein Wunsch, den Bischof Gerber im Januar in seiner Predigt in Amöneburg formuliert hatte.

Und schließlich bleibt das Jahr 2021 auch mit der Einweihung des Tympanons, des Reliefs über dem Kircheneingang, verbunden.

Von Michael Rinde