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Ostkreis Bischof: Heiliger lehrt, mit Tiefschlägen umzugehen
Landkreis Ostkreis Bischof: Heiliger lehrt, mit Tiefschlägen umzugehen
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18:00 10.01.2021
Bischof Michael Gerber entzündete in der Stiftskirche eine eigens für die Reliquie gefertigte Kerze. Quelle: Tobias Hirsch
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Amöneburg

Am Freitagabend (8. Januar) ruhte sie sicher in ihrem Schrein vor dem Stiftskirchen-Altar, die Arm-Reliquie des heiligen Bonifatius. Es ist eine bedeutende Reliquie des Heiligen, der für die Stadt Amöneburg und das Bistum Fulda von so herausragender Bedeutung ist. Im Jahr 721 begann Bonifatius die Christianisierung des heutigen Hessens und Thüringens dort, wo heute die Stadt Amöneburg steht. Die Stadt feiert ihr Jubiläum ein Jahr lang. Am Freitagabend läutete das Bistum den 1300 Jahre zurückliegenden Anfang der christlichen Missionierung durch den Heiligen mit einem Pontifikalamt ein.

Der Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber zelebrierte damit seine zweite Messe an einem Tag in der Stadt auf dem Berg. Am Morgen hatte Gerber die Sternsinger ausgesandt, am Abend gab er vor allem geistige Impulse an die gut 100 Besucher des Pontifikalamtes. Gerber zollte aber auch den Organisatoren der 1300-Jahrfeier und ihrer Arbeit Respekt. Wohlwissend um die Unwägbarkeiten angesichts der Corona-Pandemie, den Beschränkungen bis hin zum aktuellen Lockdown. Die Frage, was möglich sein werde, müsse immer wieder neu beantwortet werden. Als einer der beiden Schirmherren des Jubiläums war der Fuldaer Bischof früh in die Organisation involviert.

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Auseinandersetzung mit dem Heiligen

Eindringlich warb der Fuldaer Bischof darum, dass sich alle Beteiligten in diesem kommenden Jahr formen ließen, performativ seien. Und Gerber stellte in seiner Predigt Fragen. So fragte er die Gläubigen, was in diesem Jahr denn ihr Leitstern sein werde: „Auf wen schaut ihr gemeinsam?“

Immer wieder schlug der Fuldaer Bischof den Bogen zum heiligen Bonifatius. So sollten alle darauf schauen, welche unterschiedlichen Ereignisse sein Leben geprägt hätten. Michael Gerber animierte dazu, sich mit dem Heiligen auseinanderzusetzen, sich über ihn zu informieren. Er wisse, dass der Verein „Amöneburg 1300“ in dieser Hinsicht vieles geplant habe, was er begrüße.

Reliquie wird bis November bleiben

Die Arm-Reliquie wird bis November in Amöneburg bleiben, sie kann dort in den nächsten Monaten von den Gläubigen verehrt werden. Und wieder spannte Gerber in seiner Predigt den Bogen zwischen der Corona-Krise und Bonifatius. Er fragte danach, wie die Menschen mit Tiefschlägen umgingen. Bonifatius habe Tiefschläge durchschritten. „Menschen sind durch solche Erfahrungen auch gewachsen“, so die klare Feststellung Gerbers. Der Heilige verlor sein Leben bei einem Angriff von Räubern.

Der Fuldaer Bischof zelebrierte die Messe unter anderem gemeinsam mit Pfarrer Marcus Vogler. Gleich zu Beginn des Pontifikalamtes hatte Gerber einen besonderen Segen erteilt. Er hatte eine eigens für die Reliquie gefertigte Kerze gesegnet und danach entzündet. Am Ende des Gottesdienstes überreichte Pfarrer Vogler ein besonderes Geschenk an den Fuldaer Bischof: eine kleine Flasche Wein, so geformt, dass sie auch bei Gefälle gerade steht. Das solle Gerber zusammen mit der Aufschrift an diesen Tag in Amöneburg erinnern.

von Michael Rinde

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