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Ostkreis Bioenergiegenossen drängen auf Förderungen
Landkreis Ostkreis Bioenergiegenossen drängen auf Förderungen
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13:56 12.04.2021
Die Heizzentrale der Bioenergiegenossenschaft Kleinseelheim.
Die Heizzentrale der Bioenergiegenossenschaft Kleinseelheim. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
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Kleinseelheim

Der Vorstand der Bioenergiegenossenschaft Kleinseelheim ist weiter aktiv und wirbt politisch für die Klimawende und vor allem für eine bessere Unterstützung für Bau und Betrieb von Nahwärmenetzen. Deshalb hat sich das Gremium jetzt per offenem Brief direkt an den heimischen Bundestagsabgeordneten Sören Bartol (SPD) gewandt. Bartol ist aus Sicht der Kleinseelheimer Energiegenossen prädestiniert für das Thema, ist er doch unter anderem einer der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und zugleich Mitglied im Ausschuss für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen.

Worum geht es dem Vorstand der Bioenergiegenossenschaft Kleinseelheim? Ausgangspunkt ist die „Wärmewende“, sprich eine klimafreundliche Wärmeversorgung, die zugleich allerdings auch für Hausbesitzer und Mieter gleichermaßen finanziell stemmbar ist. Ein Beitrag dafür sind Nahwärmenetze.

In ihrem offenen Brief an Bartol, der unter anderem auch an Landrätin Kirsten Fründt beispielsweise oder den Sparkassen-Vorstand Andreas Bartsch ging, werben die Kleinseelheimer jetzt um bessere Bundesförderungen für den Bau und Betrieb derartiger Netze. Eine zentrale Aussage in Richtung des Bundes: Wenn ein Fernwärmenetz zur Verfügung steht, sollte der Einbau von Öl-Brennwertheizungen zusammen mit Photovoltaikanlagen nicht mehr förderfähig sein. Weitere Aussagen in Richtung Bund: Es muss grundsätzlich attraktiv sein, Neubaugebiete mit entsprechender Förderung an Wärmenetze anzuschließen. Und Wärmenetze müssten preislich mit anderen Heizungslösungen konkurrieren können. Vorstand und Aufsichtsrat der Kleinseelheimer Bioenergiegenossenschaft wünschen sich dabei „flexiblere Fördermöglichkeiten und Sicherheiten“, die sich besser an die Situation vor Ort anpassen lassen.

Im nächsten Schritt wünschen sich die Kleinseelheimer jetzt ein Gespräch mit Sören Bartol über diesen Themenkomplex. Der ist zu einem solchen Dialog gerne bereit und will mit dem Vorstand einen Gesprächstermin vereinbaren. Er wird im Gespräch mit der OP dabei grundsätzlich: „Die Klimawende funktioniert nur, wenn sie auch von unten gelebt wird.“

Der Bundestagsabgeordnete macht dabei auch keinen Hehl daraus, dass gerade die Umsetzung der „Wärmewende“ bei Gebäuden durchaus Sorgen bereitet. Ökologie, Wohnen und der Preis müssten am Ende so gestaltet werden, „dass es sich die Menschen auch leisten können.“

Zwölf Dörfer und eine Stadt setzen auf Bioenergie

Die Energiegenossenschaft weist darauf hin, dass Fassadendämmung im ländlichen Raum je nach Art und Alter des Gebäudes durchaus schwierig ist. Es sei für Gebäudebesitzer problematisch, eine zufriedenstellende Alternative zur alten Ölheizung zu finden.

In Sachen Ölheizungen verweist Bartol auf eine schon bestehende Festlegung im Klimapakt. Demnach dürfen ab 2026 keine neuen Ölheizungen mehr in Gebäuden eingebaut werden. „Es ist eine kluge Entscheidung, auf Nahwärme zu setzen“, betont Bartol.

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf sei dabei eine „Blaupause“ für andere mit ausgezeichneten Projekten wie dem „Pionier“ Oberrosphe. Im heimischen Landkreis gibt es mit Rauschenberg derzeit eine Bioenergiestadt und zwölf Bioenergiedörfer.

Von Michael Rinde