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Ostkreis Unwetterfolgen treffen viele Betziesdorfer
Landkreis Ostkreis Unwetterfolgen treffen viele Betziesdorfer
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19:00 07.06.2021
Links: Ein Hertingshäuser spritzt am Samstagabend Schlamm von der Straße. Rechts: Landunter in Betziesdorf, ein Unwetter hatte auch den Kirchainer Stadtteil am Samstagabend schwer getroffen.
Links: Ein Hertingshäuser spritzt am Samstagabend Schlamm von der Straße. Rechts: Landunter in Betziesdorf, ein Unwetter hatte auch den Kirchainer Stadtteil am Samstagabend schwer getroffen. Quelle: Thorsten Richter
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Betziesdorf traf die Gewitterzelle am Samstagabend besonders extrem (die OP berichtete). Abgehakt ist das Unwetter im Ort natürlich immer noch nicht. In vielen Häusern waren zum Teil die Keller extrem vollgelaufen. Wasser und Schlamm hätten sich quer durch den Ort verteilt, berichtet Betziesdorfs Ortsvorsteher Dieter Tourte der OP. Bis in die tiefe Nacht hätten viele Betziesdorfer gearbeitet, um die Schäden wenigstens zu begrenzen.

Für die Kirchhainer Feuerwehren führten die Folgen des Gewitters über Betziesdorf zu einem großen Unwettereinsatz über Stunden. Dass es Betziesdorf mit solcher Wucht getroffen hat, ist ein Novum. „Was sich bei uns abgespielt hat, habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt“, sagt Ortsvorsteher Tourte. Er geht davon aus, dass manche Dorfbewohner noch wochenlang mit den Schäden und den Folgen des Unwetters kämpfen werden.

Gestern war Tourte gemeinsam mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung unterwegs, um festzustellen, wo im öffentlichen Raum, beispielsweise auf Straßen oder Plätzen, kurzfristig etwas passieren muss. Alle Gullys waren nach dem Unwetter mit Schlamm und Steinen verstopft und mussten gestern vom Kirchhainer Bauhof erst einmal wieder gereinigt werden.

„Aber der Schaden bei den Privathaushalten überwiegt ganz eindeutig, an öffentlichen Gebäuden wie dem Bürgerhaus gab es kaum Schäden“, sagt Tourte. Bei vielen Haushalten seien Böden, Mobiliar oder auch Waschmaschinen durch Wasser und Schlamm zerstört worden, in vielen Gebäuden werden längere Trocknungsmaßnahmen unvermeidlich sein. Betziesdorf liege in einer Trichterlage, wodurch Wasser und Schlamm mit wachsender Geschwindigkeit ins Dorf flössen. Großen Dank richtet Tourte im Namen vieler Betroffener an die Feuerwehren aus den umliegenden Stadtteilen und der Kirchhainer Kernstadt. Der Einsatz sei sehr gut organisiert gewesen.

Auch Bürgermeister Olaf Hausmann hätte sich vor Ort informiert. „Und die Betziesdorfer haben sich auch untereinander natürlich sehr geholfen in den vergangenen Tagen, das funktioniert bei uns“, freut sich der Ortsvorsteher. Im nächsten Schritt müsse jetzt gemeinsam mit der Stadt geschaut werden, wie sich solche Unwetterfolgen zumindest abmildern ließen.

Doch auch andernorts richteten große Wassermengen Schäden an. Betroffen war abermals ein Teil des Wohrataler Ortsteils Hertingshausen.

Irene Hein war zu dem Zeitpunkt nicht zuhause, ihre Nachbarn riefen sie mit der Schreckensnachricht an „das Wasser ist wieder da“, wie sie der OP berichtete. Sie kennt die Situation, es ist nicht das erste Unwetterereignis, das den kleinsten Ortsteil Wohratals schon getroffen hat.

Am Samstag traf es allerdings vor allem einige Straßen rund um das Lavendelfeld. Das Wasser sei samt Schlamm aus den nahegelegenen, mit Mais bepflanzten Äckern gekommen und in Straßen und auf einzelne Höfe geflossen, berichtet Irene Hein. „Das Wasser schoss durch unsere Scheune hindurch“, erzählt sie. Betroffen waren unter anderem die Winterseite, der Schindgraben oder der Neue Weg.

Rote Brühe sei in Scheunen hereingelaufen. Einen größeren Feuerwehreinsatz hat es dieses Mal aber nicht gegeben, auch wenn das Feuerwehrfahrzeug aus Hertingshausen zum Einsatz kam. „Wir haben uns unter Nachbarn und mit Hilfe aus dem restlichen Dorf geholfen“, sagt Irene Hein. Dieser nachbarschaftliche Einsatz zog sich dann bis um Mitternacht. Der Zusammenhalt sei eben da.

Gestern war der Wohrataler Bauhof in Hertingshausen im Einsatz, um vor allem Straßen und Regenabläufe zu säubern, wie Bürgermeister Heiko Dawedeit berichtet. Auch er war am Wochenende vor Ort, um sich einen Eindruck zu verschaffen und gegebenenfalls Hilfe zu organisieren.

Von Michael Rinde

07.06.2021
07.06.2021
07.06.2021