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Ostkreis Rangeleien im Dannenröder Forst
Landkreis Ostkreis Rangeleien im Dannenröder Forst
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22:35 16.09.2020
Die Polizei räumt Barrikaden von Waldbesetzern im Dannenröder Forst. Dabei kommt es zu Rangeleien. Quelle: Boris Roessler
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Zur Lage im Herrenwald

Der Twitter-Account "Im Norden Ok" teilte am Dienstagabend mit, dass jetzt auch ein Waldabschnitt im Herrenwald besetzt sei. Das Lager soll sich an der Bundesstraße zwischen Stadtallendorf und Neustadt befinden. "Polizei war am Nachmittag da. Ist wieder abgezogen. 2 Platzverweis. Sonst kein Stress.", ist da zu lesen.

Wer hinter dem Account steckt, ist unklar. Selbst bezeichnet sich der Account als "Teil der Besetzung gegen den Weiterbau der A49 im Herrenwald". 

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Zur Lage im Dannenröder Forst

Umweltaktivisten, die im Wald bei Homberg gegen den Ausbau der A49 protestieren, berichten am Morgen von einem größeren Polizeiaufgebot.

Die Polizei bestätigt, dass mehrere Dutzend Einsatzkräfte im Dannenröder Forst im Einsatz sind. Die Beamten begleiten demnach Forstarbeiter, die Zufahrtswege von Barrikaden befreien. Die Waldbesetzung werde nicht geräumt, betont die Polizei. "Die friedliche und gewaltfreie Meinungsäußerungs- sowie die Versammlungsfreiheit werden selbstverständlich von den Ordnungshütern gewährleistet und geschützt. Straftaten, die sich gegen die Verrichtung der Arbeiten, gegen Arbeiter oder Einsatzkräfte richten, werden indes konsequent verfolgt."

OP-Redakteurin Nadine Weigel ist vor Ort und berichtet live, was im Wald vor sich geht. Ihre Videos findet Ihr auf dem Facebook-Kanal der OP. Eins teilen wir hier im Artikel. Es zeigt, wie Polizisten einen Waldbesetzer davontragen, der die Räumung eines Weges behinderte. 

Der Hintergrund

Der Dannenröder Forst liegt bei Homberg (Ohm). Der Wald ist in Privatbesitz und nach Angaben von Hubertus Bieneck, dem Betriebsleiter der Wald-Eigentümergemeinschaft Schenck zu Schweinsberg, etwa 1.000 Hektar groß. Auf 60 Prozent der Fläche wachsen Laub- und auf 40 Prozent Nadelbäume.

Für den Ausbau der Autobahn 49, die einmal Kassel und Gießen verbinden soll, sollen insgesamt etwa 64 Hektar Wald gefällt werden, davon 27 im Dannenröder Forst und 34 Hektar im nördlich gelegenen Herrenwald.

Auf insgesamt etwa zwei Hektar der für die Trasse vorgesehenen Fläche im Dannenröder Forst wachsen alte Eichen und Buchen, die teils mehr als 150 Jahre alt sind. Ansonsten ist der Wald auf dem Areal dem Betriebsleiter zufolge im Schnitt 40 Jahre alt. Die für den Autobahnbau vorgesehene Fläche ist mittlerweile im Besitz des Bundes.

Im Dannenröder Forst haben sich Aktivisten in Baumhäusern eingerichtet. Sie protestieren gegen Rodungen des Waldes, die für Oktober vorgesehen sind.

von Friederike Heitz und Carolin Eckenfels