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Ostkreis Bürger gewichten Projekte
Landkreis Ostkreis Bürger gewichten Projekte
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14:00 07.01.2022
Wäre eine Neugestaltung des Marktplatzes in Kirchhain das wichtigste Projekt für die Innenstadtentwicklung?
Wäre eine Neugestaltung des Marktplatzes in Kirchhain das wichtigste Projekt für die Innenstadtentwicklung? Quelle: Tobias Hirsch
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Kirchhain

Ein zweites Mal haben die Kirchhainer Bürger das Wort in Sachen „Zukunft der Innenstadt“. Aktuell läuft eine Befragung zum „integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept“, kurz Isek genannt. Es ist eine Grundlage für die weitere Teilnahme am Förderprogramm „Lebendige Zentren“, aus dem es Geld gibt, um Pläne auch umsetzen zu können. Wie bei allen Förderungen wird Kirchhain allerdings auch Gelder aus dem eigenen Etat aufbringen müssen, wenn die Stadt Projekte angehen will.

Bei der jetzt laufenden Bürgerbefragung, die die Stadt über den „Kirchhainer Anzeiger“ unter die Menschen brachte und die auch online möglich ist, geht es um konkrete Vorhaben. Sie entstanden in der eigens dafür gebildeten Arbeitsgruppe, aus den Ergebnissen der ersten Bürgerbefragung heraus und im Zusammenspiel mit dem Fachbüro „Umbau Stadt“ und im Anschluss an das erste Bürgerforum. Am 20. Januar ist das zweite Bürgerforum geplant. Die Veranstaltung soll in jedem Falle stattfinden, wahrscheinlich online.

Doch welches von den erarbeiteten zentralen Vorhaben ist den Kirchhainer Bürgern wirklich wichtig? Was halten sie möglicherweise eher für entbehrlich? Gibt es zusätzliche Ideen? All das ist Thema der laufenden Bürgerbefragung.

Erste Ergebnisse am 20. Januar

Erste Ergebnisse sollen im Bürgerforum am 20. Januar vorgestellt werden. Für das „Projektbuch“ haben Fachbüro und Arbeitsgruppe die Kirchhainer Innenstadt in verschiedene Bereiche, die über Achsen miteinander in Verbindung stehen, eingeteilt.

Einzelne Themen aus der Befragung: Was wird zum Beispiel mit dem Umfeld des „alten Amtsgerichtes“ bis hin zum Festplatz? Bei fast allen Projekten geht es um die Umgestaltung von Flächen entlang verschiedener Achsen in der Stadt. Und was lässt sich mit der historischen Deutschordensmühle und ihrer Umgebung möglicherweise machen?

Schließlich ist das Areal ein „Eingang“ für Fußgänger in die Kirchhainer Innenstadt, zunächst in den Anna-Park. Oder sind ganz andere Themen vielleicht erst einmal wichtiger und sollten in den nächsten Jahren angefasst werden, vielleicht schon beginnend im Jahr 2023?

Angesprochen ist zum Beispiel die Fußgängerzone. Sollte sie optisch aufgewertet und deutlich grüner werden? Macht es etwa Sinn, sie mit einer Wasserrinne zu durchziehen und Flächen zu entsiegeln? Bei jedem Teilprojekt haben die Bürger die Möglichkeit, eigene Gedanken zu vermerken.

Das gilt auch für eine denkbare Neugestaltung des Kirchhainer Marktplatzes als historischem Zentrum. Dazu müsste wohl der Marktplatz von ruhendem Verkehr, also parkenden Autos weitgehend „befreit“ werden. Doch was ist zum Beispiel mit den Leerständen? Auf sie kann die Stadt ohnehin nur indirekt Einfluss nehmen, ebenso wie auf die Sanierung von Privatgebäuden.

Beim Förderprogramm „Lebendige Zentren“ sind für die einzelnen Projekten, die im „Isek“ verankert werden, Zuschüsse bis zu zwei Drittel der förderfähigen Kosten denkbar. Wie viel Einfluss werden die Ergebnisse der Bürgerbefragung am Ende auf das „Isek“, also das Gesamtkonzept haben?

Am Ende liegt es am Parlament

Bürgermeister Olaf Hausmann sagt deutlich: „Der Bürger bringt sich ein und das werden wir dann auch im Ergebnis berücksichtigen.“ Wobei auch klar sei, dass am Ende das Parlament über die Umsetzung entscheiden werde. „Aber das Parlament hat eigentlich immer den Willen und die Wünsche von Bürgern berücksichtigt“, betont Hausmann. Eine Teilnahme an der Befragung hat also tatsächlich unmittelbar Einfluss auf das, was in den nächsten Jahren, bis zum Jahr 2031, mit Fördergeldern umgesetzt werden könnte.

Hausmann unterstreicht noch einmal, dass wirklich jeder Kirchhainer von den Weiterentwicklungen berührt sein wird. Deshalb wirbt er auch um die Teilnahme der Bürger aus den Stadtteilen. „Wir müssen uns jetzt darüber klar werden, dass sich die Strukturen seit 1980 verändert haben und wir neue Impulse brauchen“, sagt Hausmann.

Wer online an der Befragung teilnehmen möchte, findet auf der städtischen Internetseite www.kirchhain.de einen Button mit der Aufschrift „Neue Bürgerbefragung gestartet“.

Das Bürgerforum ist am 20. Januar ab 18 Uhr digital und möglicherweise auch im Bürgerhaus geplant. Dafür sind Anmeldungen bei Kerstin Ebert, Telefon 064 22 / 808-124 oder per E-Mail k.ebert@kirchhain.de erforderlich.

Von Michael Rinde

06.01.2022
06.01.2022