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Ostkreis Baumbesetzer: Wir bleiben!
Landkreis Ostkreis Baumbesetzer: Wir bleiben!
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09:15 15.10.2019
Die Besetzung des Dannenröder Forstes gegen den Weiterbau der A49 geht weiter. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Am Freitag teilte das Unternehmen Deges mit, dass es die Baumfällarbeiten auf der geplanten A-49-Trasse in das kommende Jahr verlegen wird. Die Aktivisten im Dannenröder Wald nahmen die Neuigkeit zunächst zurückhaltend auf, inzwischen haben sie entschieden: Sie werten dies als Teilerfolg, der aber nicht überbewertet werden dürfe – insofern wollen sie weiterhin in ihren Baumhäusern bleiben. Denn: Aufgehoben sei nicht aufgeschoben. „Solange der Dannenröder Wald durch die Baupläne bedroht ist, muss er beschützt werden.“

Dass sie in der Pressemitteilung der Deges in keiner Form erwähnt werden, sondern das Unternehmen als Grund für das Verschieben der Fällarbeiten die nicht abgeschlossenen Ausgleichsmaßnahmen für die A 49 nennt (beispielsweise müsse die Zauneidechse noch umgesiedelt werden), scheint die Aktivisten nicht zu stören. Sie sind der festen Überzeugung, dass ihr Protest Eindruck hinterlassen hat – wenn nicht gar sogar etwas Furcht, wie „Dani“ meint. Dies macht er daran fest, dass Deges statt in diesem erst im kommenden Jahr den Zuschlag an einen privaten Projektpartner beim Bau der Autobahn vergeben will.

Seit Anfang des Monats leben immer unterschiedlich viele Aktivisten in miteinander durch Seilbrücken verbundenen Baumhäusern im Dannenröder Wald, um Baumfällungen zu verhindern und den Ausbau der A 49 zu blockieren: „Mit jedem gebauten Meter Autobahn werden Tatsachen geschaffen, mit denen später für die Zerstörung des Waldes argumentiert werden wird“, teilen sie mit und fordern „ein grundsätz­liches „Umdenken in der Mobilitätsfrage – weg von motorisiertem Individualverkehr und wirtschaftlicher Wachstumslogik“.

Sie planen nun den Ausbau ihrer Baumhäuser, die sie winterfest machen wollen. Am Sportplatz Dannenrod betreiben sie zusammen mit Unterstützern aus der Region eine Mahnwache, bei der sie „Raum für Dialog und Austausch mit den von den Autobahnbauplänen betroffenen Menschen vor Ort“, anbieten wollen. Außerdem gab es am Sonntag wieder einen Waldspaziergang der Schutzgemeinschaft Gleental, bei der die Aktivisten sich äußerten.

von Florian Lerchbacher