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Ostkreis Bauarbeiten ohne Wuselfaktor
Landkreis Ostkreis Bauarbeiten ohne Wuselfaktor
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16:57 21.04.2020
Mitarbeiter der Stadtallendorfer Firma „Farben Reinhardt" sind in der Kita im Hofwiesenweg fleißig am Werkeln.  Quelle: Florian Lerchbacher
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Stadtallendorf

Eigentlich ist es ziemlich schwer, der Corona-Pandemie etwas Positives abzugewinnen. Okay, viele Menschen zeigen, dass sie im Notfall doch zusammenhalten können. Aber das war es dann auch eigentlich schon mit dem Positiven.

Doch Bürgermeister Christian Somogyi hat noch einen Punkt gefunden, bei dem die Auswirkungen der Krise doch noch ihr Gutes haben: Die Arbeiten auf der Baustelle in der Kindertagesstätte im Hofwiesenweg lassen sich viel einfach umsetzen, als geplant worden war.

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Für insgesamt 800.000 Euro saniert die Stadt die Kindertagesstätte im Hofwiesenweg. Rund 200.000 Euro hatte sie für den ersten Bauabschnitt – einen Anbau – an Fördermitteln über die Soziale Stadt erhalten. Auch für die Umgestaltung der Außenanlage soll es weitere Gelder geben.

Erster Bauabschnitt funktionierte gut

Doch da die Stadt bei diesem Teil des Projektes Kinder und Eltern mit einbeziehen will, was dieser Tage ein Ding der Unmöglichkeit ist, hat sie dieses Vorhaben noch einmal aufgeschoben. Nicht jedoch den zweiten Bauabschnitt – der eigentlich, so wie Abschnitt Nummer eins, im laufenden Betrieb umgesetzt werden sollte. Was aufgrund der Schließung der städtischen Einrichtungen zur Kinderbetreuung nun doch nicht notwendig ist. Die Bauarbeiter sind in einem, bis auf sie, menschenleeren Gebäude tätig.

Beim ersten Bauabschnitt hatten sowohl sie als auch Eltern, Kinder und Erzieher mit einigen Einschränkungen und Besonderheiten klarzukommen, so war eine Zeit lang der Zutritt nur über den Garten möglich: „Aber alle waren sehr verständnisvoll und es hat sehr gut funktioniert“, freut sich Susanne Fritsch von der Stadtverwaltung.

Toiletten werden erneuert

In den Anbau sind Küche und Personalraum umgezogen, dadurch wurde im Altbestand Platz frei für ein Elternzimmer und einen Schlafraum für Kinder; außerdem ist die ehemalige Küche nun ein Lagerraum, wie Fritsch erläutert. Ansonsten steht sozusagen eine Grundsanierung des rund 50 Jahre alten Gebäudes auf dem Programm:

Fußböden, Decken und Elektroinstallationen werden alle erneuert – und auch das Einziehen eines Estrichs war notwendig. Und auch das noch ausstehende, letzte zu sanierende Kinderbadezimmer wird renoviert: „Da hatte es immer wieder Kritik gegeben, unter anderem wurden schlechte Gerüche beklagt“, sagt Somogyi. Auch die Toiletten für Erwachsene werden noch erneuert.

„St. Martin“-Kita soll noch 2020 beginnen

Vier Gruppen sind eigentlich im Hofwiesenweg angesiedelt. Für die Zeit der Bauarbeiten war eine in der Einrichtung im Kirchhainer Weg untergekommen. Durch die baulichen Veränderungen nimmt die Stadt auch einige strukturelle Veränderungen vor. Im Kirchhainer Weg macht sie aus einer U-3- eine Ü-3-Gruppe und schafft, wie der Rathauschef herausstellt, so insgesamt 45 neue Plätze.

Am Montag, 20. April, wären die Kinder in die Einrichtung zurückgekehrt. Da dies bekanntlich nicht der Fall sein kann, sind die Bauarbeiter weiter im Hofwiesenweg tätig – natürlich unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, wie Fritsch und Somogyi betonen. Beispielsweise steht vor dem Gebäude ein mobiler Toiletten- beziehungsweise Sanitärcontainer, der eine gewisse Entzerrung bringt.

Wenn das Projekt abgeschlossen ist, hat die Stadt zehn ihrer elf Kindertagesstätten saniert. Dann fehlt nur noch die Einrichtung „St. Martin“. Die Planungen stehen dieses Jahr auf der Agenda, so Somogyi – müssen aber noch von den städtischen Gremien beschlossen werden. Der Baubeginn sei für 2020 geplant, der Abschluss der Arbeiten aber erst für 2021.

Von Florian Lerchbacher

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