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Ostkreis Bastelangebot begeistert Rauschenberger Kinder
Landkreis Ostkreis Bastelangebot begeistert Rauschenberger Kinder
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11:58 10.12.2020
Yannick Ludwig, Praktikant in der Stadtjugendpflege Rauschenberg, zeigt Kindern im Video, wie man Sterne bastelt.  Quelle: Foto: Stadtjugendpflege Rauschenberg
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Rauschenberg

Wenn die Kinder nicht zur Jugendpflege kommen können, kommt eben die Jugendpflege zu den Kindern: Mehr als 200 Rauschenberger Kinder basteln jede Woche zuhause nach Anleitung von Stadtjugendpfleger Stefan Ullrich und seinen Praktikanten. Das sind derzeit Sophie Baumgart und Yannick Ludwig, Daniel Weis hat sein Praktikum kürzlich abgeschlossen. „Jugendpflege at home“ heißt das Angebot, das Ullrich während des ersten Corona-Lockdowns im April gestartet hatte und das auch seit Oktober wieder die Corona-bedingt geschlossenen Spiel- und Bastelgruppen der Jugendpflege ersetzt. „Das war aus einer Laune heraus entstanden, ist aber total eingeschlagen“, freut sich Ullrich. „Trotz des Lockdowns haben wir noch Zulauf von Kindern.“

Eigentlich war das Angebot zunächst für die Kinder gedacht, die schon in den Bastelgruppen waren. Doch dann meldeten sich immer mehr Kinder an. Das liege nicht nur daran, dass es durch den Lockdown wenig Angebote gebe. „Das Angebot hat einen Nerv getroffen“, sagt Ullrich. Denn es gebe zwar viele Bastelanleitungen im Internet, aber vielfach habe man die Sachen nicht zuhause, die man dafür brauche. „Bei uns haben die Kinder alles dabei, was man braucht, und können sofort loslegen“, sagt Ullrich. „Das entlastet die Eltern und macht ihnen keinen zusätzlichen Stress.“

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Und das funktioniert so: Ullrich und seine Praktikanten bereiten das Bastelmaterial für die Kinder vor und bringen es jeweils am Mittwoch zuhause vorbei. Das Bastelset bekommen die Kinder kostenlos. Zusätzlich benötigen sie nur Sachen, „die Kinder zuhause haben“, also etwa eine Schere und einen Klebestift. Ullrich und seine Mitarbeiter drehen zudem ein Video, das über die Seite der Stadt Rauschenberg zu finden ist. Im aktuellen Video erklären sie zum Beispiel Schritt für Schritt, wie man Sterne bastelt. Denn bis zum 22. Dezember basteln die Kinder natürlich Weihnachtsdekoration. Danach macht die Jugendpflege erst einmal Pause, im Januar soll es dann weiter gehen.

„Die Kinder sind begeistert, die Eltern freuen sich“

„Die Kinder sind begeistert, die Eltern freuen sich“, berichtet Ullrich über Rückmeldungen, die er von Familien bekommt. Sogar aus anderen Gemeinden melden sich Eltern bei ihm, die die Videos gesehen haben. Ihnen kann er kein kostenloses Bastelmaterial anbieten, schickt aber als Ersatz die eine oder andere Vorlage per E-Mail. Wenn die Kinder fertig gebastelt haben, schicken sie Fotos davon an die Stadtjugendpflege. Eine Collage davon wird dann auf der Internetseite der Stadt und in den „Rauschenberger Nachrichten“ veröffentlicht.

Das Angebot soll vor allem dazu dienen, trotz Lockdown den Kontakt zu den Kindern zu halten. Doch tatsächlich sind die kurzen Haustür-Besuche sogar ein Gewinn für die Jugendpflege. „Vorher kamen nur die Kinder, jetzt konnten wir auch den Kontakt zu den Eltern intensivieren“, berichtet Ullrich. Und die Zahl der angemeldeten Kinder stieg. Nach dem ersten Lockdown konnte die Stadtjugendpflege in Josbach eine neue Bastelgruppe bilden. „Das gleiche wird in Albshausen passieren, wenn wir wieder öffnen dürfen“, sagt der Stadtjugendpfleger.

Jugendliche sollen in Zukunft die Videos drehen

„Natürlich freuen wir uns schon darauf, wenn wir wieder geöffnet haben“, sagt Ullrich. „Jugendpflege at home“ will er dann trotzdem als monatliches Angebot weiterführen. Die Vorbereitungen dafür sind aber sehr aufwendig, von den Bastelvorlagen bis zum Video-Schnitt. Wenn die anderen Angebote der Jugendpflege wieder starten, werden Ullrich und seine Praktikanten dafür nicht mehr so viel Zeit haben wie jetzt. Deshalb soll daraus in Zukunft ein Jugend-Projekt werden: Jugendliche sollen die Videos drehen, mit denen Kinder basteln können. Sie sollen natürlich in die Video-Technik eingeführt werden. Interesse gibt es: „Vier Jugendliche aus drei Stadtteilen haben sich schon gemeldet“, berichtet Ullrich. „Wir brauchen mindestens acht Jugendliche, und optimal wäre es, wenn sie aus allen Stadtteilen kommen.“

Von Stefan Dietrich

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08.12.2020