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Ostkreis Stadt will neuen Haltepunkt-Standort
Landkreis Ostkreis Stadt will neuen Haltepunkt-Standort
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11:58 10.09.2021
Der Bahnhaltepunkt in Anzefahr soll verlegt und nicht nur saniert werden.
Der Bahnhaltepunkt in Anzefahr soll verlegt und nicht nur saniert werden. Quelle: Tobias Hirsch
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Anzefahr

Es ist unbestritten, dass der Bahnhaltepunkt in Anzefahr dringend saniert und neugestaltet werden muss. Auch in Sachen Barrierefreiheit liegt der Haltepunkt an der Main-Weser-Bahn weit hinter den Standards. Die Bahn AG, genauer gesagt die DB Station and Services als Tochtergesellschaft, plant das dank Bundesförderung spätestens bis zum Jahr 2024 (die OP berichtete).

Doch aus Sicht von Stadt, Ortsbeirat und auch der Kommunalpolitik liegt der Haltepunkt am Ortsausgang von Anzefahr auch mehr als ungünstig. Das hatte vor der Sommerpause bereits zu einer intensiven Debatte geführt mit einer klaren politischen Schlussfolgerung. Der Haltepunkt braucht eine Verlegung in Richtung Ortsmitte. Das greift ein Beschlussvorschlag des Magistrates zu dem Thema jetzt auf. Und den teilten im Ausschuss für Umwelt, Mobilität und Infrastruktur alle Fraktionen unwidersprochen. Demnach soll sich die Stadt Kirchhain gegenüber der Bahn klar für die Verlegung an die Südüberführung aussprechen.

Entwicklungsmöglichkeiten für Haltepunkt

Denn dort gäbe es die Entwicklungsmöglichkeiten für den Bahnhaltepunkt, die jetzt fehlten: Das ist zum einen eine Verknüpfung mit dem Busverkehr. Haltestellen sind am jetzigen Standort nicht vorhanden und auch baulich nicht möglich.

Wer am jetzigen Standort einen Parkplatz benötigt, muss auf die Anliegerstraßen zurückgreifen. Flächen für einen Park-and-Ride-Parkplatz gibt es auf keiner der beiden Seiten des Haltepunktes. Auch die vorhandene Unterführung „entspricht ebenso baulich allenfalls bedingt den barrierefreien Ansprüchen“, heißt es in der Beschlussvorlage des Magistrates.

 Risiken für gefährliche Gleisüberquerungen

Außerdem sehen Stadt und Ortsbeirat am jetzigen Standort große Risiken für gefährliche Gleisüberquerungen. Schon bei der Präsentation der verschiedenen Sanierungs- und Verlegevarianten am 28. Juni war das klar geworden. Wenn sich Kirchhain jetzt wie zu erwarten auf die Verlegung festlegt, dann wird ein komplettes Planfeststellungsverfahren erforderlich. Das will die Stadt nach dem Beschluss und entsprechenden Gesprächen mit der Bahn kurzfristig anschieben. Denn klar ist, dass ein solches Verfahren in Deutschland seine Zeit braucht.

Die Verwaltung sprach in der Ausschusssitzung von mindestens zwei Jahren mit der Einschränkung, dass es auch erheblich länger brauchen könnte. Ein Planfeststellungsbeschluss für eine Verlegung im Jahr 2024 käme definitiv zu spät. Doch Kirchhain will für künftige Förderungen gewappnet sein. Gemeinsam mit der Bahn will die Stadt zu gegebener Zeit nach neuen Möglichkeiten suchen.

Ob Stadt Kirchhain sich beteiligt, ist offen

Der ausgewählte Standort binde die Ortsmitte wesentlich besser an, es gäbe Flächen für Park-and-Ride und Radverkehr, so der Tenor der Vorlage. Bürgermeister Olaf Hausmann hatte noch einen weiteren Punkt: „Und seit klar ist, dass eine Verlegung nur etwa 300.000 Euro mehr kostet, ist das natürlich noch attraktiver.“

Möglicherweise wird sich die Stadt Kirchhain allerdings an den Kosten beteiligen müssen. Ob das tatsächlich eintritt und wenn ja zu welchem Preis, ist aber noch offen. Auf dieses Risiko wollen sich die Beteiligten angesichts des erwarteten „Gewinns“ jedoch einlassen. Auch Grundstückskäufe müssten noch erfolgen.

Das Kirchhainer Stadtparlament tagt am 13. September ab 19 Uhr im großen Saal des Bürgerhauses.

Von Michael Rinde

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