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Ostkreis Ortsbeirat sieht eine einmalige Chance
Landkreis Ostkreis Ortsbeirat sieht eine einmalige Chance
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13:58 25.06.2021
Wird der Haltepunkt in Anzefahr verlegt?
Wird der Haltepunkt in Anzefahr verlegt? Quelle: Foto: Michael Rinde
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Anzefahr

Was geschieht in nicht mehr allzu ferner Zukunft mit dem Bahnhaltepunkt Anzefahr an der Main-Weser-Bahn? Erste Antworten auf diese Frage könnte es am Montagabend in einer Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Mobilität und Infrastruktur geben. An diesem Abend werden Mitarbeiter der Bahn wohl den Stand ihrer Überlegungen und Planungen vorstellen. Bisher wollte sich das Unternehmen zu den zur Auswahl stehenden Szenarien noch nicht äußern. Es wird also wohl Neuigkeiten geben.

Im Frühjahr hatte sich die Stadt Kirchhain politisch festgelegt. Einstimmig hatte das Parlament beschlossen, dass sich der Magistrat bei dieser Gelegenheit für eine Verlegung des Bahnhaltepunktes in Richtung Ortsmitte engagieren soll. Denn so ließen sich Park-and-Ride-Parkplätze und auch eine Busanbindung schaffen, all das scheint am jetzigen Standort undenkbar.

Doch ist das realisierbar? Die Bahn hat in den vergangenen Monaten wohl mehrere Varianten zu Modernisierung und Umgestaltung geprüft, eine Variante umfasst auch eine Verlegung des Haltepunktes.

Pläne hat Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann noch nicht gesehen. Deshalb ist auch er gespannt, was die Bahn für Vorstellungen entwickelt hat. Er hat allerdings erste Signale von der Bahn erhalten, in welche Richtung die Entwicklung am Haltepunkt Anzefahr gehen könnte. Demnach favorisiert die Bahn wohl eine Modernisierung am jetzigen Standort. Finanziert wird das Ganze über Förderungen. Nach früheren Angaben muss sich die Stadt Kirchhain bei einer reinen Modernisierung wohl nicht an den Kosten beteiligen. „Bei einer Verlegung könnte das aber anders sein“, erläutert Hausmann nach den bisherigen Informationen, die ihm vorliegen. Geplant ist die Modernisierung bisher im Jahr 2024. Die Bahn wird in jedem Falle, nicht nur bei einer Verlegung, zusätzlichen Grund und Boden kaufen müssen. Dabei hatte die Stadt Kirchhain schon ihre Unterstützung signalisiert.

Start im Oktober

Ein wichtiger Punkt neben der Modernisierung wäre die Barrierefreiheit. Für ältere oder beeinträchtigte Bahnfahrer ist der steile Weg zu den Gleisen oder von dort auf die Straße ein Problem. Das gilt zumindest bei der Fahrtrichtung Frankfurt. Nicht nur die Kirchhainer Politik hatte sich wiederholt für eine Verlegung des Haltepunktes starkgemacht, auch der Regionale Nahverkehrsverband mit Vizelandrat Marian Zachow (CDU) vorneweg sind dafür.

Ebenso wie der Anzefahrer Ortsbeirat. Der macht sich auch in der neuen Besetzung für eine Verlegung des Haltepunktes stark. Ortsvorsteher Christian Kißling führt gegenüber der OP exakt die Punkte an, die auch schon bei der Festlegung des Stadtparlaments eine entscheidende Bedeutung hatten: fehlende Parkplätze, fehlende Busanbindung, schlechte Erreichbarkeit vorneweg. „Je nachdem, wie sich Anzefahr bei den Baugebieten weiterentwickelt, wäre eine Lage in der Ortsmitte auch genau richtig“, nennt Kißling ein weiteres Argument. Auch dem Ortsbeirat ist bewusst, dass eine Verlegung möglicherweise zu einer finanziellen Beteiligung der Stadt zwingen könnte. „Doch es ist sicherlich vertretbar, dass wir noch einige Jahre länger warten und dann an einem neuen Standort bauen“, sagt Kißling. Auch er ist sehr gespannt auf die Vorstellungen der Bahn am Montagabend im Ausschuss. Aus seiner Sicht ist klar, dass die Chance für die Verlegung des Bahnhalts Anzefahr jetzt genutzt werden muss. „Nach der Modernisierung wird sich jahrzehntelang dort nichts mehr tun“, so Kißling.

Am Montag (28. Juni) wird es auch um die Sanierung des Bahnhofs Kirchhain gehen. Sie soll, wie zuletzt geplant, im Oktober beginnen. „Die Ausschreibungen sind angelaufen“, so Bürgermeister Hausmann.

Der Ausschuss tagt ab 18.30 Uhr im großen Saal des Kirchhainer Bürgerhauses.

Von Michael Rinde